Aufnahme: 2007
Kreuzgang - Fassade
Auch die Fassade des westlichen Klostergebäudes mit dem Kreuzgang war im Mittelalter wohl verputzt und farbig gefasst. Die jüngste Renovierung hat die Fassade jedoch steinsichtig gelassen. So ist die reiche Fassadengliederung, die dieses romanische Bauwerk so wertvoll macht, gut ablesbar. Erhalten sind 5 Joche mit je einer dreifachen Arkade auf 2 Säulen. Ein sechstes Joch schloss sich südlich an.
Über den Drillingsarkaden spannen sich Entlastungsbögen, die die Last von oben auf die breiten Pfeiler abtragen. Die kleinen Säulen werden damit entlastet. An den Kapitellen und an den Kämpferplatten auf den Säulen entfaltet sich der ganze Einfallsreichtum romanischer Steinmetze. Keines der 10 Kapitelle gleicht dem andern.
Die beiden Geschosse werden durch ein Horizontalgesims getrennt. Das Obergeschoss ist durch senkrechte Lisenen eingeteilt, dazwischen sind im Mauerwerk die Bögen der alten Kleeblatt-Fenster erkennbar. Die heutigen hochrechteckigen Fenster wurden zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges eingebrochen. Das Gebäude war ursprünglich wohl höher und schloss oben möglicherweise mit einem Bogenfries ab. Trotz deutlicher Spuren einer langen Geschichte strahlt die Fassade ein selten eindrucksvolles Bild mittelalterlicher Baukunst aus.
Diplomingenieur Heinrich Blumenthal vom Staatlichen Bauamt Bonn
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