Aufnahme: 1973
Wienfahrt der Kolpingsfamilie Oberpleis
Zur frühen Morgenstunde am 5. September 1973 trafen die 45 Teilnehmer der Wienfahrt auf dem Schulhof in Oberpleis zusammen und verstauten ihr Gepäck in einem Reisebus der Firma Rötzel. Nachdem dies geschehen war, konnten sie die Reise in Richtung Wien antreten. Gleich zu Beginn der Reise hatten wir bereits einen Höhepunkt der Fahrt. Im Namen der Reisegruppe gratulierte der Reiseleiter dem ältesten Teilnehmer, Herrn Heinrich Reuter, zum 81. Geburtstag. Als Präsent wurde ein Obstkorb überreicht. In zügiger Fahrt strebten wir dann auf der Autobahn gegen Süden. Das Mittagessen nahmen wir in Regensburg ein, nachdem wir Offenbach, Aschaffenburg und Würzburg passiert hatten. Während der Mittagspause ließen sich die meisten die Gelegenheit nicht entgehen, den Regensburger Dom und das umliegende Zentrum der Stadt zu besichtigen. Müde und abgekämpft, aufgrund der hochsommerlichen Temperaturen, kamen wir dann gegen 17.30 Uhr in Passau an. Nach dem Abendessen zogen die meisten los, um auch hier zu besichtigen, was sehenswert war, u. a. den Dom mit der größten Orgel der Welt.
Nach der wohlverdienten Nachtruhe im „Schwarzen Ochsen" und mit neuen Kräften passierten wir dann die Grenze nach Österreich und fuhren entlang der Donau durch das Märchenland, den Strudengau, den Nibelungengau und die Wachau mit ihrer Vielzahl an Schlössern, Burgen und Klöstern nach Wien. Zwischenstation machten wir in Melk mit seinem bekannten Kloster. In Wien angekommen, begaben wir uns nach kurzer Pause und Belegung der Zimmer im Haus „Vindobona'', einem Studentenwohnheim, auf die erste Stadtrundfahrt. Diese führte uns zuerst zum Schloß Schönbrunn, dem Jagd- und Sommerschloß der Habsburger. Von dort aus ging es weiter durch Wien mit seinen vielen Sehenswürdigkeiten. Viel gute Laune und Stimmung gab es dann in Grinzing beim „Heurigen ''. Schrammelmusik und einer kalten Platte. Anschließend hatten wir noch Gelegenheit, eine Fahrt mit dem Riesenrad im Prater zu machen und dann ging es „heimwärts" durch das beleuchtete Wien ins Hotel zuruck.
Am nächsten Tage zog es uns dann ins Burgenland. Von Wien aus fuhren wir zunächst nach Eisenstadt, der Landeshauptstadt des Burgenlandes. Hier besichtigten wir die Bergkirch oder auch Haydnkirche genannt sowie das Haydnmuseum und den Kalvarienberg. Einige nahmen die Gelegenheit wahr, in der Pause den Haydnsaal zu besichtigen, während andere den Durst mit einem guten Wein löschten; denn bekanntlich ist das Burgenland das Weinland Österreichs. Von Eisenstadt aus fuhren wir weiter in Richtung Rust. Hier legten wir eine längere Pause ein, so daß sich jeder erholen konnte. Wahrend die einen sich in den Schatten zurückzogen und einem kühlen Getränk huldigten, zogen es andere vor, mit Booten auf den Neusiedlersee hinauszufahren bzw. schwimmen zu gehen. Auch für unsere Nichtschwimmer war dies ungefährlich, da man ohne weiteres mitten auf dem See die Boote verlassen kann, ohne gleich zu ertrinken, denn die tiefste Stelle im See mißt 1,70 m.
Außen und innen abgekühlt bestiegen wir erneut den Bus und fuhren in Richtung Mörbisch. Bevor wir den eigentlichen Ort richtig besichtigten, kamen wir zuerst an den „Eisernen Vorhang", die österreichisch-ungarische Grenze, die hier mitten durch den Neusiedleree verläuft. Im Seehotel Mörbisch erwartete uns dann bei Zigeunermusik ein ungarisches Abendessen. Im Verlaufe des Abends konnten wir unseren Senior, Herrn Heinrich Reuter, dann nachträglich noch ein Ständchen mit Zigeunermusik bringen und ihn zu einem Ehrenwalzer veranlassen. Die örtliche Fremdenführerin und den Reiseleiter wollte man auch schwitzen sehen und so bestellte man heimlich einen Solotanz, den die beiden dann aufgrund der hochsommerlichen Temperaturen schwitzend und erschöpft hinter sich brachten. Der bereitgestellte Wein war eine wirkliche Wohltat für den Gaumen. Mit Zigeunermusik verabschiedet, verließen wir die gastliche Stätte und fuhren in guter Stimmung, manches schöne alte Lied singend, nach Wien zurück.
Der ganze Samstag stand den Reiseteilnehmern zur freien Verfugung. In Grüppchen eroberten wir nochmals Wien, ob dies nun die verschiedenen Sehenswürdigkeiten waren wie Stephansdom, das Parlament u. a. oder ein kleiner Kaffeeklatsch im Hotel Sacher. Abends mußten wir dann elf Taxis bemühen, um ins Raimund Theater zu gelangen. Hier erfreuten wir uns an der Operette „Wiener Blut" von - Johann Strauß. Den Abschluß bildete dann der Besuch des Rathauskellers oder anderer Lokalitäten.
Am Sonntagvormittag war es soweit, um von Wien Abschied zu nehmen. Über die Autobahn reisten wir in Richtung Salzburg und erreichten gegen 13.00 Uhr den Attersee. Nach dem Mittagessen war Gelegenheit zum Schwimmen, Spazierengehen und Sonstigem. Im Anschluß an die dreistündige Pause fuhren wir über Ried Schärding, der Grenzstation, nach Passau. Welch eine Überraschung, als wir dort ankamen. Es war große Herbstkirmes und diejenigen, die Pützchens Markt durch die Wienfahrt versäumt hatten, kamen noch auf ihre Koste.
Der letzte Reisetag führte uns wiederum über die Autobahn von Passau über Würzburg, Aschaffenburg, Frankfurt, Limburg wohlbehalten zurück nach Oberpleis. Unterwegs nutzten wir die Gelegenheit, um die Walhalla Regensburg einen kurzen Besuch abstatten. Zur Mittagszeit hielten wir Rast in Kitzingen, einem herrlichen Städtchen im Frankenland, direkt an der Bocksbeutelstraße.
Das Wetter war uns während der ganzen Fahrt hold und der Wettergott meinte es oft zu gut mit uns. Trotz der hochsommerlichen Hitze war es für Alle wohl ein Erlebnis.
Andreas Müllenholz
Etwas zu ergänzen?
Kennen Sie abgebildete Personen, das Jahr oder Hintergründe zu diesem Bild? Schicken Sie uns einen Hinweis – wir prüfen ihn und ergänzen das Objekt.