Abgebildete Personen
Aufnahme: 1935
Kath. Frauen- und Mütterverein Oberpleis vor der Chorruine Heisterbach
DIE KATHOLISCHE FRAUENGEMEINSCHAFT
Bei der Aufzählung und Vorstellung der Vereine in unserer Pfarre darf einer nicht vergessen werden: es handelt sich um die Katholische Frauengemeinschaft. Bei Kriegsende konnte sie auf eine lange Vergangenheit zurückblicken. Nachdem die Arbeit acht Jahre lang geruht hatte, erklärten 1953/54 viele Frauen wieder ihren neuen Beitritt zu dem - wie er damals noch genannt wurde - "Frauen- und Mütterverein". Am 14. Juli 1954 lud Pfarrer Hans Wichert zu einer Besprechung ein und gründete einen neuen Vorstand. Vorsitzende wurde damals Frau Katharina Nagel, Frau Christine Könsgen nahm für 17 Jahre die Aufgabe der Kassiererin wahr, Frau Margarete Kraemer wurde Schriftführerin. Nach dem Tode von Frau Nagel war Frau Christine Pohl eine Zeit lang Vorsitzende. Darauf übernahm Frau Könsgen diesen Posten mit. Ihre Tätigkeit sei hier besonders gewürdigt. Nach ihr wurde Frau Margarete Kraemer zur Vorsitzenden gewählt, und seit 1. März 1971 ist Frau Franziska Schenk Hauptkassiererin.
Was ist nun die Aufgabe der Katholischen Frauengemeinschaft? Wie die Änderung des Namens schon andeutet, betrachtet sie sich nicht als Verein und steht auch nicht, wie früher, nur verheirateten Frauen offen. Sie will ein Ort der Kommunikation sein und die Gemeinschaft pflegen. Durch Förderung tätiger Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft will sie Hilfe für jeden in seiner jeweiligen Lage bieten und Außenstehenden und Hinzugezogenen den Kontakt zur Gemeinschaft erleichtern. Sie ist auch karitativ tätig und nimmt, wo andere entsprechende Organisationen fehlen, Bildungsaufgaben wahr. Zur Erfüllung dieser Aufgaben wohnt in jedem Ort mindestens eine Förderin, die die dortigen Mitglieder zu Hause besucht. Die Förderinnen - bei uns sind es 28 - treffen sich vierteljährlich zu einer Besprechung.
In den ersten Jahren nach ihrer Wiedergründung machte man der Katholischen Frauengemeinschaft zur Auflage, jedes Jahr eine Wallfahrt zu unternehmen. Heute findet stattdessen ein Ausflug statt, der sich immer durch eine gute Atmosphäre auszeichnet. So ging es dieses Jahr, wie angekündigt, am 15. August mit 13o Teilnehmern nach Kevelaer. Die Gemeinschaft führte auch längere Urlaubsfahrten durch - z.B. nach Einsiedeln (Schweiz), nach Inzell und Altötting, nach Bichelbach (Tirol), nach Intra (Lago Maggiore) -, die den oft viel beschäftigten Frauen sehr zur Erholung dienen. Eine Reise zum Attersee im Salzkammergut ist geplant. Jedes Jahr findet über den jeweiligen Ausflug ein Dia-Vortrag statt, allerdings auch über andere Themen, wie z.B. das Konzil oder die Südsee.
Der karitativen Aufgabe kommt die Frauengemeinschaft durch Spenden nach. So wurde bereits Geld nach Kongo, für die Opfer einer Flutkatastrophe in Pakistan und für ein indisches Priesterseminar in Aldona auf Goa überwiesen. Die karitative Tätigkeit innerhalb der Pfarrgemeinde liegt in den Händen des Pfarrers und des Pfarrgemeinderats, ebenso auch die Verteilung von Weihnachtsgeschenken an die älteren Mitglieder der Gemeinde, die zeitweilig die Frauengemeinschaft übernommen hatte. Sie führt bei uns keine Vortragsabende oder Koch- bzw. Nähkurse durch, wie es in einigen anderen Gemeinden geschieht, da sich bei uns ein reges "Volksbildungswerk" befindet und ein Pfarrzentrum mit den dazugehörigen Einrichtungen fehlt.
Besonders hinzuweisen wäre noch auf die Wanderungen, die jeden ersten Dienstag im Monat stattfinden.
Einige Ziele waren bisher das Adenauer-Grab in Rhöndorf, der Gertrudenhof, der Oelberg und die Löwenburg. Eine Bootfahrt auf dem Rhein ist geplant. Das Ende dieser Ausflüge bildet immer ein gemütliches Kaffeetrinken (Treffpunkt: 13,45 Uhr an der Raiffeisenbank Oberpleis). Auch Andersgläubige, Auswärtige und Nichtmitglieder sind gerne bei allen Veranstaltungen willkommen. Entgegen der landläufigen Meinung sind auch viele jüngere Frauen in der Katholischen Frauengemeinschaft, die in Oberpleis etwa 3oo Mitglieder zählt. Gerade weil sie durch ihre Familie sehr gefordert werden, dürfte für sie der Kontakt mit anderen Frauen und das Gespräch zur Erholung und Erleichterung beitragen. Die Dachorganisation gibt eine Zeitschrift mit dem Titel "Frau und Mutter" heraus, die wegen ihres fortschrittlichen und anspruchsvollen Inhaltes sehr zu empfehlen ist. Falls Sie sich für die Zeitschrift oder eine Mitgliedschaft interessieren, geben Frau Margarete Kraemer (Tel. 65o3) oder Frau Franziska Schenk (Tel. 3550) gerne Auskunft.
Hans Peter Dix (nach einem Gespräch mit
Frau Margarete Kraemer und
Frau Franziska Schenk)
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