Feierlicher Übergabe-Gottesdienst in der Oberpleiser Pfarrkirche am 17.12.1978

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Aufnahme: 1978

Feierlicher Übergabe-Gottesdienst in der Oberpleiser Pfarrkirche am 17.12.1978

"'Die Kirche soll Mittelpunkt eines Ortes und einer Gemeinde und der Altar Mittelpunkt der Kirche und der Gemeinschaft sein.'

Diese Worte sprach am dritten Adventsonntag der Abt des Siegburger Michaelsberges, Dr. Placidus Mittler, der mit einem Festhochamt in der wiedererstandenen St. Pankratiuskirche zu Oberpleis dieses Gotteshaus wieder dem kirchlichen Dienst übergab. Fahnengeschmückt präsentierte sich das Gotteshaus, als der Abt vom Pfarrhaus mit den Geistlichen aus Oberpleis und Umgebung und den Meßdienern in feierlicher Prozession in die Kirche einzog. Der Gemischte Chor Oberpleis sowie der Kapellenchor aus Uthweiler sangen zu Beginn und zum Abschluß des Gottesdienstes 'Lobt den Herrn' und 'Die Himmel rühmen'. Kammerchor und Kammerorchester Oberpleis verschönerten das Festhochamt mit der Aufführung der Krönungsmesse von Mozart. Die Solostellen sangen Doris Müller (Sopran), Agnes Duebel (Alt), Siegfried Keymes (Tenor) und Heinrich Breuer (Baß).

Die Festpredigt hielt der Siegburger Abt Dr. Mittler. Er gab seiner Freude darüber Ausdruck, dass nach jahrelanger Bauzeit nun die Gemeinde wieder in ein schönes, farbenfrohes Gotteshaus einziehen könne, und dies in der Vorweihnachtszeit und dabei noch an einem so schönen Wintersonntagmorgen. So sei dieser Tag ein Tag der Freude, aber auch ein Tag der Besinnung. Der Abt stellte sich dann die Frage, ob ein solcher Aufwand bei einer Kircheninbetriebnahme heute denn noch zeitgemäß sei. Abt Dr. Mittler gab sich selbst die Antwort, indem er betonte, dass die Kirche verpflichtet sei, ihre Gotteshäuser instand zu halten, und dies besonders bei einem so historischen Bau, wie es die Propsteikirche in Oberpleis sei. Weil die Kirchenzentrale bisher aus Spenden und Kirchensteuermitteln rund 80 Millionen DM für Kirchenbauten und Hilfsmaßnahmen in fernen Ländern ausgibt, müsse das Generalvikariat, und dazu sei es verpflichtet, für die Kirchenrenovierung und –instandsetzung im eigenen Land die entsprechenden Mittel aufwenden.

Am Altar während des heiligen Dienstes sah man neben der Ortsgeistlichkeit auch die Pfarrer der evangelischen Nachbargemeinde, Pfarrer Finke und seinen Vorgänger Pfarrer Lubrich. Im Festgottesdienst sah man auch Bürgermeister Günter Hank und Stadtdirektor Franz-Josef Schmitz. 'Mehr als ein Jahrzehnt habe ich auf diesen Tag gewartet', betonte Oberpleis Pfarrer Gottfried Stein bei seiner Ansprache beim Festakt nach dem Gottesdienst in der Notkirche, in der man mehr als fünf Jahre den Gottesdienst feierte.

Pfarrer Stein sprach allen am Bau Beteiligten, sei es dem Architekten, den Bauleuten oder den Herren der Behörden, seinen Dank aus. Wenn auch alles sehr lange gedauert habe, so hätten doch alle ihr Bestes zum Gelingen des Baues gegeben. Seine größte Freude sei es, dass das Gotteshaus nun zum Weihnachtsfest wieder in solch einem Glanze erstrahlen könne. Zum ersten Male habe er die Oberpleiser Kirche gesehen, als er im Alter von neun Jahren mit seinem Vater durch das Siebengebirge spazierte. Dabei habe er nicht im geringsten daran gedacht, dort einmal Pastor zu werden. Auf den langwierigen Bau zurückkommend meinte Pfarrer Stein humorvoll: 'Manchmal bin ich ja den Bauleuten auf den Wecker gegangen. Aber ich heiße Stein, und Steine sind hart, und ich habe mich hart gezeigt, bis ich mein Ziel erreicht hatte, auch wenn einige Oberpleiser meinten: 'Jahrelang war uns das Oberpleiser Gotteshaus gut, und jetzt kommt da so ein Pastor aus dem Urwald und will alles verändern.'

Pfarrer Stein sprach von der nunmehr schönen Kirche, betonte aber, daß die Krypta noch viel schöner geworden sei und in dieser Krypta werde er sich jetzt öfters mit den Pfarrkindern zum gemeinsamen Gebet treffen. Der Dank des Pastors galt aber auch der Stadt, die er gleichzeitig bat, die Kirche dabei zu unterstützen, den Kirchenvorplatz instandzusetzen. Der Pastor wies auch gleichzeitig auf den schlechten Zustand des Pfarrhauses hin. 'Es gibt wohl nicht viele Oberpleiser, die so primitiv wohnen wie ich.'

Bürgermeister Hank bezeichnete die Oberpleiser Kirche als die Königin der Kirchen im Stadtbereich. Die Pankratiuskirche sei die traditionsreichste Kirche im Pleiser Hügelland und ein Denkmal nationalen Ranges. Pfarrer Finke von der evangelischen Gemeinde sprach den Wunsch aus, daß in dieser renovierten Kirche doch im kommenden Jahr im Zeichen der Wiederverbrüderung ein ökumenischer Gottesdienst gehalten werden möge. Als Geschenk für die Pfarrbücherei brachte Pfarrer Finke den Bildband 'Die große Zeit der Klöster' mit. Als Dank dafür gab ihm Pfarrer Stein den Bruderkuß.

Die Grüße und Glückwünsche der Geistlichkeit des Dekanates überbrachte Dechant Kochem."

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 50, vom 15.12.1978
Zur Verfügung gestellt von
Burga Joliet geb. Schenk
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Katholische Kirche Oberpleis Presseberichte Presseberichte 1 (bis 1989)
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