Volksbildungswerk Oberpleis, gestaltet von der Kolpingsfamilie Oberpleis.

Aufnahme: 1952

Volksbildungswerk Oberpleis, gestaltet von der Kolpingsfamilie Oberpleis.

"Winterhalbjahr 1952/53
Wir freuen uns und begrüßen die nicht erlahmende Initiative der Oberpleiser Kolpingsfamilie, die im kommenden Winterhalbjahr die Erwachsenenbildung über den Rahmen ihrer ureigensten Aufgabe hinaus in einem umfangreichen Programm durchführt, das in seiner wohldurchdachten Ausgestaltung gewiß vielen Wünschen gerecht werden wird.
Volksbildung tut nach der jüngsten Vergangenheit wirklich not, um nicht nur gewisse Bildungslücken, die vornehmlich bei jungen Menschen durch den Krieg entstanden sind, teilweise wieder zu schließen, sondern auch den Begriff der echten Demokratie in seinem ganzen Umfange und seiner Auswirkung allen Volksschichten näherzubringen. In diesem Zusammenhange empfiehlt es sich ein besonderes Augenmerk auf die Herstellung des Kontaktes zwischen den Menschen aller Berufsstände zu werfen. Das Bemühen um den Menschen, ihn zu interessieren für Dinge, die ihm vieleicht bisher fremd oder unerreichbar waren, sollte die vornehmste Aufgabe des Volksbildungswerkes sein, gleichviel, wer es betreibt.
Wir wünschen der Einrichtung innerhalb der Kolpingsfamilie, die auch vom weltanschaulichen Standpunkte aus betrachtet die geeignete Plattform für diese Arbeit bietet, den gebührenden Erfolg.

QUINK                                                                                                LINDENSTREICH
Bürgermeister                                                                                     Amtsdirektor

Das nachfolgende Programm des diesjährigen Volksbildungswerkes für die Gemeinde Oberpleis fußt auf den Erfahrungen, die im vergangenen Winterhalbjahr gemacht wurden und will den Bemühungen der staatlichen und kommunalen Stellen weitgehendst Rechnung tragen. Die Kolpingsfamilie will damit auch in diesem Jahre dem Gemeinwohl dienen, indem sie in Vortragsabenden und Aussprachen, wie auch in Einzelkursen Erwachsenen und Jugendlichen die Möglichkeit gibt, sich in Beruf und Alltag weiterzubilden oder doch wenigstens anregen zu lassen.

Wenn daneben ein Winterprogramm der Kolpingsfamilie entwickelt worden ist, so zeigt dies lediglich, wie notwendig in jeder modernen Familie eine geistige Ausbildung und Vertiefung ist. Alle Strömungen und Kräfte unserer Zeit und Umwelt müssen erfaßt und ausgewertet werden, damit die Allgemeinbildung auch in unserer Gemeinde eine Erweiterung und Bereicherung erfährt, die sicherlich dem Einzelnen wie der Gemeinde von Nutzen ist Wir laden alle zur Teilnahme an diesem Werk ein, die diesen Gedanken wohlwollend gegenüberstehen!

HEINZ LOSEM                                                                                      KAPLAN BIEROTH
Senior                                                                                                 Praeses

Volksbildungswerk  Oberpleis

Mittwoch, den 26. November, 20 Uhr bei J. Lichtenberg
Dr. Karl Röder, Landwirtschaftsrat, Die Fütterungslehre

Montag, den 1. Dezember, 20 Uhr bei J. Lichtenberg
Dr. Eg. Schneider, Hat das christliche Dorf noch eine Zukunft?

Dienstag, den 16. Dezember, 20 Uhr im  Kinosaal
P. W. Bieroth, Kaplan, Süddeutsche Kunstfahrt (farbige Bildfolge)

Dienstag, den 6. Januar, 20 Uhr im  Pfarrsaal
Laienspielschar, Punkt 6 der Tagesordnung (ein heiteres Spiel)

Donnerstag, den 8. Januar, 20 Uhr bei J. Lichtenberg
J. Müller, Ref. und Geschäftsführer des rhein. Landwirtschaftsverbandes,
Landwirtschaftliche Steuern und Erbrechtsfragen

Dienstag, den 20. Januar, 20 Uhr bei J. Lichtenberg
Hermann  Siebertz, D.A.G. Troisdorf,
Das Betriebsverfassungsgesetz und seine Auswirkungen für Alle

Dienstag, den 3. Februar, 20 Uhr in der Schule
Lehrer K. Meurer mit seinem Quartett,
Joseph Haydn, an Hand eines seiner Tonwerke.

