„Messias" und „Weihnachtsoratorium" - Kirchenchor, Kammerorchester und Solisten boten erstaunliche Leistungen

Aufnahme: 1965

„Messias" und „Weihnachtsoratorium" - Kirchenchor, Kammerorchester und Solisten boten erstaunliche Leistungen

Im Chor der stilvoll beleuchteten romanischen Propsteikirche erklangen am Nachmittag des 3. Adventssonntages G. F. Händels „Messias" (1.Teil) und J. S. Bachs „Weihnachtsoratorium" (2. u. 3. Teil) zur Ehre des Schöpfers und zur Erbauung zahlreicher Zuhörer von nah und fern. Die etwas gewagt erscheinende Verbindung beider Werke gelang dank glücklicher thematischer Auswahl gefällig und überzeugend.

Vom „Tröste dich, mein Volk!" (Messias) bis hin zum „Seid froh, dieweil, daß euer Heil ist hie ein Gott und auch ein Mensch geboren" (Weihnachtsoratorium) war ein weiter heilsgeschichtlicher Weg, an dessen Ende Händels berühmtes, himmelhochjauchzendes „Halleluja" die musizierenden Pilger belohnte.

Der aus 40 Sängerinnen und Sängern bestehende Chor beherrschte seine Partien meisterhaft und bewies eine bemerkenswerte dynamische Musikalität. Die als ruhende Pole zwischen die großen dramatischen Chöre und bewegten Arien eingestreuten Choräle zeugten von Würde und Weihe.

Als Solisten zeigten Resl Bellinghausen-Schenk (Sopran), Dorothea Birkhäuser-Rankenhohn (Alt). Siegfried Keymes (Tenor) und Heinrich Breuer (Baß) hohes technisches Können und Einfühlungsvermögen.

Die kristallklare Stimme der Sopranistin paßte vorzüglich für die Engelspartie und hob sich im Duett mit dem Baß angemessen von den Holzbläsern ab.

Liebevoll, weich und auch in den tiefsten Partien tragend verdient der voluminös sehr entfaltete Alt genannt zu werden.

Reife Leistungen zeigte der über den Siegkreis hinaus bekannte Tenor Siegfried Keymes. Sowohl die ruhigen Cantilenen als auch die spritzige, vom Technischen her das Letzte fordernde Hirtenarie interpretierte er meisterhaft.       

Sonor und majestätisch klang der Baß des früheren Oberpleiser Rektors und jetzigen Schulrates Hainich Breuer.

Ein besonderes Lob gebührt den Streichern des Kammerorchesters. Das Zusammenspiel mit den Holzbläsern vom Stabs-Musikkorps Siegburg und den Trompetern des Städtischen Orchesters Bonn war straff und musikantisch, die Anpassung an Chor und Solisten geschmeidig.

An Cembalett und Orgel wirkten sicher Margot Kremer (Cembalett) und Karl Bennerscheid (Orgel).

Nicht vergessen sei schließlich die Hauptperson des Abends: Dirigent Kantor  Kurt Wirtz. Durch seine Initiative, Organisation und Interpretationsgabe wurde in Oberpleis eine Leistung möglich, die hohen Ansprüchen genügte. Mit schlichten und prägnanten Zeichen, die sich bis zum Furioso steigern konnten, führte und suggerierte er vom Dirigentenpult aus Chor und Musiker in souveräner Weise. kg.

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 52 vom 24.12.1965
Zur Verfügung gestellt von
Rudolf Pieper (SZ) Kammerorchester Oberpleis - Kirchenchor St. Pankratius
Räume & Galerien
Katholische Kirche Oberpleis Kulturelles Presseberichte Presseberichte 1 (bis 1989) Vereine
Aufrufe
190

Etwas zu ergänzen?

Kennen Sie abgebildete Personen, das Jahr oder Hintergründe zu diesem Bild? Schicken Sie uns einen Hinweis – wir prüfen ihn und ergänzen das Objekt.