Aufnahme: 1892
Quellen zur Gerichtsbarkeit im Kirchspiel Oberpleis bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts
1. 1218 bestätigt Erzbischof Engelbert von Köln in Oberpleis den Besitz der Propstei. Unter den Zeugen sind u. a. genannt: Heinricus advocatus, Heinricus miles de Pleysa und Leo de Kippenhagin. Wahrscheinlich handelt es sich um den Untervogt und zwei Schöffen des Oberpleiser Gerichts.
2. 1306 Februar 2 wird vor den Schöffen von Honnef und Oberpleis ein Vergleich geschlossen zwischen Johannes natus Sylmanni dicti de Bergerhusin (Berghausen) und Ehefrau Nesa einerseits und der Propstei andererseits über die Güter des propsteilichen Hofes Swyrzpul (Schwirzpohl, östl. Gratzfeld), auf dessen Rechte das Ehepaar verzichtet. Da der Propst Adolphus (de Vriettorpf) und die Propstei kein eigenes Siegel haben, siegelt Herr Johannes de Leymburg. Actum coram scabinis in honfe ad premissa in tesümonium vocatis et rogatis, videlicet Ludolfo, Johanne, Henrico ceterisque conscabinis ibidem. Item coram scabinis in overpleyse videlicet Conrado de pafferode, Henrico de platea, Ludewico de berghusen ceterisque conscabinis ibidem ac aliis quam pluribus fide dignis . . . Nos et scabini predicti fatemur et notum facimus quod premissis ad ea vocati a partibus hinc et inde interfuimus, et quod denarios testimoniales ab Adolpho dicte Celle preposito in signum testimonii prout consuetum est in talibus, recipimus, et quod testimonium de premissis omnibus et singulis perhibemus, quotienscumque fuerit oportunum.
3. 1314 Mai 19 verkaufen Ritter Lambert von Honnef und Frau Bela für 400 Mark zu 12 Solidi ihren Hof Kypenhagen (Kippenhohn) vor Lodewico de Rusendorp (Rauschendorf) et Gobelino eius fratre, Christiane de Hagen, Henrico de Oykerode (Uckerath), Johanne de Bergerhusen, scabinis, sechs genannte Hofleute (hyemannis curie) und Johanne de Ossendorp et Henrico eius filio et Alberto de Oreke u.a. fidedignis ad hoc vocatis in testimonium. Schöffen und Hofleute bezeugen den Empfang des Zeugengeldes.
4. 1315 Mai 26 verkaufen Burggraf Rutgerus und Frau Metildis ihren Hof in Weiler der Propstei Oberpleis unter Propst Henricus für 256 Mark vor Rutgero dicto Balg milite de Winteren (Königswinter), Lamberto de royndorp (Rhöndorf), Tilmanno de Hunenberg (Hühnerberg?), Tilmanno dicto Cratz, Arnoldo advocato de Nyerendorp (Nierendorf? Kreis Ahrweiler) Armigeris. Ac coram scabinis curtim tarn de Walvelt (Bönnschenhof in Wahlfeld) quam de pleyse. Es siegeln der Burggraf und sein Neffe.
5. 1339 Juni 23 wird der Streit über die von der Beatrix Semodis 1336 der Abtei geschenkten Güter „de Cymiterio“ in Niederpleis „coram judicio de Gestingen“ geschlichtet, „coram Henrico judice de Boestorp (Buisdorf), Tylone de Wylre (Weiler) judice de Overpleyse ac Henrico dicto Hupe scabinis in Geystingen . . . Datum et actum coram judicio de Geystingen, praesentibus honestis et discretis viris Dominis Lamberto Dapifero de Blankenberg, Aldolpho de Wolkenberg sculteto Sibergensi militibus, Hermanno dicto Byrenbach justiciario in Geystingen et in terra de Blankenberg, Emundo dicto de Haenphe scabino Sibergensi ac scabinis prenominatis et quam pluribus aliis fide dignis.
