Abgebildete Personen
Aufnahme: 1950
Die Spielschar der Kolpingsfamilie beim Märchenspiel "Dornröschen"
"Das Spiel vom Dornröschen war eine Stunde großer Freude und weckt die Erinnerung an die ebenso frohen Stunden, die uns Hänsel und Gretel und die Heinzelmännchen geschenkt hatten. Gern hält das Pfarrblatt die Erinnerung an das Spiel fest, um für spätere Zeiten zu bewahren, was uns Freud und Leid gebracht hat, was unseren Tagen Sorge und Aufgabe war.
Es ist ein schönes Zeichen, daß unsere Pfarrjugend das Märchenspiel pflegt. Es ist ein ebenso schönes Zeichen, daß sie unter den Großen und Kleinen so viel dankbare Zuhörer findet. Wer Märchen spielt, und sie lebendig zu machen versteht, und wer einem solchen Märchenspiel mit innerer Teilnahme zuhört und zuschaut, hat noch einen Sinn für echte und reine Freude. Das aber kann und muß man unserer Jugend nachsagen, daß ihre Märchengestalten lachen und weinen, scherzen und drohen, sprechen und singen aus einem unverbrauchten Herzen. Unsere Jungen und Mädchen, die großen und die kleinen, sind keine Schauspieler und wollen es auch nicht sein. Sie spielen so, wie sie sind, nur ein wenig fürs Zusammenspiel geformt von einem aus ihren eigenen Reihen, der mit Leib und Seele am Spiel hängt. Aber gerade das spricht uns an, daß unsere Jugend keine Rolle spielen will, sondern in den Gestalten lebt.
Es soll hier niemand mit Namen genannt werden. Das würde unserem Spielen den eigentlichen und schönsten Sinn nehmen. Dankbar wollen wir sein für die schönen Stunden, die uns unsere Jugend geschenkt hat. Diese Dankbarkeit verbinden Seelsorger und Lehrer, Eltern und alle Freunde der Jugend mit der Hoffnung, daß solche Jugend sich ihres eigenen Wertes bewußt bleibt und inmitten allen Rummels der Zeit mit frohem und reinem Gemüt, mit frischem und feinem Sinn ihre eigenen Wege geht. Zur Freude Gottes und nicht zuletzt zur wahren Erfüllung ihres Lebens.
Euer Pastor"
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