Kolpingsfamilie Oberpleis im Jubiläumsjahr 1979

Abgebildete Personen

Aufnahme: 1979 (Bericht von 1995)

Kolpingsfamilie Oberpleis im Jubiläumsjahr 1979

Dieses Foto zeigt die Kolpingsfamilie Oberpleis im Jahre des 50jährigen Bestehens auf der Treppe im Schulzentrum Oberpleis. Sie hatte 1979 etwa 170 Mitglieder.

"Die Kolpingsfamilie Oberpleis

Als Vorgänger und gewissermaßen Wegbereiter muß man den Oberpleiser Jünglingsverein betrachten.Im Jahre 1969 sprach der damalige Präses Kaplan Heribert Bauer im Grußwort den Kolpingsbrüdern seinen Dank für 40 Jahre Liebesdienst an jungen Menschen, Familie, Kirche und Staat aus. In kurzen Sätzen hatte er alles einbezogen was soziales Engagement und Freizeitopfer ausmacht. Als am 3. März 1929 30 junge Männer, vorwiegend Handwerks­ gesellen, in Oberpleis den Katholischen Gesellenverein gründeten, war unter ihnen einer, der auch heute noch mit Sachverstand und Umsicht dem Verein die Treue hält, Seniorenveteran Josef Neuhöfer. Erstmalig trat man mit einer Ausstellung ‚Werkschau des jungen Handwerks‘ an die Öffentlichkeit und 1360 interessierte Besucher konnten die Leistungen bewundern.

Die Umbenennung in ‚Deutsche Kolpingsfamilie‘ erfolgte im Jahre 1933. Trotz der enormen Schwierigkeiten, die das nationalsozialistische System allen Vereinen bereitete, die sich nicht der braunen Coleur bedienten, dauerten die Aktivitäten bis zum Jahr 1940. Mit 44 Gefallenen und Vermißten hatten die Kolpingssöhne einen herben Verlust erlitten. Als einer der ersten Vereine im Oberpleiser Raum begann man schon im September 1945 wieder mit der Arbeit, und von 37 Versammlungsteilnehmern stieg die Zahl der Mitglieder im nächsten Jahr auf stattliche 82. Auf allen Gebieten und Bereichen des täglichen Lebens, zumindest die Älteren unter uns haben die Kriegsverwüstungen noch in Erinnerung, waren die Kolpingssöhne mit hilfreicher Arbeit zur Stelle.

Das Jubelfest im Jahre 1954 zum 25-jährigen Bestehen wurde feierlich gestaltet, und der Eisbacher Prälat Peter Buchholz hielt die Gedenkrede. Nach 37 Jahren mußte sich um ein neues Vereinslokal bemüht werden. Der Gasthof von Jakob Lichtenberg wurde verkauft, aber man fand in der direkten Nachbarschaft beim, ‘Poss-Matthes-Hein‘ schnell eine neue Bleibe. Die Zahl der Mitglieder war im Jahr 1967 auf 160 angewachsen. Die bisherige Arbeit in Bezug auf die Einrichtung von Kursen und Lehrgängen wurde ab 1966 dem Volksbildungswerk überlassen, dessen Leitung in den Händen vom Mitglied der Kolpingsfamilie Herbert Krämer lag. Mit einem reichhaltigen Programm feierte man den 40. Jahrestag der Gründung. Musikalisch waren hier das Kammerorchester Oberpleis unter Leitung von Kantor Kurt Bruno Wirtz und Siegfried Keymes als Solist beteiligt. Die kommunale Neuordnung ging auch an der Kolpingsfamilie nicht spurlos vorüber. Zuständigkeiten wurden geändert, Präses Kaplan Heribert Bauer wurde nach Köln versetzt und aus Gründen, die im Nachhinein niemand mehr imstande ist zu erklären, ließ die Zusammenarbeit mit den Gremien der Kirche zu wünschen übrig. Des ungeachtet traf man sich monatlich beim kommunalen Frühschoppen mit den Ratsmitgliedern. 1971 trat Substidiar Pfarrer Johann Preuß das Amt des Präses an und eine neue Satzung brachte Änderungen innerhalb des Vereins mit sich, Dieter Fehlemann wurde der 1. Vorsitzende. In seiner Amtszeit wurden mehrere große Reisen u. a. nach Berlin, Oslo und Paris unternommen. Die Reiseleitung lag in den Händen von Erich Westhofen bzw. Andreas Müllenholz.

