Zum Fest des hl. Pankratius - der ganzen Pfarrgemeinde den Gruß ihrer Seelsorger
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Aufnahme: 1949

Zum Fest des hl. Pankratius - der ganzen Pfarrgemeinde den Gruß ihrer Seelsorger

"Erstmalig nach vielen Jahren soll in neuem Gewand unser Pfarrblatt wieder erscheinen. Es soll die Brücke schlagen zwischen Euch und Euren Seelsorgern. Es soll Euch alle zwei Wochen unterrichten über unser Pfarrleben: über die Gottesdienstordnung, die Arbeit der Kolpingsfamilie und die Gruppenabende der Pfarrjugend, über besondere Veranstaltungen und alle Ereignisse, an denen eine lebendige Pfarrgemeinde Anteil nimmt.

Es soll uns die Möglichkeit schaffen, unsere Gedanken und Sorgen, unsere Anregungen und Bitten ausführlicher und eindringlicher zur Kenntnis, besser und deutlicher zu Gehör zu bringen, als die uns knapp bemessene Zeit der sonntäglichen Kanzel Verkündigung erlaubt. Euch aber soll es die Möglichkeit geben, diese unsere Gedanken und Bitten zu überdenken und zu prüfen. Es soll insbesondere die Brücke schlagen zwischen allen Seelsorgebezirken unserer weiträumigen Pfarrgemeinde und soll endlich auch alle die mit der Pfarrkirche und dem Pfarrleben verbinden, die unser Wort, von der Kanzel nicht oder nicht mehr erreicht: die Alten und die Kranken, die aus gewichtigen Gründen Verhinderten und die in andere näher liegende Gotteshäuser zeitweilig Abwandernde, aber auch die aus nichtssagenden Gründen Fernbleibenden und die gänzlich Fremd- und vor Gott Heimatlos gewordenen. Möge das neue Pfarrblatt im Letzten Brücke werden, die uns alle miteinander Gott und der Ewigkeit entgegenführt.

St. Pankratius.
Das Martyrologium - das Heldenbuch des Reiches Gottes - vermeldet unter dem 12. Mai …
'In Rom starb an der Aurelischen Straße der Märtyrer Pankratius. Er war erst 14 Jahre alt, als er unter dem Kaiser Diokletian das Martyrium durch das Schwert vollendete'.

Die geschichtlichen Aufzeichnungen gerade über unsere jugendlichen Märtyrer beschränken sich zumeist auf den Namen und den Tod. Die heilige Jugend der Kirche trägt das doppelte Siegel Christ: in Taufe und Martyrium. Das genügt, um ihr Andenken in der Kirche Christi auf immer zu bewahren. Vom hl. Pankratius wissen wir aus geschichtlichen Quellen: Seine sterblichen Überreste wurden an einer heiligen Stätte vor den Toren Roms beigesetzt, ganz nahe der Aurelischen Straße, wo er den Tod erlitt. Diese heilige Stätte, die auch die Gebeine anderer Christen barg, trug für immer seinen Namen. Papst Symmachus erbaute um das Jahr 500 eine Basilika über dieser geweihten Stätte, dahin am Weißen Sonntag die Täuflinge zogen, ihre weißen Taufkleider ablegten und ihre Taufgelübte erneuerten, um sich mit ihrem Glauben und ihrer Reinheit unter den besonderen Schutz des jugendlichen Heiligen zu stellen, der so tapferen und reinen Herzens lebte und starb. Diese Basilika steht noch heute unverändert in der Heiligen Stadt.

Je ärmer die geschichtlichen Aufzeichnungen sind, umso reicher umwebt die Legende unseren jungen Märtyrer. Vom hl. Pankratius erzählt die Legende, wie er, - beheimatet in Phrygien, dem heutigen Kleinasien - früh seine Eltern verlor, die als reiche Patrizier auch ihre Güter in Rom besaßen. So wandert denn - nach der Legende der vierzehnjährige Pankratius nach Rom, dem Mittelpunkt der Welt, beseelt von jugendlicher Sehnsucht nach Leben und Erleben. Das Leben findet er anders, als er es sich gedacht, er findet es in Christus, der dem hochherzigen Knaben in den Weg tritt und ihn zu seinem Dienst beruft.

Papst Cornelius selbst tauft ihn, und seitdem nimmt Pankratius am Opfer und Opfermahl der kleinen verborgenen Gemeinde teil, bis er selbst eines Tages zum Opfer der Verfolgung wird. Vor Diokletian geführt, bleibt er furchtlos und tapfer. Der Kaiser findet Wohlgefallen an dem edlen Knaben, sucht ihn zu überreden mit glänzenden Versprechungen und zu schrecken mit harten Drohungen. Beides beantwortet Pankratius mit den gleichen Worten: „Bin ich auch an Jahren noch ein Kind, so wohnt doch die Wahrheit und die Kraft unseres Herrn Jesus Christus in mir.“ Das machte er in seinem Sterben wahr. An der Via Aurelia erleidet er den Märtyrertod für Christus seinen Herrn.

Diese Tapferkeit und Treue gegenüber seinem Taufgelöbnis ließ St. Pankratius zum Schutzpatron aller Neugetauften werden und von daher zum Schützer des Eides überhaupt. Er ist zugleich einer der vierzehn heiligen Nothelfer.
Euer Pastor"

Quelle
Pfarrblatt Nr. 1 vom 25. Juni 1949
Zur Verfügung gestellt von
Pfarrbüro St. Pankratius Oberpleis
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Katholische Kirche Oberpleis
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