Aufnahme: 1912 (Bericht 1979)
Zur Geschichte der alten Volksschule Oberpleis bis 1912
Als die Festschrift geplant wurde und auch „Oberpleis als Schulort" in Betracht gezogen wurde, waren sich die Herausgeber darin einig, daß Heinrich Reuter für den vorliegenden Artikel der „beste Mann“ sein würde. Er erklärte sich auch gleich bereit, diese Aufgabe zu übernehmen und hat mit den Vorbereitungen für diesen Artikel sofort begonnen, wie aus dem folgenden Text, der von mir nur geringfügig überarbeitet wurde, zu ersehen ist. Als am Morgen des 30. September 1978 die aufschreckende Nachricht vom Tode Papst Johannes Pauls l. durch Oberpleis die Runde machte, wurde dann schnell die Nachricht vom Tode Heinrich Reuters nachgeschickt.
Da weder das genaue Gründungsjahr der Schule in Oberpleis bekannt ist (das oben erwähnte Gebäude wurde 1832 errichtet), noch zu erfahren war, seit wann es in Oberpleis überhaupt Schulunterricht gegeben hat, wären hier weitere Erkundigungen einzuziehen. Die in den Jahren 1967/68 in der Siebengebirgszeitung erschienene Artikelreihe von Johann Bennerscheid wurde bewußt nicht zur Hilfe genommen, um den persönlichen Erinnerungen Heinrich Reuters und seiner ebenfalls verstorbenen Schwester Elisabeth ihren Charakter zu belassen. Es muß besonders einer ferneren Zeit überlassen bleiben, die Geschichte der Oberpleiser Schule von 1912 bis 1978 in dem inzwischen abgerissenen Gebäude der seit 1967 so benannten Hauptschule aufzuzeichnen, da durch die Kriegswirren und den oft überhasteten Schulreformeifer sehr viel vom alten Schulchronikmaterial verloren gegangen zu sein scheint.
(Thomas Lissek)
1) Oberpleis besaß seit der Einführung einer gesetzlichen Schulpflicht eine vierklassige Volksschule. Das Gebäude befand sich zum Teil auf dem heutigen Parkplatz zum Teil da, wo sich heute die Bushaltestelle befindet. Dieses Gebäude wurde 1912 abgerissen und am Pleisbach, in großer Nähe der heutigen modernen Friedhofskapelle, als Wohnhaus wieder errichtet.
2) Zu den derzeitigen Lehrkräften zählten u.a. soweit mir bekannt ist, der Hauptlehrer Hardt, Lehrer Schwindt und die Lehrerinnen Kleines, Beingen, Hafeneger und Hagedorn.
3) Die Wohnungen für die Lehrkräfte befanden sich zum Teil gegenüber der Schule. In dem Gebäude, das heute von der Familie Henseler (Modegeschäft) bewohnt wird, wohnte damals Hauptlehrer Hardt.
Daneben hatte Fräulein Kleines oder Fräulein Beingen ihre Wohnung und in der jetzigen Pütz-Wohnung wohnte früher Fräulein Hagedorn oder Fräulein Hafeneger. Lehrer Schwindt bewohnte in der Dollendorfer Straße ein eigenes Haus.
4) Der Schulhof bzw. der Spielplatz lag vor den oben genannten Wohnungen. Für die Trinkwasser-Entnahme stand eine Wasserpumpe zur Verfügung. Ebenso befanden sich in der rechten Ecke des Spielplatzes die Toiletten-Anlagen (ohne Wasserspülung!). Der Kirchenvorplatz - bestanden mit Bäumen als Schattenspender - diente ebenfalls als Pausenhof und Spielplatz.
- Ferner ist noch zu erwähnen: Hinter dem Schulgebäude führte ein Weg vorbei. Dieser zweigte von der früheren Frohnhardter Straße (in der Höhe vom Hofe Bramkamp) ab und führte an einer hohen Friedhofsmauer entlang zum Kirchplatz. Wo jetzt das Krieger-Ehrenmal steht, begann früher der alte Friedhof. Die erste Friedhofserweiterung liegt also hinter dem Hochkreuz. -
5) Der Schulunterricht begann morgens um 8.00 Uhr und dauerte bis 12.00 Uhr und darüber hinaus nachmittags von 14.00 Uhr bis 16.00 Uhr. Nur Mittwoch- und Samstagnachmittag war schulfrei. Dabei muß erwähnt werden, daß alle Kinder des Schuleinziehungsbereichs den viermaligen Weg zur Schule zu Fuß zurücklegen mußten. Dies änderte sich auch im 1912 bezogenen Neubau in der Dollendorfer Straße zunächst nicht.
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