Ausflug des Kirchenchors St. Pankratius Oberpleis nach Attendorn

Abgebildete Personen

Aufnahme: 1949

Ausflug des Kirchenchors St. Pankratius Oberpleis nach Attendorn

Bus mit Anhänger - das waren noch Zeiten!

„Es war die erste größere Fahrt des Kirchenchores seit vielen Jahren. Wohl hat der Chor in den vergangenen Jahren manch schönen Familientag in der Heimat gestaltet. Aber auf Fahrt hatte er sich noch nicht gewagt. Gerade darum war's auch so schön am Sonntag, dem 28. August. „Wer etwas will gelten, der komme selten“. Dies alte Wort hat sich auch diesmal bewahrheitet. Ich habe es übrigens als Junge schon einmal in einer merkwürdigen Situation kennengelernt: Ich besuchte mit meinem besten Freund dessen Paten. Da fanden wir das oben genannte Sprichwort in großen Buchstaben an der Tür angebracht, die zu der Wohnung des alten Sonderlings führte. Es hat uns damals einigermaßen die Sprache verschlagen. Seine Geltung aber hat das Wort dafür doch behalten. Das haben wir alle am Sonntag erlebt.

Trotz Regen und Nebel! „Uns geht die Sonne nicht unter“: Das haben wir nicht nur gesungen, das haben wir auch erfahren. Nicht nur, daß vom Mittag bis zum Abend die helle Sonne Wolken und Nebel durchbrach und verscheuchte, sondern auch und vielmehr noch in der strahlenden Freude junger und alter Herzen, die den ganzen Tag durchsonnt und erfüllt hat. Ja ich glaube, unsere Jugend hat auf der Hinfahrt garnicht einmal gemerkt, daß es wirklich regnete. So groß war ihre Freude, so hell und unbeschwert war ihr Lachen und Singen. Vielen „Alten“ hat es das Herz mit froh gemacht.

Überhaupt das Singen! Wir sind nicht irgendwo als fremder Kirchenchor aufgetreten und haben keine vierstimmigen Lieder zu Gehör gebracht, aber wir haben gesungen den ganzen Tag, am Morgen und am Abend, bei Regen und Sonnenschein. Die schönen, Herz und  Gemüt ansprechenden Volkslieder, alte und neue Weisen von Freude, Liebe und Leid haben wir gesungen. Sie formten sich von selbst als Wander- und Fahrtenlieder am Morgen und stille Abendlieder bei der hereinbrechenden Nacht.

Wir haben die Aggertalsperre gesehen, in Nebel und Sonne, und drei große Fische darin entdeckt, die sich nachher als Jugend des Kirchenchores entpuppten. Wir sind an der Listertalsperre vorbeigefahren, regelrecht vorbei. Wir haben ein gutes Stück des Bergischen Landes und des Sauerlandes kennen gelernt. Wir haben die Tropfsteinhöhlen in Attendorn besucht und dabei viele Erklärungen und noch schönere Randbemerkungen gehört. Wir haben am Abend noch an der Kirmes in Waldbröl teilgehabt und haben noch viel anderes Schönes erlebt. Aber wir hätten ebenso gut anderswo hinfahren können und es wäre ebenso schön gewesen, weil wir die Freude in uns trugen. Und so wollen wir zusammen bleiben als frohe Gemeinschaft, die all sonntäglich zur Ehre Gottes singt und von daher sich den Sinn für echte und reine Freude bewahrt, bis wir ein andermal wieder auf eine ebenso schöne Fahrt gehen, wie es diese erste gewesen ist.“

Euer Pastor.

Quelle
Pfarrblatt Nr. 10 vom 18. September 1949
Zur Verfügung gestellt von
Mathilde Bellinghausen: Foto; Fotograf unbekannt
Räume & Galerien
Katholische Kirche Oberpleis Kulturelles
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