Glockenbeiern an St. Pankratius in Oberpleis - Wiederbelebung einer alten Tradition
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Aufnahme: 2012 -2013

Glockenbeiern an St. Pankratius in Oberpleis - Wiederbelebung einer alten Tradition

Eine Jahrhunderte alte Tradition, die im Rheinland eine weite Verbreitung hat, wird seit 2011 an St. Pankratius wieder belebt: das Glockenbeiern. Die Initiative hierzu wurde von dem langjährigen früheren Chorleiter und Organisten Kurt B. Wirtz ergriffen. Er organisierte eine Gruppe von Enthusiasten, die auf der Basis seiner umfangreichen Erfahrungen und Planungen die technischen Vorkehrungen im Glockenstuhl trafen und nun auch das Spielen übernehmen. Bei der technischen Installation sind besonders die Leistungen von Richard Weber zu nennen. Er hat in vielen Stunden eine Apparatur gebaut, die es ermöglicht, alle fünf Glocken durch nur zwei Personen zu spielen. Zu den aktiven Spielerinnen und Spielern gehören Monika Effelsberg, Ariane Toffel, Michael Haaks und Georg Wagner. In langen Übungsstunden zu Hause und im Turm der Kirche haben sie sich ein umfangreiches Repertoire an 40 Stücken erarbeitet, das zum ersten Mal bei der Verabschiedung von Monsignore Ferdi Vater am 10. September 2011 aufgeführt wurde.

Weitere Anlässe zum Beiern waren der Jahreswechsel (Silvester) und das Pfarrfest im September 2012. Beim Beiern wird die Glocke nicht wie beim Läuten hin und hergeschwungen, sie verbleibt vielmehr arretiert in ihrer ruhigen Ausgangsstellung, während der Klöppel mit einem Seil knapp an den Rand gezogen wird. Durch Drücken des Seils wird der Klöppel an den Glockenrand geschlagen und die Glocke erklingt. Durch diese Art der Tonerzeugung können vielfältige rhythmische Tonmotive und sogar Melodien dargestellt werden (zum Beispiel „Gott in der Höh' sei Preis und Ehr", „Nun danket all und bringet Ehr", „Hilf Herr meines Lebens"). Dies liegt an der geschickten Disposition des Geläutes mit den Einzeltönen des, es, ges, as, und b. Damit sind oft nur geringfügige Anpassungen des ursprünglichen Melodieverlaufs notwendig.

Bestimmte kurze Melodien wie zum Beispiel der österliche Halleluja-Ruf Gotteslob Nr. 530,7 oder das Big-Ben-Motiv können sogar unverändert gespielt werden. Das traditionelle Beiern beinhaltet aber im Wesentlichen freie Läute-Motive. Mehrere dieser Art wurden von Herrn Wirtz zusammen-gestellt und kommen nun wieder zur Aufführung. Ergänzt werden diese durch Neukompositionen des Verfassers und durch spontane Einfälle der Ausführenden, die einem zuvor festgelegten Schema folgen (Improvisationen). Weitere Informationen zur Geschichte und Tradition des Glockenbeierns sowie zu den zahlreichen Aufführungsorten und Beiermotiven sind auf der Internetseite www.beiern.de oder in dem Buch „Glockenbeiern" von Alois Döring zu finden. Viele lesenswerte Details und Geschichten rund um die Glocken von St. Pankratius findet man im virtuellen Heimatmuseum von Oberpleis

Wer am Glockenbeiern in Oberpleis interessiert ist und bei der musikalischen Ausführung mitmachen möchte, ist dazu herzlich eingeladen. (Kontakt über den Verfasser unter gwagner5@gmx.de). Die nächsten Gelegenheiten, das Glockenbeiern zu erleben werden voraussichtlich Silvester, Ostern und Patrozinium sein.

Georg Wagner

Quelle
Pfarrbrief von 2012 / 2013; Bericht; Georg Wagner
Zur Verfügung gestellt von
Edith Jarzombek / Pfarrbüro St. Pankratius Oberpleis
Räume & Galerien
Katholische Kirche Oberpleis
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