Aufnahme: 1979
Halbzeitbilanz der Pfarrmission in St. Pankratius Oberpleis
Am Sonntagnachmittag wurde in der Pfarrei St. Pankratius in Königswinter-Oberpleis mit einer feierlichen Marienandacht die zweite Halbzeit der Volksmission eingeläutet. Seit bald zwanzig Jahren nach der letzten Missionszeit besinnen sich in dieser 14- tägigen Volksmission die Oberpleiser Katholiken zusammen mit den Oblatenpatres Wand und Gildehaus aus Aachen wieder besonders intensiv der christlichen Werte. Bei den täglichen Missionspredigten faßt inzwischen die Oberpleiser Propsteikirche kaum alle Gläubigen, die seit Missionsbeginn in immer größeren Scharen in das Gotteshaus drängen. Grund dafür: Die Patres sprechen mit der Sprache des Volkes dessen Bedrängnisse und Sorgen an. In Predigten, Diskussionen mit verschiedenen Altersgruppen und persönlichen Gesprächen wollen die Oblatenmissionare den Oberpleiser Gläubigen helfen, diese persönlichen Probleme aber auch die der Zeit zu durchdenken und Antworten aus dem Glauben an Christus zu finden. Immer mehr fühlen sich die Bürger angesprochen, so daß man von einer erfolgversprechenden Bilanz an diesem Sonntag der Missionsmitte ausgehen konnte.
Die Missionare sehen in ihrer äußerst aktiven Tätigkeit kein „Wundermittel für die Seelsorge, sondern ein Angebot und eine verstärkte Hilfe für die Pfarrfamilie." Die Menschen sollen, von innerer Unruhe gepackt, aus Gleichgültigkeit und Lethargie aufgerüttelt werden. „Mission heute soll den Menschen glaubensfroh machen", sagte P. Gildehaus, „damit er heute als Christ die Welt mitgestalten kann." P. Wand fügt hinzu, daß „eine Volksmission keine theologischen Kurse im Schnellverfahren" seien, sondern im heutigen weltweiten Wandlungsprozeß „das religiös kirchliche Leben mit erweiterten Orientierungshilfen versehen will."
Wenn das Sprichwort stimmt, daß der Jugend die Zukunft der Kirche gehört, dann kann man sagen, daß es um die Kirche in Oberpleis gar nicht so schlecht bestellt ist, wie man immer munkelt. Denn die Veranstaltungen der Jugendmission haben gezeigt, daß viele junge Menschen sich Gedanken machen über ihr Leben, und wie es mit unserer Welt und mit der Kirche weitergehen soll. Wenn man auch nicht immer einer Meinung war und nicht immer auf einen Nenner kommen konnte, so war es doch immer eine faire Diskussion, die allen etwas gab und die bei den Jugendlichen gut angekommen ist.
Der Altennachmittag am Dienstag, dem 13. November, in der Aula der Realschule hat den über 150 Personen über 70 Jahre viel Freude gemacht, da ernst und heiter gut gemischt waren. Besonders die offene Art der Gottesdienstfeier, der sich eine gemütliche Kaffeerunde anschloß und von allem begrüßt wurde, fand viel Anklang. Mancher Kranke und Gehbehinderte, auch die Bewohner des St. Konstantiahauses, konnte sich schon über den Besuch eines Missionars freuen. Wer noch einen Besuch wünscht, möge sich bitte bei den Missionaren im Pfarramt oder bei Pfarrer Weyler melden.
Einen bisherigen Höhepunkt in der Oberpleiser Mission bildete der „Familiengottesdienst" am Samstag, dem 17. November, der von einer Kindergruppe mitgestaltet worden war. Diese Messe war so gut besucht, daß viele Oberpleiser meinten: „Die Kirche war so voll wie sonst nur in der Christmette!" Das Schülerprogramm ist voll angenommen worden, so daß P. Gildehaus in einer Abendpredigt Lob und Freude äußern konnte: „Die Schüler sind sehr wach und machen prima mit."
Der Freitag, der 23. 11. soll im Rahmen der Volksmission ein besonderer Tag sein, welcher ganz der hl. Eucharistie gewidmet ist. Darum ist auch nach der Abendmesse mit Predigt (Thema: „Die Gemeinde lebt vom Altar" bis 22 Uhr Anbetung in der Kirche um gute Priester- und Ordensberufe. Wie wichtig dieses Gebet ist, haben gerade die Missionstage gezeigt.
Das feierliche Missionsende beginnt mit einem besonderen Gottesdienst für die Jugend am Samstag, dem 24.11„um 17 Uhr in der Pfarrkirche. Das Thema: „Damit Dein Glück nicht vor die Hunde geht" ist in den Jugendmissionsstunden von den Jugendlichen selbst erarbeitet worden. Die musikalische Gestaltung dieser hl. Messe hat die „Band" der Jungkolpinggruppe übernommen. Die Missionspatres hegen die frohe Erwartung und sind guten Mutes, daß sie recht viele Jugendliche zu diesem Gottesdienst begrüßen können.
Den Höhepunkt der Volksmission soll das kommende Wochenende vom 24./25. November bilden, an dem das Thema: „Sonntag - Tag des Herrn, Sonntag - Tag für die Menschen" in den Predigten behandelt wird. In der Schlußfeier um 17 Uhr wird dann in besonders feierlicher Form auch der „Päpstliche Segen" erteilt werden. Neben den angekündigten Beichtzeiten sind die Missionare auch bereit zu persönlichem Beichtgespräch oder Aussprache in der Familie. Zeit und Ort können mit ihnen abgesprochen werden. R.
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