Die heilige Klara und der heilige Bernhard überreichen dem Jesuskind einen Rosenkranz (Vermutlich erstes Altarbild der Eisbacher Marienkapelle)
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Aufnahme: 1979 (Bericht)

Die heilige Klara und der heilige Bernhard überreichen dem Jesuskind einen Rosenkranz (Vermutlich erstes Altarbild der Eisbacher Marienkapelle)

Zur Geschichte der Kapelle und den Priesterberufen in Eisbach

An der Stelle, wo sich oberhalb des Dorfes an einer Weggabelung die jetzige Kapelle erhebt, stand seit mehreren hundert Jahren zwischen zwei mächtigen Kastanienbäumen ein Heiligenhäuschen mit einem Bild der Gottesmutter. Alte Leute berichten von früher, daß neben dem Bild Krücken hingen, zur Erinnerung an Gottes und seiner Heiligen Mutter Hilfe in mancher Not.

So suchte auch - es war im Jahre 1844 - Peter Kirschbaum aus Eisbach in einem schweren Anliegen den Weg dorthin. Seine Frau erwartete ein Kind und es stand bedenklich um beide. Es war das erste Kind, das die Eheleute Kirschbaum erwarteten. Da gelobte Peter Kirschbaum der Gottesmutter, wenn seine Frau ihre bisher schwerste Stunde gut überstehen würde, wolle er an dieser Stelle zum Dank eine richtige Kapelle bauen. Wenn Gott ihm aber einen Sohn schenken wolle und dieser brav und fromm bliebe und Neigung zum Priesterberufe zeigen würde, dann solle ihm kein Opfer zu schwer sein, und ihm das Studium hierzu zu ermöglichen. Sein inständiges Beten wurde erhört.

Seine Frau überstand wider Erwarten glücklich die schwere Stunde und Gott schenkte ihnen einen gesunden Sohn, der obendrein schon in frühen Kinderjahren durch seine Frömmigkeit auffiel und wie in einer alten Familienchronik zu lesen ist, bereits als drei- bis vierjähriges Kind seine Großmutter zum Heiligenhäuschen begleitete. Dort erhielt er von ihr Anleitung, den Rosenkranz zu beten. Als Zwölfjähriger gestand er den Eltern, daß er sich nichts sehnlicher wünsche, als Priester zu werden und sein Leben Gott und seiner Heiligen Mutter zu weihen. Die Eltern waren überglücklich und ermöglichten ihrem einzigen Sohn den Besuch des Apostelgymnasiums in Köln, von wo er nach sehr gut bestandenem Abitur zum Theologiestudium nach Rom ging. Dort wurde ihm im Jahre 1869 im Deutschen Kolleg die heilige Priesterweihe erteilt. Unterdessen entstand unter schweren finanziellen Opfern des alten Vaters Kirschbaum und besonders mit der Unterstützung von dörflichen Nachbarn und Verwandten an der Stelle des alten Heiligenhäuschens eine neue Kapelle, die der Rosenkranzkönigin geweiht wurde.

Als dann im Jahre 1870 wegen des Ausbruchs des deutsch-französischen Krieges Johannes Kirschbaum als glücklicher Jungpriester von Rom in seine Heimat zurückkehrte, da konnte er zur größten Freude seiner Umwelt sein erstes heiliges Meßopfer auf deutschem Boden in Eisbach feiern. Dieses Meßopfer wurde in der neuen Kapelle gefeiert. Damit wurde die Kapelle gleich ihrem neuen und weiterem heiligen Dienst geweiht.

Die Eisbacher waren sehr froh und glücklich über diese Kapelle. Viele Leute gingen täglich zur Muttergotteskapelle und beteten um neue Priester. So ist es gewiß nicht zuletzt diesem vielen Beten zuzuschreiben, wenn nach Pfarrer Dr. Kirschbaum noch weitere Priester hervorgingen. Nicht ganz zufällig waren alle mit Pfarrer Dr. Kirschbaum verwandt. 1883 wurde dessen Vetter, Dr. Peter Gratzfeld, zum Priester geweiht, und zwar auch in Rom, wo er ebenso wie sein älterer Vetter seine philosophischen und theologischen Studien mit dem doppelten Doktorgrad abschließen konnte. Nach einem schicksalsreichen und gesegneten Priesterleben starb er 1922 als Oberpfarrer von St. Nikolaus in Aachen.

Ihm folgte 1904 als Sohn eines weiteren Vetters Priester Johannes Weber aus Eisbach, der während seiner Studien in Theuse, Belgien dem Orden des heiligen Vinzens beitrat, und überall da, wohin ihn seine Ordensobern schickten, wegen seiner tiefen Frömmigkeit und seines großen Seeleneifers unvergessen ist. Nachdem er als Seelsorger im St. Vinzenshaus in Köln-Nippes tätig war, starb er 1944 in Belgien. Als nächster durfte der Neffe von Msgr. Dr. Gratzfeld, Peter Buchholz, im Jahre 1911 seine Primiz in Eisbach feiern.

