Zu Besuch bei Pater Alvin in Indien

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Aufnahme: 1996

Zu Besuch bei Pater Alvin in Indien

Ein Ort namens Warur in Zentralindien war das Ziel unserer langen Reise, als wir am 13. Februar ins Flugzeug stiegen, um Pater Alvin in seiner Missionsstation zu besuchen. Unsere Flugroute führte von Düsseldorf über Bombay und danach in östlicher Richtung nach Nagpur, wo wir schließlich landeten. Als wir um 21.00 Uhr Ortszeit ziemlich erschöpft aber zufrieden wieder festen Boden unter den Füßen hatten, lagen alles in allem vierundzwanzig Stunden Reisezeit hinter uns.

Wie verabredet, wartete in Nagpur bereits Pater Alvin, um mit uns zusammen den restlichen Teil der Reise anzutreten. Der Weg zu seiner Missionsstation bedeutete allerdings eine viereinhalb-stündige Fahrzeit für etwa 200 Km, so daß wir erst am nächsten Tag in den Jeep kletterten und die Reise fortsetzten.

Der überaus herzliche Empfang bei unserer Ankunft in der Missionsstation läßt sich am besten mit einem kleinen Staatsempfang vergleichen. In Zweier-Reihe standen die von Ordensschwestern betreuten 38 Kinder vor dem Eingang und sangen zu unserer Begrüßung Willkommenslieder und überreichten uns Blumengirlanden. Ein bißchen verlegen waren wir dabei schon.

In den folgenden Tagen nahm uns Pater Alvin zu seinen Besuchen in den verschiedenen Dörfern mit. Zu seiner Missionsstation gehören zwölf Dörfer, in denen überwiegend Hindu-Familien leben. Doch die Zahl der Christen nimmt zu. Die meisten Familien leben vom Ackerbau. Hauptsächlich wird dort Chili und Baumwolle sowie Hirse angebaut. In der jetzt beginnenden Trockenzeit herrscht Wassermangel; Flüsse und Brunnen trocknen dabei aus. Erst in der Regenzeit werden die ausgetrockneten Felder und Bäume wieder grün.

Pater Alvin erzählte uns, daß es in der Regenzeit oft zu Überschwemmungen kommt, so daß er die Dörfer dann nur sehr schwer oder gar nicht erreichen kann. Außerdem breiteten sich vor allem in dieser Jahreszeit Krankheiten, wie Cholera und Typhus aus.

Die Missionsstation beherbergt auch eine Krankenstation, in der täglich etwa 30 bis 40 Patienten von den Ordensschwestern behandelt werden. Zu ihren Aufgaben gehört die Versorgung kleinerer Verletzungen, die Verteilung von Medikamenten sowie das Impfen von Kindern. Darüber hinaus gibt es in Warur auch ein "Internat", in dem die Schulkinder aus den weiter entfernten Dörfern wohnen. Uns fiel auf, daß die Kinder sehr aufgeschlossen und sehr freundlich sind. Unsere Hautfarbe fanden sie ebenso ungewohnt wie interessant. So manche Hände berührten uns, um prüfend festzustehen, ob die helle Farbe auch echt ist.

Bei unseren Besuchen mit Pater Alvin waren wir auch in vielen Schulen. Immer wurden wir dabei mit Liedern empfangen. Einen wichtigen Satz hatten wir in der Landessprache schnell gelernt: "Wie heißt du?" Mit ihm fanden wir sofort Kontakt zu den Kindern. die sich geradezu drängten, uns ihren Namen zu sagen. Nach vielen und langen Gesprächen mit Pater Alvin haben wir den Eindruck, daß er sich in seiner Gemeinde sehr wohlfühlt. Allerdings mußte er an seinem neuen Wirkungsort - er liegt im Bundesstaat Maharashtra - erneut eine neue Sprache lernen, um sich mit den Menschen zu verständigen. Pater Alvin erinnert sich noch gern an seine Zeit in Oberpleis und hat uns aufgetragen, alle Gemeindemitglieder herzlich von ihm zu grüßen.

Wir möchten uns an dieser Stelle bei Ihm nochmals für die freundliche Aufnahme in seiner Heimat bedanken und ihm weiterhin alles Gute wünschen

Judith Hermes und Katharina Weber

Kirche in der Missionsstation Warur

Quelle
Pfarrfamilie Nummer 2, Juni/Juli 1996; Bericht: Judith Hermes und Katharina Weber; Fotograf unbekannt
Zur Verfügung gestellt von
Edith Jarzombek / Pfarrbüro St. Pankratius Oberpleis
Räume & Galerien
Katholische Kirche Oberpleis
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