50 Jahre nach der Jahrtausendfeier

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Aufnahme: 1998

50 Jahre nach der Jahrtausendfeier

„Wo wohnt der neue Pastor? Schreibe den Spruch auf, der neben seiner Eingangstür hängt! Was kannst Du auf der Glocke am Ehrendenkmal lesen?" Diese Fragen und noch viele andere aus der Geschichte und dem Leben unseres Dorfes hatten Schüler des 4. Schuljahres der Grundschule Oberpleis zu beantworten.

Kirchliche, dörfliche und schulische Feste spielen eine große Rolle für die „Schulgemeinde". Die Kinder freuen sich auf jede Möglichkeit, spielen und feiern zu können. In Eudenbach wird eine Klasse renoviert. Der Unterricht findet im ev. Gemeindehaus und in der Kirche statt. Für die Hausaufgabenbetreuung der Aussiedler ist kein Raum in der Schule frei. Beide Pastoren sind bereit, Pfarrheim und Gemein­dehaus zur Verfügung zu stellen. Ebenso geben beide Gemeinden einen Zuschuß zur Teilnahme an der Aktion „Feriennaherholung" für die, in beengten Wohnverhältnis­sen lebenden, Kinder.

Warum erwähne ich diese Erlebnisse, die ich als Grundschullehrerin gemacht habe? Das Fest am 20. und 21. Juni 1998 hat alle diese Einzelerlebnisse wieder wachgerufen und gebündelt durch gemeinsames Abendgebet, Musik, Gespräche und vielfältige Erlebnisse Zu einem Gesamteindruck verstärkt: Gelebte Oekumene.

Schon die vielen Treffen zur gemeinsamen Planung und Ausführung des ökumeni­schen Festes haben Kopfzerbrechen, aber auch viel Freude und „Gemeinsinn" geweckt. Wie viel Platz steht den einzelnen Gruppen um St. Pankratius zur Verfügung? Wie soll der Gesamtablauf gestaltet werden? Jede Gemeinde brachte ihre Erfahrungen aus den eigenen Pfarrfesten ein. So ein großes gemeinsames „Dorffest" war bis 1998 noch nicht vorbereitet worden.

Der Platz reicht hier nicht aus, die vielen Gruppen, Darbietungen und Aktionen aufzuzählen. Deshalb möchte ich wenige Erlebnisse nennen, die mich stark beeindruckt haben: Bei den Proben der beiden Kirchenchöre kam schon viel Vorfreude auf, die dann bei dem gemeinsamen Gesang in St. Pankratius zur großen Freude wurde. Als dann alle Teilnehmer des ökumenischen Abendgebetes von einem der beiden Pastoren einen Tropfen Wasser erhielt als Zeichen der Taufe, wurde die Erinnerung wach, wie die Eudenbacher Schüler um das Taufbecken in der ev. Kirche standen und auch ihre Hände ausstreckten. Der Diavortrag „Oberpleiser Bilderbogen" mit seinen fachkundigen Kommentaren brachte die vielen Heimatkundestunden wie spielerisch zusam­men und ließ uns Traditionen, Kultur und die Schönheiten unseres Dorfes erkennen.

Und dann saßen die „Oberpleiser", ob hier geboren, schon lange hier wohnend oder kürzlich zugezogen, an einem warmen Samstagabend noch lange vor der Kirche im Gespräch zusammen. So ging ich am Sonntagabend, beeindruckt von der Fülle der Erlebnisse, geschafft von der Hitze, voller Dankbarkeit, in Oberpleis leben, arbeiten und feiern zu dürfen, nach Hause.

Adelheid Siegmann

Quelle
Pfarrfamilie Nummer 4, September/Oktober 1998: Bericht: Adelheid Siegmann
Zur Verfügung gestellt von
Maria Hermes; Fotograf unbekannt
Räume & Galerien
Katholische Kirche Oberpleis
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