Interview mit Monsignore Karl Königs

Aufnahme: 2002

Interview mit Monsignore Karl Königs

Herzlich Willkommen Herr Königs. Sie haben das Amt des Subsidiars angetreten.

Als erstes interessieren uns und sicherlich die Gemeinde ein paar Haltestellen aus ihrem bisherigen Lebensweg.

Geboren bin ich am 25. August 1928 in Köln, worauf ich ein bisschen stolz bin. Ich kann mit W. Ostermann singen: „Ich han ming Muttersprooch noch nit verloore, dat is jet wo ich stolz drop bin." Geboren bin ich in Müngersdorf, aufgewachsen und zur Schule gegangen jedoch in Zollstock. 1938 ging ich dann auf das Apostel-Gymnasium, das ein Jahr später aufgelöst wurde, da der Geist, der auf dieser Schule vorherrschte, den Nazis nicht geheuer war. Wir wurden damals klassenweise auf verschiedene Schulen verteilt. Dann kam meine Zeit als Luftwaffenhelfer von Anfang 1944 über die Stationen Fochem im Vorgebirge, Rastenburg in Ostpreußen und Graudenz bei Wien. Das Kriegsende habe ich in Refrath bei Mettmann erlebt.  1947 machte ich mein Abitur und begann 1948 mit dem Theologiestudium in Bonn.  Meine Priesterweihe erfolgte am Tag des Heiligen Apostels Matthias, am 24, Februar 1954. Meine Kaplanzeit führte mich nach Stotzheim bei Euskirchen, danach verbrachte ich ein halbes Jahr in Monheim bei Leverkusen, ging dann 6 Jahre nach Köln-Mauenheim und 3 Jahre nach Hückeswagen. Seit 1966 war ich in Schwarz-Rheindorf. 18 Jahre davon war ich Dechant. Das waren insgesamt 3 Wahlperioden.

Daher der Titel Ehrendechant? Sie tragen ja auch noch einen weiteren Titel?
 
Ja, daher der Titel Ehrendechant. Den zusätzlichen Titel, da meinen Sie den Monsignore. Ja, wie kommt man dazu? Wahrscheinlich weil ich mich auch überpfarrlich eingesetzt habe, zum Beispiel durch Vorlesungen im Diakoniinstitut. Vielleicht auch, weil man meinte, dass an diese Kirche ein „gefärbter“ Geistlicher hingehört. Das war soweit mein Lebenslauf. Unsere Generation ist natürlich sehr geprägt durch die Nazi-Zeit, insbesondere durch den damaligen Widerstand, bei dem uns auch in Köln Kapläne sehr geholfen haben. Zum Beispiel kam der damalige Stationsseelsorger zu uns in die Stellung hinaus, dass heißt er durfte gar nicht bis zu uns in die Stellung, sondern wir trafen uns zu unseren Runden in einem nahegelegenen Mietshaus. Dies hatten großzügige Leute für uns zur Verfügung gestellt. Man kann also sagen, dass die Kirche uns damals nicht im Stich gelassen hat. Wir wussten immer, wie die Kirche zu uns stand. Dass die Kirche damals versagt hat, kann ich aus eigener Erfahrung also nicht nachvollziehen. Was noch zu berichten ist: Ich habe vorkonziliar aber nie gezögert, die Reformen in der Liturgie mitzumachen. Das fing an, als ich Kaplan in Hückeswagen war.

Was hat Sie dann nach Oberpleis verschlagen?

Es gab verschiedene Stellenangebote, die ich mir mit meiner Haushälterin angeschaut habe. Oberpleis sagte uns zu. Das hier Leben ist, eine schöne Kirche und ein netter Pastor - bei uns als Kölner stimmt so die Chemie. Wir fühlen uns schon jetzt hier rundum wohl, sodass wir sagen können, dass wir eine gute Wahl getroffen haben.

Haben Sie noch Hobbys oder Interessen, denen Sie in Ihrer Freizeit gerne nachgehen?

Eines der Hobbys ist Sammeln von Bildern, wie Sie sehen können, die ich in letzten Jahren erwerben konnte. Ich fotografiere gerne und als es mir noch möglich war, waren in den Ferien die Alpen eine Leidenschaft von mir.

Warum sind Sie Priester geworden?
 
Wie sie sicher schon gemerkt haben, lag ein Jahr zwischen Abitur und Theologiestudium. Es gibt Solche, die schon als Kinder wissen, dass sie Priester werden wollen. Das war bei mir nicht der Fall. Ich führe es daraufhin zurück, dass wir wie eben schon erwähnt, damals soviel Hilfe von den Kaplänen erhalten haben und die Liebe der Kirche daher in mir wuchs. Ich weiß noch wie damals an Drei Königen, als mir in der Abendmesse auf einmal der Gedanke kam: Es war der Kaplan, der mich beeindruckt hatte. Daraufhin habe ich dann damals diesen Weg eingeschlagen, mit dem Vorbehalt, mal zu sehen was daraus wird. Bis jetzt habe ich diesen Entschluss noch nicht bereut. Es ist ein schöner Beruf. Um so bedauerlicher finde ich es, dass es in der heutigen Zeit nur noch so wenige junge Kapläne gibt, mit denen sich jüngere Menschen sicherlich besser identifizieren können als mit alten Pastoren.

Vielen Dank für das  Interview.

Quelle
Pfarrfamilie Nummer 4, Okt./Nov. 2002
Zur Verfügung gestellt von
Maria Hermes; Fotograf unbekannt
Räume & Galerien
Katholische Kirche Oberpleis
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