Pfingsten 1979 in London - Kolpingfahrt nach London

Aufnahme: 1979

Pfingsten 1979 in London - Kolpingfahrt nach London

"Niemand kennt London wie es wirklich ist; am wenigsten diejenigen, die ihr ganzes Leben hier gelebt und gearbeitet haben.  Besucher werden oft um ihren untrüglichen Instinkt beneidet, mit dem sie neue Tatsachen und Standpunkte aufspüren, aber selbst ihr Eifer kann in der ihnen zur Verfügung stehenden beschränkten Zeit nicht das ganze Gebiet erfassen - Groß-Londen dehnt sich über mehr als 1800 qkm aus." Diesen aus einem Reiseführer abgeschriebenen Hinweis möchte ich meiner Bemühung voranstellen, die Studienfahrt der Kolpingsfamilie Oberpleis über Pfingsten nach London zu beschreiben, wobei es sich wegen der Fülle des gebotenen  Programms nur in Kurzform handeln kann.

75 Teilnehmer fanden sich am 31.5. so rechtzeitig am Parkplatz Dollendorfer Straße ein, daß die Fahrt in zwei  Bussen bereits um 5.30 Uhr beginnen konnte. Über die Autobahn nach Aachen, dann über Antwerpen, Gent und Brügge, erreichten wir gegen Mittag die  Abfahrtsstelle der belgischen Fähre nach Dover in Ostende.  Reibungslos konnte übergesetzt werden. Die Fähre älterer Bauart hatte u.a. auch ein Restaurant an Bord, in welchem wir das von der Reiseleitung vorbestellte Mittagessen gemeinsam einnehmen konnten. Nach etwa 3 1/2 Stunden Fahrt, bei der von uns niemand seekrank wurde - vorsichtshalber hatte Reiseleiter Müllenholz Tabletten als Gegenmittel verteilt - , landeten wir in Dover.

Die Weiterfahrt auf der A 2 durch die englische Grafschaft Kent, über Canterbury, Rochester und Dartfort stellte an die Busfahrer Peter Krautscheid und seine Frau höchste Anforderungen. Nicht nur der Verkehrsdichte wegen, sondern auch das Linksfahrgebot mußte ja beachtet werden. Unsere Reiseleiter, Andreas Müllenholz und Josef Meurer, waren aufmerksame Beifahrer. Am späten Abend erreichten wir das für uns reservierte Hotel mit dem klingenden Namen "Continental " im Südwesten der Stadt. Zu spät stellte es sich heraus, daß es mehr eine Herberge war und für unsere Verhältnisse nicht propper. Daher faßte A. Müllenholz den Vorsatz, sich schnellstmöglich nach einer anderen Bleibe für uns umzusehen. Das gelang ihm wegen der bereits vorgeschrittenen Zeit erst am nächsten Tag, wobei ihm die von dem London Tourist  Board gestellten Fremdenführerinnen hilfreich zur Seite standen. Am 1.6. früh wurde zur Stadtrundfahrt aufgebrochen. Sie führte uns um und durch die City zu den Sehenswürdigkeiten, die man zumindest mit dem Auge erfassen muß, wenn man in London ist. Nur einige sollen genannt werden: Westminster und der Buckingham Palace, der Big Ben, der Tower und die Tower Bridge, die St. Pauls-Kathedrale etc.

Nicht nur die Besichtigung des Tower mit seinen Waffensammlungen und den hier aufbewahrten Kronjuwelen, sondern auch das gemeinsame Mittagessen in einem sehr guten Restaurant waren angenehme Unterbrechungen der Rundfahrt. Der Umzug aus dem "Conti " in das "West Centre Hotel" an der Lillie Road konnte erfreulicherweise nach Beendigung derselben erfolgen. Wir taten nichts lieber als das. Hier in dem neuen Hotel war für uns eine Bleibe, die unseren Vorstellungen entsprach. Den Vormittag des 2. 7. hatte jeder zur freien Verfügung. Er wurde weidlich genutzt. Während der gemeinsamen Abendrundfahrt durch London mit dem Besuch einiger Pubs (Kneipen) bot uns der Fremdenführer eine Vorstellung besonderer Art. Er sprach zwar gut dem Bier und seinem Kaugummi zu, weniger dafür uns aber an. Dennoch kamen wir auf unsere Kosten. Nach dem Kirch­gang in der römisch-katholischen Westminster Cathedral am Pfingstsonntag begann für uns der Ausflug nach Schloß Windsor.

In Hampton Court konnten der wunderschöne Park und die Außenanlagen des von Kardinal Wolsey 1514 erbauten Königspalastes kurz besichtigt werden und im Großen Saal des Great Fosters, einem 1550 erbauten Schloß, das jetzt  zu einem Gasthof  umfunktioniert  wurde,  nahmen wir unser Mittagessen ein.  Der zu diesem Gasthof gehörende wundervolle Garten lud zu einem kurzen Spaziergang ein. Schloß  Windsor war an diesem Pfingsttage der Anziehungspunkt vieler, vieler Menschen. Bei der Besichtigung des Schlosses ließen wir uns von der Menge und von den Fremdenführern treiben - schön brav nach englischer Art versteht sich, immer der Reihe nach. Erst zum Abendessen waren wir wieder in unserem Hotel.

Auf  der Heimfahrt am 2. Pfingsttag konnte1 wir den aufkommenden regen Morgen­ verkehr Londons beobachten; denn für die  Engländer ist dieser Tag ein Werktag. Schnell durchfuhren wir  die Grafschaft Kent und gelangten rechtzeitig nach Dover. Einschiffung hier und Landung in Ostende waren schon Routine. Wegen eines fehlenden Papiers für den großen Bus verzögerte sich die Weiterfahrt nach Hause um ca. eine Stunde. Mitter­nacht war' s bereits, als wir wieder gesund und munter, aber mit weicher, auf dem Schiff eingekaufter Billigbutter in den Tüten, in Oberpleis eintrafen. Fazit : Schön war die Reise!

Kurt Petrikowski

Quelle
Pfarrfamilie Nr. 4, September 1979; Bericht: Kurt Petrikowski
Zur Verfügung gestellt von
Edith Jarzombek / Pfarrarchiv St. Pankratius Oberpleis
Räume & Galerien
Katholische Kirche Oberpleis Presseberichte Presseberichte 1 (bis 1989)
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