6. 1623 Juli 3 wird ein Hofgeding in Oberpleis abgehalten, wo die Leistungen des Lehnsherrn und der Lehnsleute genau bestimmt werden. Dabei wird ein Urteil des Hauptgerichts in Bonn von wahrscheinlich 1428 verlesen: Darauf führen die Scheffen zu hauff (Haupt) zu Bonne an die Scheffen daselbst und brachten ein urtheyl vor recht als is. Diss ist dass Urtheyl. So welch mensch brenget ein maider Euen (Hafer) geduckt auff den zinsslichen tagh auss einen lehen desselben iahrs fellig gewesen, deme ist man schuldig zu geven ein Recht, und gebriecht ihme ein wenig daran alss vil alss ein halb viertel oder mehr, deme ist man nit schuldig zu geben. Actum sub Anno Domini (1400) XX octavo. In einer jüngeren Fassung des 17. Jh. wird dieses Urteil zitiert; Lehnsleute waren deswegen „an daß hohe Gericht zu Bonn compromittirt, welches einen laudum außgesprochen alß folgt“.
7. In den Stadtrechnungen von Siegburg 1429/30 heißt es: eynem boeden, geinck zo Overpleisse na deme dinger ... 4 Sol; an segelwas zo segelen an des dyngers brieve ... l Mr.
8. 1433 März 17 stehen Propst Albrecht Boiff von Vünffselden (Vinxel) und Mettelgin van dem Hain auf der einen und die Märker des Buschs „hayngen" (Höhnchen, westlich Nonnenberg) auf der anderen Seite vor dem Landgericht in Uckerath, vertreten durch Richwin van Querenbach (Quirrenbach ?), Wirtz Heynze van Luythusen (Lauthausen) und die anderen Schöffen „des lantz van Blanckenberg“ und lassen sich das mit dessen Erlaubnis vom Hauptgericht in Bonn geholte Urteil über die Nutzung (Schweinetrift) dieses Markbusches bestätigen. Da die Schöffen von Uckerath kein Siegel führen, haben sie auf Bitten der Parteien die Schöffen von Blankenberg gebeten, mit ihrem Stadtsiegel zu siegeln. Da es der einzige sicher datierte Beleg für den Gerichtszug des Oberpleiser Gerichtes nach Bonn ist, geben wir die betreffenden Stellen wieder. Beide Parteien waren einmütig einig geworden, „mit oriloff des lantgerichtes vorgenannt an dat hoifft zo varen zo bunne an de scheffen dar reicht zu geven ind zo nemen umb dese vurgemelten puncten ind eickelich partie koren ere vrunde tzweyn ind ir ordel gelt gelaicht dat ordel ind reicht zo hollen an dem hoiffde ind ouch vyss zo spreichen mit namen Richwin van querenbach, wirtz heynze van luythusen van her ailbrecht proistes ind mettelgens vurgemelter partien wegen up eyne syde ind theilgen van Ruytscheit (Ruttscheid) ind goidert der clockenar van pleise up der mercker syde vurgemelt, un synt dese ver vur-gemelte personen zo hoiffde geweist tzo bunne an den scheffen van beyder partien wegen vurgemelt ind in is vur reicht geweist worden. In den Kellereirechten des Amtes Blankenberg von 1749/50 heißt es, daß zum Gericht Geistingen uniert sind Niederpleis, Menden und Stieldorf und die Appellation an das Hauptgericht Porz geht.
9. 1432 Mai l kaufen Abt und Konvent von Heisterbach von Ritter Heinrich van Bummelberg genannt der Hesse und Frau Mettyl deren Hof in Bellinghausen vor den Blankenberger Landschöffen Richwyn van Berchoven (Berghausen?) und Henne, Nessen Sohn van Ruschendorp.
