Abgebildete Personen
Aufnahme: 1971
85 Jahre Kirchenchor Oberpleis
Die Siebengebirgs-Zeitung berichtete:
Der Kirchenchor Oberpleis feierte jüngst sein 85. Stiftungsfest. Die Feierlichkeiten begannen mit einem Festhochamt in der Pankratiuskirche und endeten mit einem gemütlichen Beisammensein in der Gaststätte „Im Auel". Unter der Stabführung von Ludwig Kurenbach sang der Jubelchor mit Hilfe der befreundeten Sängerinnen und Sänger des Niederdollendorfer Kirchenchores die „Deutsche Messe" von Willy Trapp. Begleitet wurden die Sänger von Musikern des Stabsmusikkorps der Bundeswehr. Die Messe zelebrierte Subsidiar Pfarrer Preuss, der zum Schluss des Gottesdienstes dem Chor für seine hervorragende gesangliche Ausschmückung des Gottesdienstes dankte. Beim abendlichen gemütlichen Beisammensein verschönerte der Niederdollendorfer Kirchenchor die Stunden durch mehrere gesangliche Vorträge.
Niederdollendorfs Vorsitzender Willy Schoroth überreichte dem Vorsitzenden des Oberpleiser Cäcilienchores, Matthias Müllenholz, ein Rosenangebinde. Der Chor gratulierte zum Jubelfeste mit einem „Hoch". Fast alle Sängerinnen und Sänger erfreuten mit kleineren Darbietungen. Vorsitzender Müllenholz sang mehrere Schlager von Franz Weckauff. Zur Unterhaltung spielte Edgar Zens auf. Ehrengäste waren Präses Pfarrer Stein und Subsidiar Pfarrer Preuss.
Der Kirchenchor wurde 1886 von Mitgliedern des 30 Jahre zuvor gegründeten Männergesangvereins gebildet. Diese jungen Leute hatten sich dem Kirchengesang verschrieben und bis zur Gründung des Kirchenchores im Jahre 1886 den Kirchengesang gepflegt.
Bernhard Mohr war von etwa 1920 bis 1936 Chorleiter und Organist. Obwohl er keine musikalische Ausbildung erfahren hatte, schrieb er selbst Chorsätze für den Kirchenchor, der nur aus Männern bestand. Pfarrer Lemmen, der selbst ein begeisterter Orgelspieler war, äußerte sich lobend über die Fähigkeiten von Bernhard Mohr. 1936 übernahm für zwei Jahre Josef Hambüchen das Amt des Chorleiters, Küsters und Organisten. Er wurde 1938 von Johannes Schenk abgelöst. Nach dem Tode von Schenk, der 1952 verstarb, übernahm Kantor Kurt Wirtz die Leitung des Chores. Unter seiner Stabführung erlebte der Chor eine Zeit der höchsten Blüte. 1968 übernahm Kurt Wirtz eine andere Stelle. Für ein Jahr wurde Karl-Heinz Klasen Chordirigent, und seit zwei Jahren dirigiert Ludwig Kurenbach den Oberpleiser Chor und den befreundeten Niederdollendorfer Kirchenchor.
Durch die veränderten Zeitverhältnisse bedingt ist der Jubelchor zurzeit an Mitgliedern „schwach auf den Füßen". Nur etwa 20 Sängerinnen und Sänger lassen ihre Stimme zur Ehre Gottes ertönen. Matthias Müllenholz, der bereits seit 25 Jahren dem Chor angehört, ist seit sechs Jahren Vorsitzender. Sein Vorgänger war Rektor Bernd Pickel. Leider ist das Protokollbuch nicht mehr vorhanden, außerdem wurden durch Pfarrer Dick, um die damaligen Chormitglieder vor den Machthabern des Dritten Reiches zu schützen, einige Seiten entfernt. Im Jahre 1936 traten die ersten Frauen und Mädchen dem Kirchenchor bei. Seit 35 Jahren gehören dem Chor an und sind damit die ältesten Sänger: Josef Zens, Peter Zens, Adolf Bellinghausen und Matthias Müllenholz.
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