1973 wurde Alfons Wegen zum Vorsitzenden gewählt, der sich in Sachen Zusammenarbeit mit der Kirche bemühte. Man bildete einen Kreis, der u. a. die Herausgabe der künftig sechsmal jährlich erscheinenden „Pfarrfamilie" forcieren sollte. Ein großes Zeltlager im Westerwald diente auch dazu, die Jugendarbeit zu pflegen. Im nächsten Jahr stellten die Kolpingsöhne durch ihren 1. Vorsitzenden und seine Gattin Maria das Oberpleiser Prinzenpaar. Die vielfach auf der Basis persönlicher Kontakte zustande gekommenen Ferienfreizeiten wurden in alle Himmelsrichtungen ausgedehnt. Die Neugründung des ‚Bezirks Siebengebirge‘ war das bemerkenswerteste Ereignis des Jahres 1976. Neben den Bildungsvorträgen gab es jetzt auch eine Gruppengymnastik der Jugend und einen Fotokurs. Die Generalversammlung 1977 brachte klare Verhältnisse in Bezug auf die einzelnen Sachgebiete, deren sieben gebildet wurden und in Andreas Müllenholz, Herrn. Jos. Hermes, T. Lissek, K. Petrikowski, Berta Pickel, J. Waskowiak und Angelika Reuter­ Zens ihre ‚Bereichsleiter‘ hatte. Oberstudienrat Josef Weyler hatte das Amt des Präses übernommen und im kommenden Jahr übernahm man die Mitträgerschaft im Verein für das Haus der Jugend. Das Jubiläumsjahr 1979 stand im Zeichen zahlreicher Festveranstaltungen und der Herausgabe einer großen Festschrift, deren Schlußwort ungekürzt wiedergegeben werden soll: ‚Dank gebührt denjenigen, die uneigennützig zum Gelingen unserer Programme beigetragen haben. Möge die Kraft der aktiven Mitglieder nie erlahmen, damit das Werk Adolf Kolpings hier in Oberpleis auch in Zukunft wachsen und gedeihen möge‘.

So ganz nebenher weiß der Verfasser noch aus seiner frühen Jugend zu berichten. Sein Schulumweg führte häufig an der Kölner Minoritenkirche (Grabeskirche des Gesellenvaters Adolf Kolping) vorbei, wo das Unterschriftenbuch zu seiner Seligsprechung auslag. Gemeinsam mit zahlreichen Klassenkameraden wurde immer wieder unterschrieben. Seit dem Jahre 1985 ist Tbomas Lissek Vorsitzender. Als 2. Vorsitzender fungiert Andreas Müllenholz. 1989 erhielt Josef Neuhöfer aus Anlaß seiner 65-jährigen Zugehörigkeit zur Kolpingsfamilie ein e Urkunde und die Silberne Gedenkmedaille des Kolpingwerkes. Am 27. Oktober 1991 erfolgte die Seligsprechung Adolf Kolpings in Rom. Jährlich am 1. Adventssonntag wallfahren die Kolpingsfamilien des Siebengebirges nach Köln. Das ‚Internationale Kolpingwerk‘ ist in 30 Ländern vertreten, so in Südamerika, Afrika und Indien. Mit der Unterstützung der deutschen Kolpingsfamilien erlernen junge Menschen in den Entwicklungsländern einen Beruf, um ihren Unterhalt für sich und ihre Familien bestreiten zu können. Im nächsten Jahr wird eine 10-DM-Gedenkmünze in der Bundesrepublik herauskommen mit dem Bild Adolf Kolpings und der Inschrift ‚Tätige Liebe heilt alle Wunden‘."

Quelle
Aus der Broschüre "Leben in und um Oberpleis", Seite 74, Kreissparkasse Oberpleis 1995; Text: Karl Hermann Uhlenbroch
Zur Verfügung gestellt von
Wilbert Fuhr: Broschüre; Michael Haaks: Foto Bilder und Berichte in der Vitrine: Kolpingsfamilie Oberpleis
Räume & Galerien
Katholische Kirche Oberpleis
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