10. 1435 Dezember 25 wird dieser Kauf des Abtes Christian und Konvents von Heisterbach vor dem Oberpleiser Hofgericht lehnsrechtlich vollzogen infrascriptis Forma iure et consuetudine feudi et aliorum bonorum Censualium praepo-siturae in oberpleiß collate etiam in curia praepositurae superioris pleisa ... (u. a.) coram sculteto et scabinis tenore iuris et consuetudinis curiae et praepositurae in oberpleiß. Es folgt die Beschreibung der Ländereien. Et quidquid in praevatis terminis et locis comprehenditur sunt unum feudum et etiam alia bona censualia edictae curiae et praepositurae et quia praefati Domini de Heisterbach se contra formam iuris et antiquae consuetudinis curiae et praepositurae in oberpleiß opposuerunt, tunc nomine pacis et concordiae concluserunt Dominus Christianus Abbas de Heisterbach et Conventus ex una parte, et Dominus Albertus praeposi-tus in oberpleiß ex alia parte praesentibus et utraque parte fide dignis et discretis viris infra scriptis: et primo Arnoldus de Merckelsbach dictus de Alnair, Henricus de oechßendorff, Johannes de Zwieffell et Henricus (tzen?) gesell Armigeri et Johannes dictus de Nesenhenne de Ruschendorff, requinus de Berghaußen Ambo scabini de Blanckenberg et consequenter Heidginus de luithaußen, Christianus de Bruckhaußen, Henno an den endt, Christianus de Rauschendorff, Tillmannus dictus Collen, Thel de lanßenbach, Tilmannus buschen et Henno filius gotzgynß omnes simul scabini tunc temporis Curiae et praeposituae in oberpleiß et etiam roricus praeco dictae. Die Lehnsabgaben der Abtei wurden genau festgelegt.
11. 1448 Juni 25 bewilligt der Drost von Blankenberg ein Hofgericht auf dem propsteilich-oberpleiser Hardthof bei Bödingen. Sub Anno (1400) XLVIII post festum Joannis Baptista. An dise verwande hat gethedingt und bewilliget Johan von Zweivel Drossesse zu Blanckenberg zwischen herr Albrecht Bove probst zu Overpleyß ubermitz Vogt, Scholtiss und Scheffen des Gotteshauß vorgemelt und in gegenwertigkeyt“ dreier genannter Schöffen: „zum ersten drey ungebottene gedingh diess iahrs auffm hove auff der Hart an der Siggen zu halten alss die Scheffen dess Gotteshauß zu Overpleyss weysent vor recht, mit nahmen die drey nechsten Sontage nar dem Geschworen Montage all iahr off darna zu massen der Scheffen vorgemelt und allda zu wrogen und vorzu bringen all die Sachen die dat Gotshauss und hoff zu Overpleyse hynderen unndentleden mögen, inallera massen alss guten von recht gebürt dess Gotshauss zu Overpleyss ...“
12. 1450 nehmen am Umgang der Honschaft Hasenpohl „der richter van overpleisse loen heyntzen, rychwyn van berchhoven (Berghausen?) beide lant scheffen, der proist van overplasse h(err) ailbricht Bove van vunffsedelen“ teil.
13. 1449 - 1453 wurde vor dem Hofgericht ein Streit ausgetragen zwischen dem Propst Albrecht Bove von Fünfseiden und der Äbtissin Gertrud von St. Katharinen bei Linz wegen Lehnszinsrückstand ihres Hofes zu Hasenboseroth. Das Kloster hatte diesen 1306 von Ritter Heinrich de Wynteren, ehemals Marschall, übertragen bekommen, mit Einwilligung des Abtes vom Michaelsberg, von dem Ritter Heinrich ihn als Lehen besaß, und der dafür mit anderen Gütern entschädigt worden war. Es läßt sich nicht entscheiden, ob die Ansprüche der Propstei zu Recht bestanden. Einwandfrei scheinen sie nicht gewesen zu sein. Allein elf Hofgerichtssitzungen sind nachweisbar, die sich mit dieser Frage beschäftigt haben. Selbstverständlich siegte der Propst. Das Hofgericht ist ein Instrument zur Wahrung der Interessen der Propstei. Obwohl der Junker von Rennenberg und Ehrenstein, der Bruder der Äbtissin, und schließlich sie