Aufnahme: 2005
Sachausschuss Weltkirche - Ausflug vom 9.Oktober nach Steyl/Niederiande
"Der Bischof von Roermond, Niederlande, sagte über den Priester Arnold Janssen: ‚Entweder ist er ein Narr oder ein Heiliger‘ Arnold Janssen (1837 - 1909} hatte den Bischof nämlich um die Erlaubnis gebeten, in dessen Diözese im kleinen Ort Steyl an der Maas ein Missionshaus zu gründen. Papst Johannes Paul II hat sich für den Heiligen entschieden und die Heiligsprechung Arnold Janssens fand arn 3 Oktober 2003 in Rom statt. Wir vom Sachausschuss Weltkirche sind auf Spurensuche gegangen nach Arnold Janssen und seinen Gründungen in Steyl. Wir wollten auch erfahren, wie Mission heute verstanden wird. Von Oberpleis aus waren wir mit dem Auto etwa eineinhalb Stunden bis nach Steyl unterwegs. Dort begrüßte uns Br. Roland Scheid im Missionshaus St. Michael und führte uns durch die Anlage. In der Unterkirche verweilten wir am Bronzesarkophag Arnold Janssens, an dem seit der Seligsprechung im Jahre 1975 stets frische Blumen und Kerzen aufgestellt werden.
Während des Rundganges über das Gelände des Missionshauses erzählte uns Br. Roland die Geschichte Steyls, aber auch darüber, was die Arbeit dort heute ausmacht: Besinnungs- und Einkehrtage, Exerzitien, Fortbildungen und nicht zuletzt die Begegnung mit Menschen aus anderen Ländern und Kulturen. Auch besichtigten wir das Sterbezimmer Arnold Janssens im Seniorenheim St. Gregor. Dieses Haus befindet sich ein paar Schritte vom Missionshaus St. Michael entfernt. In St. Gregor verbringen viele Steyler Missionare ihren Lebensabend Bei herbstlichem Sonnenschein tauschten wir uns bei einem Spaziergang durch den weitläufigen Park von St. Michael über die ersten Eindrücke aus. Nach der leiblichen Stärkung beim Mittagessen machten wir uns zum Kloster der Steyler Anbetungsschwestern auf, einer weiteren Gründung Arnold Janssens. Diese Schwestern pflegen vor allem die ständige eucharistische Anbetung bei Tag und Nacht. Sie leben in strenger Klausur. So begrüßte uns die Hausoberin Sr. Maria Adjutrix im Besucherzimmer hinter einem hölzernen Gitter. Sie berichtete über den Tagesablauf im Kloster der Anbetungsschwestern, der von Gebetszeiten in Gemeinschaft und von Zeiten des Schweigens geprägt ist. Diese Lebensform in äußerer Weltabgeschiedenheit war vielen von uns unbekannt und sorgte für kontroverse Meinungen.
Im Kloster der Steyler Missionsschwestern führte uns Sr. Margret Keuck durch das Haus und die Kirche. Anhand der Darstellung eines Rebstockes zeigte sie uns, in welchen Ländern es Niederlassungen der Steyler Missionsschwestern gibt. Ein Videofilm mit dem Titel ‚Doch die Hoffnung lebt weiter‘ machte uns mit dem Leben und Werk der Steyler Mitgründerin Helena Stollenwerck bekannt. Der Weg bis zu dem, was wir in Steyl an Gebäuden gesehen haben, war für Arnold Janssen bis zur Gründung des Missionshauses im Jahre 1875 mit vielen Widerständen behaftet. Im Rheinland herrschte nämlich zu der Zeit der sogenannte ‚Kulturkampf‘, eine Auseinandersetzung zwischen dem preußischen Staat und der katholischen Kirche. Diese machte die Gründung eines Missionshauses auf deutschem Boden unmöglich. Als er dem damaligen Kölner Erzbischof Paul Melchers seine Idee erläuterte, zeigte sich dieser gar nicht davon angetan. Doch Arnold Janssen meinte: ‚Wir leben in einer Zeit, in der vieles zugrunde geht; deshalb muss anderes dafür neu entstehen‘. Eine Aussage, die sicher auch für uns heute Bedeutung hat. Es war für uns alle ein gelungener Ausflug in die Geschichte mit vielen neuen Eindrücken - auch für die Gegenwart.
Annette Zerres und Gabriele Lubrich
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