Kreuzgang der ehemaligen Benediktinerpropstei Oberpleis von Südosten, um 1925

Aufnahme: 1925

Kreuzgang der ehemaligen Benediktinerpropstei Oberpleis von Südosten, um 1925

Das Foto zeigt die Fassade mit älterem Wandputz und Flächen freigelegten Mauerwerks.

Zwischen 1120 und 1150 entstanden südlich der Klosterkirche Klosterbauten mit Kreuzgang um einen Kreuzhof. Die Art der Ausarbeitungen der Kapitelle mit Pflanzenmotiven und geometrischer Ornamente der Kämpfer erlauben die Datierung. Nur der zweigeschossige Westflügel blieb vom Kreuzgang der Propstei erhalten. Im Erdgeschoss weist er fünf Joche auf. Diese sind durch Gurtbögen, die beiderseits auf Halbsäulen mit Kämpfern, Wandkapitellen und Basen mit Ecknasen ruhen, zum Kreuzhof geöffnet. Im Jahre 1998 wurden am Kreuzgang umfangreiche Baumaßnahmen durchgeführt. Diese betrafen vor allem den Propst-Gerhard-Saal (ehem. "Pfarrsaal"). Der nach dem Zweiten Weltkrieg aufgebrachte Dachstuhl aus Holz wurde entfernt und ein neuer Dachstuhl aus Stahlträgern aufgesetzt.

Wilhelm Effmann (*1847 - †1917), Architekt und Bauhistoriker schrieb 1892 in der Zeitschrift für Christliche Kunst zum Kreuzgang: „Zu den nicht gerade allzu zahlreichen Kirchen der romanischen Zeit, welche, wenn auch nur einen Teil ihrer alten Kreuzganganlage auf die Jetztzeit gerettet haben, gehört auch Oberpleis. Erhalten ist der Westflügel, ausschließlich des Eckjoches, welches diesen ehedem mit dem Südflügel verband. Reste der Innenmauer des ehemaligen Südflügels sind indes in der dort jetzt als Abschluss dienenden Mauer noch wohl erkennbar.

Der erhaltene Westflügel besteht aus fünf Jochen, die im Äußern durch Strebepfeiler voneinander geschieden sind. Jedes Joch ist durch zwei Säulchen geheilt; auf ihnen setzen Rundbögen auf, deren Scheitel in gleicher Höhe liegen; über ihnen spannen sich im Äußern wie im Innern konzentrische, 15 cm vorspringende Bögen, die seitlich auf den Wandvorlagen, über den Säulenkapitellen auf Konsolen ruhen. Indem dieselben die Fassade kräftig beleben, ermöglichen sie zugleich die Erzielung einer genügenden Mauerstärke, welche durch die der Deckplatte der Kapitelle gegebene oblonge Form allein nicht völlig erreicht werden konnte. Im Innern, welches im Übrigen der äußeren Wandanordnung analog gestaltet ist, bildet der Putz oberhalb dieses Bogens noch einen zweiten konzentrischen Bogen, der aber nur um l cm vor die Wandfläche vortritt".


 

Quelle
Landeskonservator Rheinland (Denkmälerarchiv)
Zur Verfügung gestellt von
Willi Joliet 65 Jahre Denkmalpflege an der Propstei Oberpleis
Räume & Galerien
Katholische Kirche Oberpleis
Aufrufe
906

Etwas zu ergänzen?

Kennen Sie abgebildete Personen, das Jahr oder Hintergründe zu diesem Bild? Schicken Sie uns einen Hinweis – wir prüfen ihn und ergänzen das Objekt.