Organist und Chorleiter Michael Faßbender aus dem Kirchendienst verabschiedet

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Aufnahme: 2006

Organist und Chorleiter Michael Faßbender aus dem Kirchendienst verabschiedet

Am 30. Juni 2006 hat sich unser bisheriger Chorleiter Michael Faßbender aus dem Kirchendienst verabschiedet. Wir, die Mitglieder der Chorgemeinschaft St. Pankratius, haben das sehr bedauert, denn er hat wesentlich dazu beigetragen, dass wir in den 23 Jahren seit Bestehen dieses Kirchenchores nicht nur zu einer Singgemeinschaft, sondern auch zu einem Freundeskreis geworden sind.

Nachdem es 10 Jahre in Oberpleis keinen Kirchenchor mehr gegeben hatte, fanden sich am 13. Januar 1983 28 Sängerinnen und Sänger zusammen, um unter seiner Leitung die neue "Chorgemeinschaft St. Pankratius Oberpleis" zu gründen.

Wir haben mit viel Freude große und kleine, alte und neue, geistliche und weltliche Chorwerke gesungen und auch anspruchsvolle größere Werke mit Orchesterbegleitung, Solisten und Gastsängern erfolgreich eingeübt und zu Gehör gebracht. Darüber hinaus sind wir zusammengewachsen zu einer Gemeinschaft, in der sich alle wohlfühlten. Eine Gemeinschaft, die sich nicht nur auf das gemeinsame Singen beschränkte, sondern sich auch bewährt hat bei vielen Veranstaltungen , Festen und Feiern, aber auch bei traurigen Anlässen. Unvergessen sind auch unsere Ausflüge und Reisen, bei denen jeweils die musikalische Mitgestaltung eines Gottesdienstes in einer Kirche unseres Reisezieles für uns ein besonderes Erlebnis und ein wichtiges Anliegen war.

Die Chorgemeinschaft besteht derzeit aus 18 Sängerinnen und Sängern. Acht davon sind seit der ersten Chorprobe dabei. Einige sind im laufe der Jahre ausgeschieden, andere sind hinzugekommen, aber die Freude am gemeinsa­men Singen war zu jeder Zeit ungetrübt, nicht zuletzt durch den unermüdlichen Einsatz unseres Chorleiters. Wir hoffen sehr, dass der Chor erhalten bleibt.

Wir danken Michael Faßbender, dass wir unter seiner fachkundigen Leitung viele Möglichkeiten musikalischer Gestaltung kennen und schätzen gelernt haben. Wir bedanken uns für sein Bemühen, für seine Freundschaft und seine persönliche Anteilnahme. Wir wünschen ihm für die Zukunft alles Gute und viel Erfolg bei seinen freiberuflichen Tätigkeiten.

Für die Chorgemeinschaft Bruni Kuhnert, Cilly Bolle



 Michael Faßbender an der Klais-Orgel in Oberpleis bei der Abschieds-Messe am 10.06.2006

OBERPLEIS.
Da er sich schon als 8-jähriger Messdiener für den Orgelklang interessierte, war für Michael Faßbender von Anfang an klar: „Ich werde Organist!“ Diesen Kindheitstraum erfüllte sich der jetzt 53-Jährige. Nach dem Studium der Kirchenmusik in Aachen und zwei Stellen in Hellenthal und Oberwinter kam er im September 1982 nach Oberpleis. Nach 24 Jahren nimmt er am Freitag. 16. Juni 2006, mit einem Konzert in der Reihe „Geistliche Musik in der Propsteikirche Oberpleis“ Abschied von der katholischen Kirchengemeinde St. Pankratius.

Zusammen mit dem Kölner Trompeten-Quartett wird er ab 20 Uhr Werke von der Barockzeit bis zur Romantik darbieten. Diese Reihe rief der Kirchenmusiker und Küster einst ins Leben. Fünfzig Konzerte fanden unter diesem Slogan mit namhaften Chören und Solisten aus ganz Europa statt. Nur einige Beispiele von der musikalischen „Feinschmeckerkarte“: die schweizerischen Singknaben der Kathedrale St. Ursen, der St. Joseph-Chor aus Budapest oder auch das Petersburger Vokalensemble Vivat traten in St. Pakratius auf. „Sie alle haben immer wieder unsere wunderbare Kirche und unsere kleine, aber feine Orgel gelobt und bewundert. Auch ich habe sie in all den Jahren schätzen und lieben gelernt“, sagt Faßbender, dem es ein Anliegen war, Tauffeiern, Hochzeiten, Firmgottesdienste, Ehejubiläen ebenso wie Trauergottesdienste individuell musikalisch zu gestalten. 

Allein 21 Jahre wirkte er in dieser Zeit an der Seite des im Februar verstorbenen Pfarrers Willi Müller. Nicht vergessen wird Michael Faßbender das Erdbeben im Jahr 1992. Damals wurde in der Nacht von Palmsonntag auf Montag auch das Gotteshaus beschädigt. Zu Ostern wollte Pastor Müller wieder die Messe in der Kirche zelebrieren. Aber es dauerte zweieinhalb Jahre, bis die Oberpleiser Christen von der Notkirche wieder in ihr angestammtes Bethaus zurückkehren konnten. So groß waren die Folgereparaturen. „Es war ein richtiger Feiertag für mich, als wir in unsere renovierte und restaurierte Kirche einzogen“, erinnert sich der Musiker. Auf seine Initiative hin fand sich der Kirchenchor 1983 wieder zusammen. Fast tausend Proben, 250 Einsätze in Gottesdiensten und in Konzerten, Chorreisen nach Rom, Budapest, Dresden oder Berlin sind zu bilanzieren. Faßbender leitete lange den „Jugendchor Hoffnung“ und in dessen Nachfolge den „Projektchor“, der zu ganz besonderen Anlässen die Gottesdienstgestaltung übernimmt.

 Diese musikalische Gruppe und die Chorgemeinschaft St. Pankratius hatte Michael Faßbender bereits am vergangenen Wochenende bei einem Abschiedskonzert zum letzten Mal unter seinen Fittichen. Auch mit Kindern pflegte er den Chorgesang in St. Pankratius. Darüber hinaus unterrichtet der Vater von zwei erwachsenen Söhnen schon 30 Jahre lang an der Musikschule Bonn. Dem Unterricht möchte sich Michael Faßbender nun ausschließlich widmen. Künftig gibt der Musiker in seinem Domizil in Oberpleis Kindern und Erwachsenen Unterricht an verschiedenen Instrumenten und in Harmonie- sowie Musiklehre. „Das ist eine spannende Aufgabe. Ich sehe der freiberuflichen Tätigkeit zuversichtlich entgegen, da in den vergangenen Jahren hier viele junge Familien zugezogen sind.

 Dank und Anerkennung an den Organisten und Chorleiter Michael Faßbender nach der Abschieds-Messe.

Quelle
Bildarchiv Michael Faßbender; Fotos: Ulrich Osinski
Zur Verfügung gestellt von
Michael Faßbender
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Katholische Kirche Oberpleis Kulturelles
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