Aufnahme: 1961
Prälat Peter Buchholz
Peter Buchholz wurde am 31. Januar 1888 in Eisbach geboren. Nach der Volksschule in Oberpleis besuchte er das Königlich - Preußische Gymnasium in Neuss (heutiges Quirinus - Gymnasium). Ab 1907 studierte er Katholische Theologie an der Rheinischen Friedrich - Wilhelm - Universität in Bonn.
Am 20.8.1911 wurde er im Kölner Dom zum Priester geweiht und erlebte den Ersten Weltkrieg ab dem 10.8.1914 als Divisionspfarrer an der Front. Nach Kriegsende wirkte er als Kaplan und Religionslehrer in Essen und wurde dort am 3.7.1926 zum Strafanstaltspfarrer berufen. Als Gefängnisseelsorger war er ab 1941 in Düsseldorf tätig, ab dem 22.8.1943 dann als Oberpfarrer am NS - Hinrichtungsgefängnis in Berlin-Plötzensee. Die Alliierten beriefen ihn für die Zeit von Mai 1945 bis Ende 1946 zum Beirat für kirchliche Angelegenheiten in den Berliner Magistrat.
Danach setzte Peter Buchholz seine Tätigkeit als Gefängnisseelsorger in Düsseldorf fort. Am 1.2.1953 trat er in den Ruhestand. Er verstarb am 4. Mai 1963 und wurde neben der Eisbacher Marienkapelle beigesetzt. Mit dieser hatte er sich immer sehr verbunden gefühlt.
Das Foto wurde anlässlich seines 40-jährigen Priesterjubiläums aufgenommen.
"Zu den bis in unsere Zeit hinein bewegenden Nachrichten aus den Jahren nationalsozialistischer Verfolgung und Unterdrückung gehörte die Hoffnung der Regimegegner, die Nachgeborenen möchten sich an die erinnern, die im Kampf gegen Hitler augenscheinlich unterlegen waren, an ihre Ziele und Wünsche, an ihre Einsamkeit und ihren dennoch bewiesenen Zukunftsoptimismus. ... Bei der Erfüllung dieser letzten Wünsche waren sie jedoch auf jene Gefängnisgeistlichen angewiesen, die sich zu Mittlern zwischen den Todgeweihten und den Nachlebenden machten." Einer jener Gefängnisgeistlichen, der wohl bedeutendste neben dem evangelischen Harald Poelschau, war der katholische Prälat Peter Buchholz. Er stellte sich der schweren menschlichen Aufgabe, auf die er durch eine lange Erfahrung als Gefängnisgeistlicher vorbereitet war. "Er wusste, dass er Unschuldige begleitete und hatte doch keine Möglichkeit, dem Henker in den Arm zu fallen. ... Buchholz wurde auf diese Weise selbst zum Bekenner, denn seine Aufgabe verlangte eine Zurückhaltung, die vielleicht, ebenso wie das unmittelbare Leiden der Opfer unsere Vorstellungskraft übersteigt."
(Peter Steinbach, Direktor der "Gedenkstätte Deutscher Widerstand in Berlin")
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