Sonnabend, den 14. Februar, 19,11 Uhr im Kinosaal
Große Narrensitzung in Oberpleis

Dienstag, den 3.  März, 20 Uhr bei J. Lichtenberg
Josef Neuhöfer, Das Schulgesetz im Lande Nordrhein-Westfalen und die Mitwirkung der Eltern in den Schulpflegschaften

Dienstag, den  17. März, 20 Uhr bei J. Lichtenberg
Karl Meurer, Lehrer, Neue Lehrmethoden in der Volksschule - wie können die Eltern dabei helfen?

Kurse:

1. Rechnen für Beruf und Alltag
donnerstags 20 Uhr, Leitung Rektor Gossen
Beginn 27. November in der Schule

2. Stenographie für Anfänger,
dienstags 18 Uhr
Stenographie für Fortgeschrittene
dienstags 19.30 Uhr
Leitung Frl. Helene Kremer, Beginn 25. November in der Schule

3. Kunstschrift und Reklamezeichnen
mittwochs 19 Uhr
Leitung Kunstgraphiker Bachem, Beginn 26. November in der Schule

4. Handarbeit, Web- und Bastarbeiten
montags 18.30-20.15 Uhr
Leitung Gew.-O.-Lehrerin Krahek, Beginn 24. November in der Schule

5. Hausmusik für Blockflöten* Leitung Lehrer Meurer

6. Hausmusik für Streichinstrumente* Leitung Lehrer Meurer

7. Elektr. und autogenes Schweißen* Leitung Obermeister Müller

8. Polieren der diversen Holzarten*
* Zeit und Ort der Kurse 5.-8. werden nach Übereinkunft mit den Kursusteilnehmern geregelt und festgesetzt.
Zu allen Kursen werden die Teilnehmer gebeten, ihre Meldung in einer Liste vorzunehmen, die in der Gastwirtschaft J. l.ichtenberg ausgelegt ist. Bei einigen Kursen wird ein geringer Unkostenbeitrag erhoben.
Meldeschluß 23. November

Winter-Programm der Kolpingsfamilie

Montag, den 17. November, 20 Uhr bei J. Lichtenberg
Kaplan Bieroth, Was sagen die verschiedenen Weltreligionen über das Leben nach dem Tode.

Montag, den 24. November, 20 Uhr bei J. Lichtenberg
Alfons Wegen, Aktuelles aus dem Zeitgeschehen (Reportage)

Sonntag, den 7. Dezember KOLPING-GEDENKTAG
8 Uhr Gemeinschaftsmesse für die Lebenden und Verstorbenen, Gefallenen und Vermißten der Kolpingsfamilie, anschließend Kranzniederlegung am Ehrenmal
9 Uhr Gemeinsames Frühstück, anschließend Morgenfeier zum Gedenken des großen Sozialreformers und Erziehers Adolf Kolping

Montag, den 29. Dezember, 20 Uhr bei J.  Lichtenberg
Fritz Neuhöfer, Familien-Erziehung im Sinne Adolf Kolpings

Sonntag,  den 4. Januar, 20 Uhr im Pfarrsaal
Die  Laienspielschar, Punkt 6 der Tagesordnung (Ein heiteres Spiel)

Montag, den 12. Januar, 20 Uhr bei J.  Lichtenberg
Lehrer Karl Gast, Sind Träume immer Schäume? (Offenbarungen aus den Tiefen der Seele)

Montag, den 26. Januar, 20 Uhr bei J. Lichtenberg
Lehrer M. Niederstein, Die Bewohnbarkeit der Planeten

Montag, den 9. Februar, 20 Uhr bei J. Lichtenberg
Amtsrentmeister Weber, Die Gemeindeverwaltung (Gem.-Parlament, Haushaltplan u.a.m.)

Rosenmontag, den 16. Februar, 17.11 Uhr im Kinosaal
Kappensitzung der „närrischen Gesellen" mit anschl. Tanz

Montag, den 23.  Februar, 20 Uhr bei J. Lichtenberg
Arzt Günther Bussen, Volksgeißel „Krebs"

Montag, den 9. März, 20 Uhr bei J.  Lichtenberg
K. Gast mit den Laienspielern, Ein farbiges Kabarett-Programm nach der „Bratpfanne"

Montag, den 23. März, 20 Uhr bei J. Lichtenberg
Ger.-Referendar Br. Kremer, Das neue Familienrecht und die Gleichberechtigung der Frau

Palmsonntag, den 29. März, von 9-18 Uhr
Tag der Einkehr und Besinnung •

Ab 18. Januar ist an den 8 aufeinanderfolgenden Sonntagen um 17 Uhr ein Kursus für Brautleute und solche, die es noch werden wollen. Anmeldungen hierzu werden wie für die Kurse beim Volksbildungswerk bei J. Lichtenberg entgegengenommen.

Quelle
Pfarrblatt Nr. 23 vom 09. November 1952
Zur Verfügung gestellt von
Herbert Krämer, aus dem Nachlass von Pfarrer Hans Wichert
Räume & Galerien
Katholische Kirche Oberpleis
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