Aufnahme: 1930 (ca.)
Der Dreikönigsaltar in St. Pankratius Oberpleis
Der Dreikönigsaltar stand im südlichen Querhaus zwischen dem südöstliche Vierungspfeiler und
der südlichen Wand. Der sehr großen Steinrahmen enthält links und oben folgende Inschrift:
"OMNES DE SABA VENIENT AURUM ET THUS DEFERENTES IS LX" (Sie alle kommen
von Saba tragen Gold und Weihrauch herbei Isaias 60. Kapitel)"
Unter dem Retabel steht: "ADORENT EUM OMNES ANGELI DEI" (Alle Engel Gottes sollen
Ihn anbeten)
Der romanische Marienaltar (Aus der Siebengebirgs-Zeitung)
Eines der schönsten Kleinode, welche die Propsteikirche in Oberpleis birgt, ist der alte romanische Marienaltar, die Anbetung der hl. Drei Könige. Ursprünglich war dieses Altarbild an der rechten Seite des Chores in der Wand eingelassen. Bei der Renovierung der Kirche 1882 hat man es herausgenommen und als Altarbild auf
den rechten Seitenaltar gesetzt. Heute krönt dieses Altarbild den Hauptaltar der Pfarrkirche.
Eugen Heinen, Domführer zu Altenberg, schreibt in der Festschrift zur Tausendjahrfeier:
„Das Altarbild besteht aus drei Tafeln, wovon die mittlere aus Marmor die beiden seitlichen aus Tuffstein sind. Die Arbeit stammt aus der Mitte des 12. Jahrhunderts und wohl auch aus der Hand eines rheinischen Meisters. Das Mittelfeld zeigt die Madonna mit dem Kinde, in einem einfachen Sessel mit gedrehtem Stollen sitzend. Zur Rechten die hl. Drei Könige und zur Linken drei Engel. Die Madonna strahlt in ihrer Frontalhaltung und Unbeweglichkeit sowie der Art, wie sie das göttliche Kind auf dem Knie sitzend, vor sich hält, eine königliche Unnahbarkeit aus. Das vollrunde Gesicht mit den herabgesenkten Augenlidern drückt verhaltene innere Freude ihrer königlichen Mutterschaft aus, die an Huldigung der Menschen und der Engel für ihr Kind teilnimmt. Das Haar ist in der Mitte einfach gescheitelt und mit einer breiten Krone gehalten. Durch einen schlichten breiten Rundkragen ist der Kopf in eine gewisse Ruhe hineingedrückt, doch von diesem nach unten beginnt ein köstlicher Faltenwurf, der die ganze Figur auflockert und lebendig macht. Die das Kind leicht umschließenden Hände der Madonna sind ruhig auf Knie gelegt und vermögen so das Zeremoniell der Handlung zu unterstützen.
Die Figuren der Könige nähern sich in der Halbfrontalhaltung der Mittelgruppe. Zu einer fast höfischen Kniebeuge ist das rechte Bein des ersten Königs nach hinten gestellt. Durch die fast kniende und dadurch herabgesenkte erste Figur erhält die Anbetung und Huldigung der Gruppe der Könige ihren betonten Ausdruck. In den Händen tragen die Huldigenden ihre Gefäße mit Gold, Weihrauch und Myrrhen. Aus der Ursache, die Feier zu heben, sind wohl auch die tragenden Hände der nachfolgenden Figuren von der Gewandung umschlungen. In der Mitte sind die Gewänder geschürzt, doch im Faltenwurf etwas grober gehalten als wie die Gewänder der Himmelsgestalten aussehen und dies besonders bei den drei Engeln. Hier finden wir drei fast ganz gleiche Darstellungen. Doch ist auch in dieser Engelgruppe eine gewisse Lebendigkeit zu spüren. Sie sind von einer viel größeren Zartheit wie die der Königsgruppe. Ihre Haltung und Bewegungen zeigen, daß sie aus einer anderen Welt kommen.
Es ist der Rhythmus des Zusammenspiels dieser drei Tafeln besonders reizvoll, doch in ihrem Zusammenklang vermag uns der Altar den Eindruck einer wirklich sakralen Feier sehr schön zu vermitteln, die wohl zur Andacht stimmen kann, das Geheimnis der Menschwerdung des Gottessohnes zu feiern. Es kommt uns etwas von der Lieblichkeit einer strengen gregorianischen Choralmelodie in den Sinn, wenn wir in Andacht dieses Altarbild betrachten“.
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