Aufnahme: 1980
Pfarrer Gottfried Stein tritt in den Ruhestand - 43 Jahre Priester - 13 Jahre in Oberpleis
Pfarrer Gottfried Stein von der St. Pankratiusgemeinde Oberpleis tritt am Samstag, dem 15. März 1980, in den wohlverdienten Ruhestand. Fast 13 Jahre lang hat er in der katholischen Gemeinde gewirkt. Er war ein streitbarer Geistlicher in einer streitbaren Gemeinde. Doch die Gemeinde hat mit ihm und er mit der Gemeinde die Anfangsschwierigkeiten überwunden und vieles wurde gemeinsam erreicht. Sein Wunschtraum war der Bau einer neuen Kirche. Doch die Restaurierung der altehrwürdigen Pfarrkirche blieb Verpflichtung, der er sich voll und ganz widmete. Seinem unermüdlichen Einsatz hat es die Pankratiusgemeinde zu verdanken, daß im Dezember 1978 nach 15-jähriger Bauzeit die Kirche feierlichst wieder eröffnet werden konnte. Seine priesterliche Wirkungsstätte war bis zu diesem Zeitpunkt teils Baustelle oder Notkirche. Das bedeutete Entbehrung und Kraft für die vielfältigen Auf gaben.
Pfarrer Stein führte die Sternsingeraktion in der Pleismetropole ein. Bei so manchen langen winterlichen Märschen beschämte er viele jugendliche Mitstreiter, wenn es galt, auch unter schlechten Wetterbedingungen durchzuhalten. Das Andenken an Pfarrer Gottfried Stein wird auch dann weiterleben, wenn in Pastors Garten die Pfarrfeste gefeiert werden, allerdings dann ohne seine eigene Tomatenzüchtung. Und auch die Altenfeste werden ohne des Pastors Käse gefeiert werden, den er jährlich aus seinem Urlaubsort mitbrachte. Außerdem führte Pfarrer Stein für die Inneneinrichtung der Kirche den Silbernen Sonntag ein. Die Oberpleiser haben Pfarrer Stein viel zu verdanken. Meinte doch Heinz Lindlar vom Pfarrgemeinderat: Wenn wir dann abends die angestrahlte Kirche betrachten, sollten wir hin und wieder an unseren Pastor denken und daran, daß die ,Stein-Zeit' doch eine schöne Zeit war. Pfarrer Stein wird seinen Lebensabend in Rheinbreitbach verleben. Dort möge er die Erholung finden, die er so dringend benötigt. 43 Jahre winkte er im Weinberg des Herrn. Am 8. September 1911 erblickte Gottfried Stein als Sohn des Lehrers Hubert Stein und seiner Ehefrau Agnes in Bad Godesberg das Licht der Welt.
Er besuchte das Aloisiuskolleg in Bad Godesberg. Die theologischen Studien absolvierte der angehende Priester vier Jahre in Bonn und zwei Jahre in Bensberg. Durch den damaligen Kardinal Schulte wurde Gottfried Stein am 4. Februar 1937 zum Priester geweiht. Die erste Arbeit im Weinberg des Herrn vollbrachte er in Bachem bei Frechen. Elf Jahre wirkte er dann als Kaplan in Alfter. 1948 berief der Bischof den jungen Priester für fünf Jahre als Kaplan an die Pfarre Herz-Jesu in Köln. Bis 1953 wirkte er im Rheinland. Dann begann sein seelsorgerisches Wirken im Ausland. In Australien mit Standort Sydney betreute er die deutschsprachigen Katholiken. Weiter führte ihn sein Lebensweg nach Brüssel und Antwerpen. Doch diese Tätigkeit füllte ihn nicht ganz aus und so ließ er sich 1956 nach Santiago de Chile versetzen. Dort blieb er drei Jahre. Wiederum war sein Wirkungskreis aufgrund der Ausdehnung des Landes weit bemessen. Nachdem die Heimat ihn wieder hatte, wurde ihm die Pfarrei in Rheinbreitbach von 1959 bis 1967 übertragen. Die Erweiterung der Kirche leitete er dort ein. Seit August 1967 war er dann Pastor in Oberpleis. gst.
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