Aufnahme: 1934
Plakatschriftkurs der Kolpingsfamilie unter Leitung von Adolf Wendel
Das Bildungsangebot der Kolpingsfamilie sollte und mußte erweitert und ausgebaut werden. Wie aber sollte die Finanzierung erfolgen? Bisher wurden alle Einzelvorträge, Theatervorstellungen, Filmvorführungen und Podiumsdiskussionen einzeln abgerechnet. Dabei mußten jeweils Teilnehmerlisten, Kostenrechnungen usw. vorgelegt werden.
Jede Veranstaltung wurde getrennt bezuschußt. Wenn jedoch die Kolpingsfamilie das Angebot nicht ausbauen würde, käme vielleicht ein anderer Träger, der ähnliche Angebote - jedoch mit einer anderen Zielrichtung - der Bevölkerung unterbreiten würde.
Nach langen Beratungen im Vorstand - bei vielen guten Zigarren unseres Präses Kronen - wurde Ende 1963 beschlossen, das Volksbildungswerk Oberpleis unter der Trägerschaft der Kolpingsfamilie wieder aufleben zu lassen.
Wie war es vorher mit dem Volksbildungswerk?
Im Jahre 1954 hatte die Gemeinde Oberpleis verschiedene Volksbildungswerke (VBW) gegründet.
Das Oberpleiser Volksbildungswerk arbeitete von 1954 bis 1961. Am 12.1. 1962 teilte der Leiter des Volksbildungswerkes mit, daß er die Tätigkeit beenden möchte, da in Oberpleis nur eine geringe Anzahl von Interessenten für die Veranstaltungen des Volksbildungswerkes verblieben seien. Das Volksbildungswerk wurde daraufhin 1962 aufgelöst.
Kein Wunder, denn die Programme der Kolpingsfamilie waren so attraktiv, daß für die übrigen Veranstalter kein Raum mehr blieb.
Der Gemeinderat Oberpleis beschloß am 2.4.1964, daß der Kolpingsfamilie Oberpleis die Haushaltsmittel von DM 2.000,- für 1964 zur Verfügung gestellt würden, wenn sie die Anerkennung als Träger eines neuen Volksbildungswerkes bei der Regierung beantragen würde.
Die Trägerschaft der Kolpingsfamilie wurde im Gemeinderat einstimmig bestätigt. Bei der Beantragung der Trägerschaft des Volksbildungswerkes wurde jedoch bald bewußt, daß die bisherigen Programme bei weitem nicht ausreichten.
Ein breitgefächertes Kursprogramm mußte angeboten werden. Hinzu kam, daß der Vorstand nun sah, daß eine viel größere Verwaltungsarbeit erforderlich geworden war.
Dazu kam die wichtige Frage: Würden die Bürger das Kursprogramm, die erweiterten Angebote auch dann annehmen, wenn die Kolpingsfamilie Träger dieses neuen Volksbildungswerkes geworden sei?
Manche Bürger wollten nicht mehr von einer rein katholischen Organisation angesprochen werden. Würde dann nicht auch dieses Volksbildungswerk wieder - wie 1962 - ohne große Resonanz zum Sterben verurteilt sein?
Präses Kronen und Fritz Neuhöfer kamen auf die entscheidende Idee: Volksbildungswerk ja.
Trägerschaft der Kolpingsfamilie nein, Trägerschaft durch die Gemeinde, aber Leiter sollte immer ein Mitglied der Kolpingsfamilie sein.
Im Januar 1965 wurde Herbert Krämer, langjähriger Kassierer der Oberpleiser Kolpingsfamilie zum neuen Leiter des Volksbildungswerkes vom Vorstand benannt. Die Gemeinde Oberpleis bestellte ihn am 1.2.1965 zum Leiter des Volksvildungswerkes Oberpleis in der Trägerschaft der Gemeinde Oberpleis.
Am 27.10.1965 nach erfolgreicher Durchführung des ersten Jahres gab der Kultusminister die offizielle Anerkennung des Volksbildungswerkes Oberpleis als Volkhochschule bekannt.
So hatte die Kolpingsfamilie beides, das Volksbildungswerk und einen engagierten Leiter aus seinen Reihen, der im Geiste Adolph Kolpings das kulturelle Leben in Oberpleis maßgeblich mit beeinflußte.
Nach der kommunalen Neugliederung am 1.8.1969 wurde das Volksbildungswerk Oberpleis in die Arbeitsgemeinschaft der Volksbindungswerke der Stadt Königswinter übernommen. Das Volksbildungswerk Oberpleis hat wesentlich dazu beigetragen, den Stadtteil Oberpleis in die neue Stadt Königswinter zu integrieren und damit die Anfangsschwierigkeiten der kommunalen Neugliederung zu überwinden.
1970 konnte Herbert Krämer die Leitung an Frau Väth übertragen, deren Nachfolger war Fritz Karl Birkhäuser - der die Leitung bis 1978 ausübte. Auf Grund der gesetzlichen Vorschriften mußten die Volksbildungswerke der Stadt Bad Honnef und Königswinter zu einer Volkshochschule zusammengeschlossen werden.
Wir hoffen und wünschen, daß der hauptamtliche Leiter der Volkshochschule Siebengebirge - Dr. Vlachos - noch viele und wesentliche Gedanken der Grundvostellungen unserer Kolpingsfamilie Oberpleis in sein Programm einfließen läßt.
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