Aufnahme: 1989
Entwicklung des Heftes "Pfarrblatt" / "Pfarrfamilie" seit 1925
Eine Darstellung der Geschichte unseres Pfarrblattes muß mit einer Enttäuschung beginnen: Eigentlich hätten wir nicht das 40-jährige, sondern das 64-jährige Bestehen feiern müssen. Schon im Jahr 1925 rief Pfarrer Lemmen das "Katholische Kirchenblatt für die Pfarrgemeinde Oberpleis" ins Dasein. (Übrigens: Vielleicht schlummern noch auf einem Speicher die ersten Jahrgänge dieses Blattes; wir wären sehr interessiert!) Das Blatt erschien wöchentlich und enthielt hauptsächlich die Gottesdienstordnung, brachte aber auch manch andere Mitteilung zum Leben der Gemeinde. In den Jahren nach 1933 verstand Pfarrer Dick es geschickt, das Blatt trotz des politischen Gegenwindes am Leben zu halten: Er veröffentlichte Daten aus alten Kirchenbüchern, die damals für die "Sippenforschung" wichtig waren. (Vom Datenschutz sprach man noch nicht!) Die letzte Nummer des Blattes erschien am 13.8.1939 und kündigte u.a. eine umfassende Kirchenrenovierung an. Wenige Tage später brach den Krieg aus; es sollte alles ganz anders kommen!
Am 15.9.1949 konnte Pfarrer Wichert das Blatt in neuer Gestalt wiederbeleben. Es erschien nun 14-tägig, bestand aus acht Seiten im Format DIN A 5 und wurde für 10 Pfennige verkauft. (Das war damals eigentlich ziemlich viel Geld.) In der zweiten Nummer ist übrigens von zehn Jugendgruppen die Rede. Zwanzig Jahre sollte das Pfarrblatt in dieser Gestalt erscheinen.
Die Hauptlast der Redaktion trug Pfarrer Wichert bis zu seinem Tod am 12. Mai 1967, selbst noch zu einer Zeit, als er wegen seiner Krankheit nicht mehr am Altar stehen konnte. Neben der Gottesdienstordnung brachte er immer eine Fülle von Nachrichten aus dem Leben der Gemeinde; schon 1951 tauchen übrigens auch Anzeigen auf.
Vom 9. März 1969 an trägt das Pfarrblatt den Titel PFARRFAMILIE.
Die Gestaltung hatte ein Ausschuß des am 20.10.1968 erstmals gewählten Pfarrgemeinderates übernommen. Das Blatt enthielt interessante Informationen und bald auch eine lebendige Leserdiskussion (,von der heute leider nichtt mehr viel zu spüren ist.)
Die Auflage lag bei 800 Stück. Das Blatt wurde von Kindern in der Gemeinde ausgetragen; es wurde ein Bezugspreis von 20 Pfennigen erhoben, der 1970 auf 50 Pfennige erhöht werden mußte. Leider nahm diese überaus fruchtbare Zeit der PFARRFAMILIE bald ein jähes Ende: mit dem 10.10.1970 ging die Verantwortung vom PGR auf den Pfarrer über. In der Folge verstummte die lebhafte Leserdiskussion, auch die Informationen wurden spärlicher bzw. beschränkten sich auf Berichte über Ausflüge und Ähnliches.
Zu Anfang 1972 nahm der Pfarrgemeinderat die PFARRFAMILIE wieder in seine Obhut. Sie sollte nun monatlich mit 12 Seiten Umfang erscheinen. Leider warf das junge Redaktionsteam schon nach einem Jahr resigniert das Handtuch. Die nächste Reform war also fällig: Das Blatt sollte nur noch alle zwei Monate erscheinen, die Gottesdienstordnung wurde herausgenommen und nunmehr in der Siebengebirgszeitung veröffentlicht; vor allem sollte die PFARRFAMILIE durch den inzwischen neugegründeten Kontaktkreis in allen Häusern kostenlos verteilt werden.
Zur Finanzierung wurde verstärkt und erfolgreich um Anzeigen geworben, und auch die Kirchengemeinde gab einen Zuschuß.
Die erste Nummer mit einem neuen Redaktionsteam erschien am 1.4.1973.
Zur Unterstützung der Redakteure war eine Redaktionskonferenz gegründet worden, in der überwiegend die Vertreter der Vereine ihren Platz hatten.
So nahmen jetzt die Ankündigungen und Berichte der Vereine einen großen Raum ein. "Hanjo mit dem Weihrauchfaß" glossierte Ereignisse und Entwicklungen in der Gemeinde. Am 10. Mai 1977 kam die PFARRFAMILIE bei einem Wettbewerb unter 77 Pfarrbriefen auf den 5. Platz.
Nach siebenjähriger erfolgreicher Arbeit gab die Redaktion zu Anfang 1980 ihr Amt in neue Hände. Die neue Redaktion bemühte sich zunächst um die Verbesserung des äußeren Erscheinungsbildes der PFARRFAMILIE (Titelblatt, Fotocollage usw). Inhaltlich wurde eine Straffung der einzelnen Beiträge angestrebt. Die Redaktionskonferenz hatte sich zu einem "Nebenpfarrgemeinderat" entwickelt; nach der PGR-Wahl am 8.11.1981 wurde sie nicht mehr neu gebildet. Die Redaktion war nunmehr selbst ein Ausschuß des PGR und erhielt so größere Selbständigkeit. Im übrigen gab es seit Herbst 1980 in der Kirche ein eigenes Wochenblatt; es bringt neben der Gottesdienstordnung auch die Ankündigung von Veranstaltungen in der Gemeinde, die in der PFARRFAMILIE wegen der zweimonatlichen Erscheinungsweise kaum möglich ist. Die beiden Blätter stehen nicht in Konkurrenz zueinander, sondern ergänzen sich recht harmonisch.
Anfang 1986 zeigt ein neues Titelblatt wieder einen Wechsel in der Redaktion an. Die "Neuen" sind bemüht, durch Einführung neuer Rubriken (Fragen zur Zeit, Interview, Kinderseite ...) die PFARRFAMILIE noch lebendiger zu machen. Auch kommt es dem Blatt zugute, daß ein Redakteur begeisterter Fotograf ist. Die Weihnachtsnummern 1987 und 1988 erschienen in Zusammenarbeit mit dem evangelischen Schwesterblatt als ökumenische Ausgabe.
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