Die Primiztage der verschiedenen Priester waren jedesmal ein großes Dorffest, ebenso wie andere große Kapellenfeste, die Fünfzigjahrfeier 1920, die Bittwallfahrten zur Muttergottes von Eisbach 1935 und 1936, bei Gelegenheit von Prälat Peter Buchholz silbernem Priesterjubiläum, wo als Zeichen der vielen schweren Anliegen jener notvollen Jahre ein Bild der schmerzhaften Mutter auf dem Altare Aufstellung fand.

Heute grüßt das Bild aus einer Nische an der Vorderseite der Kapelle die Vorübergehenden und bittet zu schauen, „ob wohl ein Schmerz gleich sei ihrem Schmerze." Die Kapelle wurde im letzten Krieg stark beschädigt. Sie wurde aber mehrfach restauriert. 1949 stand sie zunächst in alter Schönheit da, und konnte bewundert werden. Man erwarb einen kostbaren, alten Barockaltar. Dazu kam noch eine prächtige holzgeschnitzte Muttergottesfigur. Bei der Weiterführung der Restaurierung der Kapelle konnte durch Spenden der Gemeinde ein langgehegter Wunsch in Erfüllung gehen: Neben der vollständigen Erneuerung des Daches und des Turmes wurde die Kapelle etwas vergrößert und eine kleine Sakristei angebaut. In der Kapelle gibt es ein Bild von St. Klara und St. Dominikus.

Heute grüßt die Kapelle aus Eisbach in der Prälat-Buchholz-Straße weithin das Land. Wenn man vor der Kapelle steht, dehnt sie sich nach links aus. Mit ihren bunten, aus einzelnen Teilen ineinander gesetzten vier Glasfenstern ist sie hübsch anzusehen. Hinten breitet sich eine halbrunde Apsis aus. Links an der Kapelle ist ein hölzerner Vorbau, der erst seit ein paar Jahren besteht. Oben, auf dem Dach, ist ein spitzes Türmchen mit einem goldenen Hahn. Der Vorbau besteht aus einer nicht allzuhohen Wand, an der Sitzbänke befestigt sind. Das wirkt sehr gemütlich. Dann ist in einem Außenfenster die „Schmerzhafte Mutter". Darunter steht: „Schaued ob ein Schmerz gleich sei meinem Schmerze".

Die Kapelle ist von ein paar Tannen und Birken umgeben. Links von ihr ist ein kleiner Garten, in dem sich das Grab von Prälat Buchholz befindet. Eine Steinplatte bedeckt sein Grab und dahinter befindet sich ein Denkmal des auferstandenen Christus, das ihm zu Ehren gesetzt wurde. Auch dort ist noch eine noch etwas verwitterte Bank. Kleine Büsche wachsen dort. Seitlich an der Kapelle ist eine steinerne Tafel, auf der ein kurzer Lebenslauf von Prälat Buchholz geschrieben steht. Blumenschalen schmücken sein Grab.

Eine mächtige Holztür gibt die Kapelle frei. Wenn man eintritt, geht rechts eine Treppe hoch. Sie führt zu einer Empore. Links ist eine Tür, die zu einer kleinen Sakristei führt. Ein Messingeimerchen dient als Weihwassergefäß. Ein Glöckchen hängt über der Tür. Zwei Bänke dienen den Besuchern als Sitzgelegenheit. Davor ist ein großes Gitter, das vor Einbrüchen schützen soll, denn der Altar ist sehr kostbar. Weitere zehn Bänke sind hinter dem Gitter. Zwei Stufen führen zum Altar. Rechts von ihm ist eine kleine Platte an der Wand, wo die Wein- und Wasserkännchen abgestellt werden können.

Der Altar besteht aus einem goldenen aus Ranken und Blumen geschwungenen Gebilde und der Figur der ,,wunderschön prächtigen, hohen und mächtigen." An jeder Seite sind zwei Fenster. Zwischen den Fenstern auf der rechten Seite hängt ein Bild auf dem zwei Hirten und die Muttergottes mit dem Jesuskind zu sehen sind. An der linken Wand hängt ein großes hölzernes Kreuz. linken Wand hängt ein großes hölzernes Kreuz.

 Marienkapelle in Eisbach mit der Grabstelle von Prälat Peter Buchholz (1979).

 Grabstelle von Prälat Peter Buchholz an der Marienkapelle in Eisbach

 Die Eisbacher Marienkapelle vor 1966

Quelle
Festschrift: 50 Jahre Kolpingsfamilie Oberpleis 1979, Seiten 133 - 137; Bericht: Andrea Gerits
Zur Verfügung gestellt von
Willi Joliet 360° Rundblick in der Marienkapelle
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Kolpingsfamilie Oberpleis 50 Jahre Katholische Kirche Oberpleis
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