Abgebildete Personen
Aufnahme: 1998
Osterferien mit Arbeiten und Beten - Spaß und Vergnügen im Kloster von Osek
8 Pfadfinderinnen + Kaplan Bruno Nebel aus Oberpleis und 7 Pfadfinderinnen + Gemeindereferentin Angelika Bellinghausen aus Heisterbacherrott verbrachten die erste Woche der Osterferien mit Arbeiten und Beten - Spaß und Vergnügen im Kloster von Osek.
Arbeiten?
Erst wenn man in Osek angekommen ist, erfährt man durch den Abt, wo, was und wie man in dieser Woche arbei ten wird. Nachdem uns unsere Arbeit im letzten Jahr wenig sinnvoll erschien, waren wir dieses Mal hellauf begeistert. Wir hatten die Aufgabe, im Innenhof des Kreuzgangs alte Pflanzen zu entfernen, Unkraut aus dem Erdreich zu „pulen", in der Mitte ein Rondell, sowie vier darauf zuführende Wege anzulegen. In der Mitte des Rondells wird später eine Madonnenstatue plaziert. Allzu gerne hätten wir bunte Blumen angepflanzt, säten jedoch Gras, „.da dieses leichter zu pflegen ist..„ Eine zweite Arbeitsgruppe hatte den Auftrag, Türen von altem Lack zu befreien und Gartengeräte zu reparieren. So sahen wir am Ende der Woche, was wir geschafft hatten und „.es war gut.
Beten?
Am Samstag, dem Tag unserer Ankunft, sowie am Sonntag nahmen wir an der Ves per (18 Uhr) der Mönche (Abt Bernhard und Pater Benedikt) teil. Während der Ves per sitzen sich die Mönche im Chorgestühl gegenüber und singen im Wechsel Psal men, was eine großartige Atmosphäre in der Klosterkirche ausmacht. Am Sonntag feierten wir in der eisig kalten Klosterkirche eine Messe (ca. 10-12 Uhr) mit dem Abt, den Bewohnern des Klosters und einigen Gemeindemitgliedern aus dem Ort. Bei dieser Messe sprach der Abt besonders die Kinder an. Er wirkte äußerst zufrieden, als er uns davon berichtete, daß in diesem Jahr 16 Kinder und Jugendliche getauft werden. Eigentlich könnten viel mehr Menschen getauft werden, aber leider fehlt es an geeigneten Katecheten. An den folgenden Tagen feierten wir jeden Mor gen (8 Uhr) eine eigene Messe, welche von Angelika Bellinghausen und Bruno Ne bel kreativ und ansprechend gestaltet wurden. Außerdem feierten wir jeden Abend re eigene Vesper, bei der verschiedene Texte, wie Psalmen, Gebete, Geschichten
oder Bibelstellen vorgelesen und Lieder gesungen wurden.
Spaß und Vergnügen?
Ja, auch dafür gab es noch genügend Zeit.
Wir nutzten die Möglichkeit, die barocke Bibliothek des Klosters, die allerdings noch im Besitz des Staates ist, zu besichtigen. Dort stehen unglaublich alte Bücher, die noch in relativ gutem Zustand sind. Hier handelt es sich hauptsächlich um theo logische, philosophische und naturwissenschaftliche Bücher in lateinischer, spani scher, tschechischer und deutscher Sprache. Man konnte nur staunen. In Osek gibt es einige Kneipen und zwei Diskotheken, die wir natürlich an den Abenden aufsuchten, um das herrliche Bier zu genießen. Am Mittwoch fand unser traditioneller Prag-Besuch statt. Plötzlich findet man sich in einer völlig anderen Welt wieder ..... Karlsbrücke, -Burg, jüdisches Viertel mit altem jüdischen Friedhof und Synagogen, das Moldau-Ufer, das alte Brauhaus „U Fleco", kleine Gassen, gros- se Plätze, zahlreiche kleine Wirtshäuser und, und, und...... Ein Tag ist viel zu kurz, Woche ist viel zu kurz, aber im nächsten Jahr werden wir bestimmt zurückkehren nach Prag und Osek, voller Erwartung, was sich wohl alles verändert hat, ob un ser Innenhof grünt, wie wir helfen können.....
Anne Becker
P.S.: Inzwischen -hat unser Nachtreffen im Quadrum stattgefunden. Bei Grillfleisch und Salaten frischten wir unsere Erinnerungen auf. Es ist auch schon die erste Post aus Osek hier eingetroffen. Die von uns cµigelegten Wege sind mit weißem Kies angefüllt worden und das Gras ist grün!
Jetzt heißt es nur noch warten ... auf Ostern und Osek....
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