Aufnahme: 1986
„Kontikis” veranstalteten Altertumsschau
"Die Feststellung von Robert Flink, einem Oberpleiser Heimatforscher, "Das Oberpleiser Hügelland ist kein vorgeschichtliches Siedlungsgebiet", wollen die Jungens der Gruppe "Kontiki" der Pfadfinderschaft St. Georg in Oberpleis widerlegen. In den letzten Monaten sammelten sie mit Unterstützung von Pfarrer Willi Müller und zahlreicher Landwirte Alter-tümchen. Das Ergebnis wurde jetzt in einer Ausstellung im Pfarrheim präsentiert. Mit den interessanten Tonscherbenfunden von Heinz Wolter könne bewiesen werden, dass schon um die Zeit 2000 vor Christus Menschen im Pleiser Land gelebt haben. Sie stammen nach Feststellungen der Behörden aus der jüngeren Eisenzeit, und Reste eines Urnengrabes sind auf die Zeit um 600 v. Chr. zu datieren. Auf einem der vielen Tische mit heimatkundlichen Gegenständen aus grauer Vorzeit waren die vielen Tonscherben zu besichtigen. Die "Kontikis" lassen keinen Zweifel daran, dass in Rübhausen jahrhundertelang eine keltische oder germanische Siedlung war.
Darüber hinaus wiesen Feuersteinwerkzeuge und ein Steinbeil auf Bewohner um 4000 v. Chr. hin. Einige der Scherben könnten, so die Pfadfinder, auch römischen Ursprungs sein, sie wären dann wohl auf dem Handelswege nach Rübhausen gelangt. In der Römerzeit wurde die Siedlung dann wohl aufgegeben, denn es fehlen Zeugnisse aus folgender Zeit. Die Funde setzen dann wieder ein mit einer Datierung zur Zeit der fränkischen Rohdeperiode im 5. bis 8. Jahrhundert, der Oberpleis seine Entstehung verdankt. Auf mehreren Tischen hatten die Jugendlichen Gegenstände des früheren bäuerlichen Lebens ausgestellt. Butterschüsseln, eine Sense und eine Trummsäge waren zu sehen.
Wer kennt heute noch eine "Seste" — ein Getreidemaß mit 15 Liter Inhalt — oder einen Spaten zum Abstechen des Brotteiges? Selbst ein Pferdehalfter hing an der Wand des Pfarrheimes, daneben ein Hufeisen. Tabakmesser und ein Dreschflegel fehlten nicht. Brotschneidemaschinen, alte Bügeleisen und Kaffeemühlen sowie Waffeleisen aus Großmutters Zeit konnten bestaunt werden. Aus dem Pfarrarchiv stammten Dokumente, die an die früheren Pastöre erinnern. Flugblätter, von alliierten Bombenverbänden im Zweiten Weltkrieg abgeworfen, waren ebenso zu sehen wie Geld aus der Inflationszeit. Alte Nähma-schinen, religiöse Bücher und Bibeln, Messbücher, ein Graduale, handgeschrieben vom Bauern Johann Adolf Stricker, Taufeintragungen von 1809 bis 1838 in einem alten Taufbuch waren aufgetrieben worden und auch ein Rechenbuch aus dem Jahre 1752 bereicherte die sehenswerte Schau."
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