Verdientes Chormitglied ausgezeichnet

Abgebildete Personen

Aufnahme: 1972

Verdientes Chormitglied ausgezeichnet

Die Siebengebirgs-Zeitung berichtete:

Eine freudige Überraschung erlebte Adolf Bellinghausen, langjähriges Mitglied des Kirchenchores Oberpleis, bei der chorinternen Namenstagsfeier des ersten Vorsitzenden, Matthias Müllenholz, die man vor zwei Wochen nach der Probe im „Tannenhof" abhielt. Nachdem die Sänger und Sängerinnen nämlich ihre Glückwünsche ausgesprochen und auf das Wohl des „Namenstagskindes" angestoßen hatten, bat Herr Pfarrer Stein zum Erstaunen aller ums Wort, um ein anderes Mitglied des Chores, Adolf Bellinghausen, mit der höchsten Auszeichnung, die es für einen Sänger gibt, der „Goldenen Sängernadel", zu ehren. Hierbei verlas er ein von Kardinal Höffner unterzeichnetes Glückwunschschreiben, in dem er seine Verdienste als langjähriges Chormitglied würdigte, „dessen ganzes bisheriges Leben dem Gesang gewidmet war, dass er es noch heute für selbstverständlich hält, hiermit Gott zu ehren und die Mitmenschen zu erfreuen."

Adolf Bellinghausen, der vor kurzem 70 Jahre alt wurde, ist einer der wenigen Sänger, die die große Zeit der Männergesangvereine erlebten, und in denen die Begeisterung für diese Musik bis heute wach geblieben ist. Wie sehr er an ihr hängt, zeigt schon die Tatsache, daß es trotz seines Alters die Mühen der wöchentlichen Proben gerne auf sich nimmt. Bereits im Jahre 1919 wurde er Mitglied des Thomasberger Männergesangvereins. Interessant sind die Aufnahmebedingungen, denen auch er sich unterziehen musste: Jedes neue Mitglied besuchte zunächst einmal drei Gesangsabende zur Probe; erst dann wurde im Chor mittels schwarzer und weißer Bohnen über seine Aufnahme in den Verein abgestimmt. Im Frühjahr 1922 zog Herr Bellinghausen nach Westfalen, und schon in den ersten Wochen war er Mitglied in zwei Chören: im Cäcilienchor und im Männergesangverein „Frohsinn" Nachrodt-Einsal. 1928 in die Heimat zurückgekehrt, sang er zunächst wieder in Thomasberg, wurde aber bald von Mitgliedern des Männergesangvereins Oberpleis geworben, der damals von Musikdirektor Theo Kurscheid geleitet wurde und auch die Gottesdienste musikalisch gestaltete.

„Der Weg von Thomasberg machte mir ja nichts aus", bemerkt der Jubilar zu seinem Vereinswechsel. Die uneigennützige Haltung, die daraus und z. B. auch aus der Tatsache spricht, daß er des Öfteren die Vertretung des Küsters in der Oberpleiser Pfarrkirche übernahm, ist eine der Eigenschaften, die alle an ihm schätzen. Dass er innerlich jung geblieben ist, beweist sein ausgezeichnetes Verhältnis zu den jugendlichen Chormitgliedern, deren „moderne" Ansichten er durchaus ernst nimmt, und denen er gerne, ohne sich aufzudrängen, seine Lebenserfahrung zukommen lässt. Von letzterer profitiert der Chor nicht nur in menschlicher, sondern auch in musikalischer Hinsicht, denn die Kenntnisse und die Urteilsfähigkeit, die er sich auf gesanglichem Gebiet erworben hat, kommen bei der Probenarbeit oft allen Sängern zugute. Der Chor gratulierte Herrn Bellinghausen aufs herzlichste und wünschte ihm für die Zukunft alles Gute, in der Hoffnung, daß er der Frau „Musica" auch weiterhin die Treue halten wird.

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 11 vom 10. März 1972
Zur Verfügung gestellt von
Friedrich Müller
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Katholische Kirche Oberpleis Presseberichte Presseberichte 1 (bis 1989)
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