Aufnahme: 2001
Miteinander leben, voneinander lernen, füreinander da sein!" - Monika Dahm erhält die Verdienstmedaille
Siegburg/Oberpleis. Seit mehr als 25 Jahren begleitet sie ganze Generationen von Kindern behutsam fordernd eine Zeit lang auf ihrem Lebensweg . Toleranz, Fairness, eigenverantwortliches Handeln und christliche Nächstenliebe werden bei ihr großgeschrieben. Für „ihre" Eltern ist sie eine liebevolle Erzieherin mit magischen Kräften Umgang mit den „lieben Kleinen" und eine geduldige Zuhörerin zugleich. Im esse „ihrer" Kinder hat sie so manchen Zwist ausgetragen und dabei auch nicht vor der „Obrigkeit" Halt gemacht. Aus Oberpleis ist sie schon lange nicht mehr wegzudenken: Frau Monika Dahm hat am 13. Februar 2001 in Siegburg die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgehändigt bekommen .
Bundespräsident Johannes Rau ehrt mit Frau Dahm eine Persönlichkeit des öffentlichen Lebens, die seit September 1974 ununterbrochen im Kindergarten Oberpleis tätig ist und diese Einrichtung seit April 1980 leitet. Ende März 2000 ging ihr großer Traum in Erfüllung: Mit einem großen „Tag der offenen Tür" konnte sie die feierliche Einweihung des erweiterten und völlig renovierten Kindergartens ein über 1,2 Millionen DM teures Bauprojekt, das die Pfarrgemeinde und ganz Oberpleis für Jahre in Atem hielt. Seit Januar 2000 ist sie von der Gruppenarbeit freigestellt; seitdem widmet sie sich ganz der Führung der vierzügigen Einrichtung. Ihren Beruf versteht sie nach wie vor als Berufung. Während der Öffnungszeiten haben die Kinder und deren Eltern das Sagen; für Verwaltungsdinge ist in der Regel erst am Abend Zeit.
Landrat Frithjof Kühn brachte es im Kreishaus auf den Punkt:" Durch ihr eigenes Vorbild lehren Sie Eigenverantwortlichkeit im zwischenmenschlichen Bereich, lehren Sie Konsequenzen für das eigene Handeln zu tragen. Dabei haben Sie immer darauf geachtet, den Kindern ein gesundes Maß sowohl an Führung als auch der Möglichkeit der Selbstentfaltung zukommen zu lassen. (...) Sie besitzen die Fähigkeit, das Wohl der Kinder mit seinen vielfältigen Möglichkeiten auch anderen Menschen nahezubringen und sie zum Mitmachen zu gewinnen. Dafür verdienen Sie großen Dank."
Diese hohe Auszeichnung verliehen zu bekommen, ist Frau Dahm eher unangenehm (, Ich bin doch nicht Mutter Teresa"). Persönlich steht die 52-Jährige nicht gerne im Rampenlicht. Wenn es sein muss, wirkt sie auch im Verborgenen, hinter den Kulissen. Dort redet sie im Interesse „ihrer Kinder „dann Klartext. Die pädagogische Arbeit auf hohem Niveau kann nur im Team erfolgreich geleistet werden, daher genießen auch ihre Mitarbeiterinnen ihre hohe Wertschätzung. Insidern zufolge hat sie sich erst nach etlichen Gesprächen mit guten Freunden zur Annahme dieser Auszeichnung entschließen können. Ein Stück weit mussten wohl auch die Mitarbeiter des Landrats Überzeugungsarbeit leisten, schließlich geht es darum, stellvertretend für die gute Arbeit der Erzieherinnen im Lande ein Zeichen zu setzen. ,,Kinder brauchen Atmosphäre von Vertrauen und Akzeptanz, sowie umfassende Möglichkeiten für Aktivitäten auf ihrem jeweiligen Entwicklungsniveau", so Landrat Kühn in seiner Laudatio.
Frau Dahm hat sich in der Lohrbergstraße, in der Pfarrgemeinde St. Pankratius und in Königswinter gleichermaßen für eine solche Atmosphäre und solche Freiräume immer wieder neu eingesetzt. Die Fähigkeit zur Integration ist eine Ihrer Stärken - bei den 5-jährigen, ebenso wie bei deren Eltern und Großeltern. Für ihren nicht nachlassenden Mut, Kraft und die dazugehörige Portion Zivilcourage verdient sie Respekt und Anerkennung. Dank gebührt auch ihrer Familie, ohne deren Rückhalt und Verständnis ihr großes Engagement über Jahre hinweg unmöglich gewesen wäre.
Viele ihrer ,,Kinder" von damals besuchen auch heute noch die Lohrbergstraße - teilweise schon mit eigenen ,,Minis" an der Hand. Und auch in Zukunft wird ihr Rat dringend gebraucht:"Frau Dahm, kannst Du mir mal zeigen, wie das geht...?" Wir sind froh, dass wir Frau Dahm haben. Für uns, unsere Kinder und Kindeskinder ist ihr Wirken ein Glücksfall . Der Katholische Kindergarten St. Pankratius in Oberpleis, der Elternrat, alle Angehörigen, Ehemaligen und Förderer aus nah und fern gratulieren auf das Herzlichste.
Thomas Flink
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