Aufnahme: 1981
Kolpingsfamilie Oberpleis organisierte Spendenaktion für Polen
"Als der Vorstand der Kolpingsfamilie Oberpleis in diesem Frühjahr beschloss, sich für die notleidende Bevölkerung in Polen einzusetzen, war nicht abzusehen, dass diese Aktion so erfolgreich sein würde. Zunächst war nur vorgesehen, ein Jugendlager der Studentenseelsorge im Bistum Katowiche zu unterstützen. Auf einem besonders dafür eingerichteten Konto bei der Kreissparkasse Oberpleis konnten Spenden eingezahlt werden.
Nun wurde der Höhepunkt erreicht. Am Mittwochabend wurde ein ganzer Lastwagen voller Lebensmittel und anderen Gegenständen, die dringend in Polen benötigt werden, verpackt und auf den Weg nach Polen geschickt. Der Lastwagen wurde von einer Beueler Firma gestellt, die ihrerseits den Hilfstransport durch weitere Spenden und denen eines Geschäftspartners um ein Beträchtliches erhöhte. So besteht der gesamte Transport aus 1,7 Tonnen Zucker, 2,2 Tonnen Brot, 500 Kilogramm Schmalz, 1000 Kilo Mehl, 850 Kilo Milchpulver, 700 Kilo Pflegemittel, 130 Kilo Medikamente, 5,5 Tonnen Verbandsstoffe sowie 60 Oberbetten und Kissen.
Die Medikamente wurden von den Ärzten der Pfarrei für ihre Kollegen in Polen gespendet. Es werden insgesamt 11 Stationen in Polen angefahren, darunter drei Behindertenkinderheime, ein Altenheim, drei Pfarreien, drei Krankenhäuser und eben das Jugendlager der Studentenseelsorge. Die Vorarbeiten der Kolpingsfamilie Oberpleis leiteten die Familie des Vorsitzenden Andreas Müllenholz und Werner Klein. Sie nahmen mehrere Wochen in Anspruch. Dabei wurden die Organisatoren von vielen Helfern, besonders von der Jungkolpinggruppe, unterstützt. Die vielen Pakete wurden im Pfarrheim gelagert, wo sie auch an mehreren Abenden endgültig verpackt wurden. Den Transport nach Polen in einem 12 Meter langen und 25 Tonnen großen Fahrzeug begleiten Heike Klein und Matthias Horn. Zur Belebung der Aktion wurden verschiedene Aktionen durchgeführt. In der Kirche und in den Geschäften wurden Körbe aufgestellt, in die die Leute ihre Spenden ablegen konnten.
Zweiter Transport
Über zehn Tonnen Hilfsgüter nach Polen
Zum zweiten Male schickte die Kolpingsfamilie Oberpleis einen Hilfstransport mit Lebensmitteln, Kleidung und Medikamenten nach Polen. Der Transport verließ am Wochenende Oberpleis in Richtung Kattowitz. Die Aktion, zu der die Kolpingsfamilie alle Hilfswilligen aufgerufen hatte, wurde besonders von der Pfarrgemeinde, von den Ärzten und Apotheken, von der Realschule und von einigen Firmen unterstützt. In drei Fahrzeugen wurden insgesamt 10,5 Tonnen Güter verladen, 7,5 Tonnen Lebensmittel und Medikamente sowie drei Tonnen Kleider. Von der Gesamtmenge sammelte allein die Realschule 3,5 Tonnen. An mehreren Tagen wurden in der Realschule in den Pausen Würstchen verkauft. Bei dieser Aktion kamen 1000 DM ein, die der Polenhilfe zur Verfügung gestellt wurden.
Der Transport wird von acht Personen begleitet. Endstation ist Giraltowice. Dort wird die katholische Pfarrei die Sendung in Empfang nehmen. Nutznießer der Aktion sind Altenpflegeheime und Kinderheime. Im Transport befinden sich auch einige Spielzeuge. Besondere Verdienste um die Aktion hat sich das Ehepaar Andreas und Gerti Müllenholz erworben, die mehrere Wochen jeden Abend diese Aktion betreuten. Beim Packen im Pfarrheim leisteten die Realschüler wiederum tatkräftige Hilfe. Für den Transport stellte sich eine Oberpleiser Firma zur Verfügung.
Zu den Mitfahrern gehören auch Kolpings-Vorsitzender Andreas Müllenholz und Diakon Peter Schmitz. Der Hilfstransport in das östliche Nachbarland hat einen Wert von 50 000 Mark; allein die Medizinhilfe umfasst 10 000 Mark. Pfarrer Müller verabschiedete den Konvoi mit dem Reisesegen. Die Kolpingsfamilie aus Porz-Wahnheide beteiligte sich an der Fahrt."
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