Mosaikfußboden wieder hervorragend gestaltet

Aufnahme: 1994

Mosaikfußboden wieder hervorragend gestaltet

"st. Es war Montag, 13. April 1992. Da erschütterte ein Erdbeben die Oberpleiser Kirche, die seitdem wegen starker Schäden geschlossen war. Jetzt sind im Inneren des Gotteshauses die Schäden soweit wieder behoben, dass ab kommendem Wochenende, 27. August, die Kirche wieder für Gottesdienste offen ist. Allerdings werden sich die Außenarbeiten, die aber weniger mit dem Erdbebenschaden zu tun haben, sich bis in das Jahr 1995 hinziehen.
Nach umfangreichen Untersuchungen und Berechnungen der Vermessungstechniker und Statiker wurde am 16. Oktober 1992 mit der Wiederherstellung der Kirche begonnen. Das Erzbischöfliche Generalvikariat sagte eine großzügige Unterstützung zu. Auch die Gemeinde spendete rund 50.000 Mark. Selbst, die Partnergemeinde Mbeng in Kamerun spendete für den Wiederaufbau des Gotteshauses in Oberpleis. Dann stellte sich heraus, dass die Gewölbe viel größere Schäden aufwiesen, als man geahnt hatte.

Mittelalterliche Baufehler waren bisher unter Putz verborgen geblieben. Die Wiederherstellung wurde viel aufwendiger. Nach vielerlei Arbeiten in und an der Kirche ein Lichtblick im Mai dieses Jahres: Die Wiederbenutzung kann früher erfolgen, als man geahnt hatte und man legte den 27. August fest. Im Juni wurden bereits die Gerüste abgebaut. Die Kirche wird wieder eingerichtet. Die Orgel kann ausgepackt werden. Sie hat keinen Schaden genommen. Die Empore, die während der Zeit der Notkirche-als Sakristei genutzt wurde, wird wieder in Ordnung gebracht. In der Krypta hat eine Entfeuchtungsanlage unglaubliche Wassermengen aus dem Mauerwerk gezogen, jetzt kann auch dort angestrichen werden.

Der Fußboden der Kirche weist wieder die herrliche „Kosmos” - Darstellung auf. Sie soll symbolisch das im Mittelalter geltende Weltbild darstellen. Ein Quadrat von 3,70 Meter Kantenlänge und einem dreifach gegliederten Rahmen umschließt einen roten Grund, in den eine aus 12 Kreisen bestehende Rosette mit einer runden Mittelplatte und vier kleinen Rosetten in den vier Zwickeln, im Wechsel von viereckigen und spitzeckigen schwarzem und weißen Platten, eingelassen sind. Die Inschriften der kleinen Rosetten konnten durch Vergleichsbeispiele aus der mittelalterlichen Literatur zutreffend ergänzt werden. Die großen. Buchstaben der Mittelplatten ergeben den Namen des ersten Menschen: A D A M. Anordnung der Rosetten und ihre Inschriften in lateinischer Sprache bedeuten die seit dem Altertum entwickelte und im Mittelalter gültige Lehre von den vier Weltrichtungen, vier Elementen, vier Jahreszeiten, vier Weltaltern und vier Temperamenten des Menschen und ihren Eigenschaften.

Die 'Vier' galt im Mittelalter als die Weltzahl. Dieses Kosmos - Plattenmosaik ist einmalig und ein außerordentlich bedeutendes Dokument nicht nur für die Geistigkeit der Oberpleis - Siegburger Mönche. Der Festgottesdienst, mit allen Chören der Gemeinde unter Leitung von Kurt-Bruno Wirtz, ?ndet am Samstag, 27. August, um 17 Uhr statt. Um 18.15 Uhr startet rund um den Pleeser Dom, der wieder ?t ist, das Pfarrfest. Gegen 19 Uhr ?ndet ein Suchspiel statt „Mit offenen Augen durch die Kirche”. Um 20 Uhr gibt es eine Kirchenführung. Am Sonntag, 28. August, sind Gottesdienste um 8.30 Uhr, 10 Uhr und 11.30 Uhr. Ab 14 Uhr spielt die Musik auf. Um 15 Uhr startet wieder ein Suchspiel für die Kleinen. Der Jugendchor singt in der Kirche um 16 Uhr und um 17.30 Uhr schließt sich eine erneute Führung durch die Kirche an. Das Pfarrfest klingt gegen 22 Uhr aus."

* Die Zeichnung des Herrn Architekten Hans Merian ist auf Seite 123 im Ausstellungskatalog MONUMENTA ANNONIS (Köln 1975)abgebildet.

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 34 vom 25.08.1994
Zur Verfügung gestellt von
Friedrich Müller
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Katholische Kirche Oberpleis Presseberichte Presseberichte 2 (ab 1990 bis 2000)
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