Aufnahme: 1992
Auf dem Weg der Sterne...
... begegnen die Könige und ihr Gefolge in jedem Jahr vielen Menschen. Im vergangenen Jahr hat Manuel aus der Sicht eines Sternsingers erzählt:
Mich als einen der 27 erwachsenen Begleiter beeindrucken immer wieder die vielfältigen Kontakte. Da gibt es alljährlich zuerst den zaghaften und schleppenden Beginn der Aktion und dann die steigende Begeisterung der Kinder: Sie wollen öfter als vorgesehen mitgehen, sie bringen ihre Geschwister mit, und sie planen schon für das nächste Jahr. Wenn die Gruppen von ihren "Touren" ins Pfarrheim zurückkehren, gibt es viel zu (er)zählen! Etwas traurige Gesichter gab es in diesem Jahr, als am Montag so wenig Leute angetroffen wurden. Dann ist ein erwachsener Begleiter für die kleinen Könige sehr hilfreich, der sie tröstet und an die schönen Erlebnisse erinnert, und die waren nicht selten: Da erfreute an einer Haustür der Brief an "die lieben Sternsinger", da hatten Menschen ihren ganzen Tagesablauf umgestellt, um uns zu empfangen, da berichtete man uns von dem neuen Erdenbürger, der angekommen war, und da begrüßte uns ein Kind, das vor einem Jahr noch nicht bis zur Türe alleine gehen konnte.
Unser Auftrag war es auch, an Häuser zu gehen, in denen Schwerkranke waren oder jemand im vergangenen Jahr gestorben war, auch das müssen Sternsinger erfahren. Eine große Ehre war es für uns, an neue Häuser den Segen zu schreiben und die Bewohner begrüßen zu dürfen. Da unsere Sternsinger oft Kinder aus dem eigenen Dorf sind, werden sie besonders herzlich begrüßt. Einen gewaltigen bellenden Hund trafen wir in einem Hof, und siehe da, unsere mutigen Könige wurden schwanzwedelnd von ihm begrüßt. Ein Schäferhund begrüßte erstaunlicherweise besonders den schwarzen König Melchior. Aha ... er hatte ihn erkannt, sie waren beide hier zu Hause. Sehr eindrucksvoll war für die Kinder der Besuch im Konstantiahaus; da wurden selbst die etwas temperamentvolleren Könige und Hirten leise.
Etwas Mut gehörte zu den Auftritten in den Gaststätten und Geschäften, doch auch hier waren Menschen, die uns sehr wohlwollend aufnahmen. Besonders schön waren die Begegnungen mit unseren türkischen Mitbürgern, die uns mit den Familien begrüßten und uns gestatteten, den christlichen Segensgruß über die Türen zu schreiben. Dann sei noch erinnert an die Oasen, die uns gastlich aufnahmen nach den anstrengenden Wegen, an die Gruppenleiter und Eltern, die die Aktion unterstützten und nicht zuletzt an unseren Bürgermeister, der die Sternsinger offiziell am Rathaus empfing. Und ... und ... und .. Die wenigen ablehnenden Begegnungen meisterten die Erwachsenen und Kinder durch Höflichkeit und königlicher Gelassenheit. Auf jeden Fall gibt es gute Gründe, daß das Sternsingen jedes Jahr wieder durchgeführt wird: Unsere Kinder schlagen die Brücke zu den Kindern in Not und Elend, wir dürfen den Segen in die Häuser bringen, und für uns Erwachsene und auch für die Kinder ist der Kontakt zu den Menschen wichtig und eine große Bereicherung.
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