Aufnahme: 1982
Silbernes Priesterjubiläum von Pfarrer Willi Müller
"Die beiden Kindergärten aus Sandscheid und Oberpleis umrahmten zur Freude des Geistlichen die Feierstunde.
Mit einem festlichen Gottesdienst in der Propsteikirche und einer weltlichen Gratulationscour in der Aula des Schulzentrums feierte der allseits beliebte Seelsorger der katholischen Gemeinde Oberpleis, Pfarrer Willi Müller, sein silbernes Priesterjubiläum. Sowohl die Kirche als auch die Aula waren bei den Feierlichkeiten überfüllt. In die Aula mussten sogar noch Tische und Stühle gebracht werden, denn rund 500 Pfarrangehörige und Gäste erwiesen dem Pfarrer die Ehre und sprachen Ihre Glückwünsche aus.
In der Kirche zelebrierte der Jubilar selbst den Dankgottesdienst in Konzelebration mit Dechant Heinrich Kochem, Pfarrer Hartmut Holt und Kaplan Josef Prinz (beide Köln), Pater Bernhard, Pater Columban, Kaplan Georg Bunse und Diakon Peter Schmitz. Pfarrer Holt hielt die Festpredigt und sprach über das Priestertum und die Arbeit eines Seelsorgers im Weinberg des Herrn. Verschönert wurde die Festmesse durch gesangliche und musikalische Darbietungen des Kammerchores und des Kammerorchesters Oberpleis unter der Leitung von Kurt Wirtz. Die Glückwünsche der Pfarrgemeinde überbrachte Heinz Lindlar. Da Pfarrer Müller auf eine persönliche Laudatio und auf ein persönliches Geschenk verzichtet hatte, gab Lindlar einen historischen Rückblick auf die Geschichte der Pfarrgemeinde.
Seit 1800 ist Pfarrer Müller nun der neunte Geistliche in Oberpleis. Da alle Geistlichen als Pastöre nach Oberpleis gekommen sind und dort ihren Lebensabend verbracht haben, meinte Lindlar scherzhaft: 'Damit ist ihr Traum vom Kardinalshut ausgeträumt.' Zugleich lobte Lindlar damit aber auch die Gemeinde: ‚Sie ist gut, und in ihr lässt sich gut leben.‘ Der evangelische Amtsbruder, Pfarrer Finke, würdigte die gute Ökumene und brachte dem Silberjubilar eine Schallplatte mit Liedern zu Ehren der Gottesmutter mit. Die beiden Kindergärten aus Sandscheid und Oberpleis umrahmten zur Freude des Geistlichen die Feierstunde, die als Pfarrfamilienfest gestaltet wurde, mit Liedern und einigen Folkloretänzchen. Der Sandscheider Kindergarten überreichte einen Blumenstrauß und ein Geschenk mit zahlreichen Bildern, von den Kindern selbst gemalt. Der Kindergarten aus Oberpleis hatte einen Baum mitgebracht, der mit 25 roten Blüten, von den Kindern aus Krepppapier hergestellt, geschmückt war. Ein Kind wünschte, dass noch viele weitere Blüten den Baum zieren mögen. Der Gemischte Chor des MGV 1856 erfreute den Jubilar mit einem Potpourri bekannter Ostermannmelodien in der Muttersprache von Willi Müller, dessen Wiege in Köln-Deutz stand.
Christel Bäßgen hatte für den Kapellenchor aus Uthweiler ein Lied nach der Melodie ‚Beim Kronenwirt ist heut Jubel und Tanz‘ geschrieben, dass das Leben von Pfarrer Müller in humorvollen Worten schilderte. Ein Lied auf den Pastor gedichtet hatte auch der Jugendchor ‚Hoffnung‘ der Gemeinde nach einem ungarischen Volkslied. Bürgermeister Günter Hank freute sich, dass die Oberpleiser einen echten Rheinländer zum Pastor haben, der nicht nur gut beten, sondern auch gut singen kann, was er im letzten Karneval bewiesen habe. Hank würdigte aber auch die Verdienste von Pfarrer Müller, der sich vor allem der Jugend der Pfarre sehr stark widmet. Diese Ausführungen von Hank wurden mit langanhaltendem Beifall quittiert. In seiner bekannt witzigen Art sagte der Bürgermeister, dass Oberpleis die Kirchengemeinde mit der größten Fläche im Stadtgebiet sei und die einzige Kirche im Stadtgebiet, die einen Eisheiligen zum Patron hat.
Dechant Kochem hatte ein Buch über das Dekanat mitgebracht. Bevor die ‚Schlacht am kalten Büffet‘ begann, sprach Pfarrer Willi Müller Worte des Dankes und betonte, dass die ‚Pleeser Eisenbahn‘ aber auf Schienen fahren könne, die bereits ein Höherer gelegt habe. Die Pfarre St. Pankratius wollte dem Jubilar eine Romreise schenken, doch auf Wunsch des Pfarrers soll das Geld dafür einem Priesteramtskandidaten in der Dritten Welt geschickt werden. Die Teilnehmer der Feierstunde konnten dafür ihren Obolus in den Kirchturm werfen. Ein Modell des Oberpleiser Kirchturmes war in der Aula aufgestellt worden. Zudem wurde ein Spendenkonto bei der Oberpleiser Raiffeisenbank eingerichtet,
Erst knapp zwei Jahre ist Pfarrer Willi Müller Pastor an St. Pankratius in Oberpleis und erfreut sich bereits größter Wertschätzung. 50 Jahre ist der Silberjubilar alt. In Köln-Deutz war er Pfadfinderhäuptling, und die Arbeit mit der Jugend führte ihn zu seinem Priesterberuf. 1957 war Willi Müller von Kardinal Josef Frings zum Priester geweiht worden. Dann folgten vier Jahre Kaplanstätigkeit in Kessenich an St. Nikolaus und neun Jahre in Düsseldorf-Urdenbach. 1970 wurde er Pastor von St. Maternus in Köln. Als Geistlicher hat er dort zusätzlich sieben Jahre lang eine Jugendgruppe geleitet."
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