selbst in Oberpleis waren und die Freiheit des Hasenboserother Hofes beteuerten: das Hofgericht entschied zu Gunsten des Propstes. Der Vorgang gibt einen Einblick in die Gerichtspraxis des Hofgerichtes. In der zehnten Sitzung in dieser Angelegenheit am 26. Juni 1452 war die Äbtissin anwesend. Nachdem Bann und Frieden durch den Schultheiß geboten waren, fragt dieser den geschworenen Boten, ob er die Äbtissin geladen habe. Sie bat dann den Schultheiß um einen Vorsprecher, der ihr gewährt wurde. Er erklärte, daß die Forderungen und die Vorladung unrecht und das Gut zinsfrei seien. Der Propst läßt durch seinen Vorsprecher erklären, daß das Gut lehnsrührig sei und er dies urkundlich beweisen könne. Der Schultheiß vertagt die Gerichtssitzung bis zur Vorlage der beweiskräftigen Unterlagen durch den Propst. In der 11. Hofgerichtssitzung, die nach den erhaltenen Abschriften 1452 am Montag nach Servatius stattgefunden haben soll, d. h. am 15. Mai, das unmöglich ist (oder das vorige Datum ist falsch), brachte der Propst durch Urkunden und sechs Zeugen sein Recht vor. Die Äbtissin verließ mit ihren Freunden die Sitzung. Die Schöffen fällten auf Bitten des Propstes ein Urteil. Der Propst sollte den Hofboten zum Richter schicken, um diesen zur Pfändung des Hofes zu veranlassen, und Schultheiß, zwei Schöffen und den Hof boten „zu Uckerrode an dat landgedinge“ mit der „Kunde“. Die Schöffen haben dort die Siegelung durch die Schöffen von Blankenberg vornehmen lassen.1453 Januar 11 bestätigt das Schöffengericht von Oberpleis dem Propst, daß das Gut wegen versessener Zinsen und Ungehorsam gegen das Lehnsrecht vom Propst „ansprachig“ gemacht und an ihn zurückgefallen ist. „Wir Kirstian van brouchhusen, Johan smyt van Nederwich (Niederbach), Henne mettelen son, Dederich van Schuren (Scheuren) ind vort wir andere gemeynen scheffen des hoyffs gerychtes des hoyffs ind prostyen zo overpleyssa Doen semetlichen kunt ind zugen in desem breve also Dat der Erwerdiger her ailbert bove zor zyt proist zo overpleyssa bekondet ind getzuget hait also as des vurgemelten hoyffs gewoende ind des gerychtes recht ist. Dat de erwordige vrauwe Gertruyt zor zyt abdissa ind gemeynen Convent zo sent katherinen Erve ind goit haven gehoerende in yren hoff zo Bosenroede . . . dat as van syner prostyen wegen vurgemelt zinsplychtich ind leynrecht schuldich is. Ind hait die selve erve ind goide as vur synen versessen zinss ind ungehoirsamheit syne leynrechten unt des hoyffs rechte ansprechgich gemacht. Die Äbtissin war vor Zeiten geladen und hat durch ihren Vorsprecher geantwortet. Trotzdem hat der Propst Erbe und Gut „erwonnen ind behalten also des hoyffs zo overpleyssa gewoende ind des gerychts daselffs recht ist.“ Da die Schöffen kein eigenes Siegel haben, bitten sie die Schöffen von Blankenberg darum. Ob die Nonnen gezahlt haben, ist unbekannt. Sie haben ihren Hof behalten.
14. 1462 März 21 begingen die Landschöffen von Blankenberg mit den ältesten Einwohnern im Streit der Abtei Heisterbach für das Kloster Vilich mit Friedrich van Dadenberg den Hinsberger Wald und stellten dessen Grenzen fest. Unter den Nachbarn ist u.a. „Gerart van Oitwylre, rechter,“ genannt.
15. 1463 Januar 25 wurde der Streit um die Lauterbachswiese zwischen Abt Heinrich und Konvent von Heisterbach und Propst Albrecht Bove von Vünffsedelen (Vinxel) „vor dem schulteß und den scheffen deß hoffs zu overpleise“ geschlichtet zu Gunsten des Propstes als empfangende Hand mit dem jährlichen Lehnszins „und dem hoff außgescheiden sein Recht, daß ist dem schulteß veir Schilling und den scheffen auch vier Schilling von dem Empfang und nit mehr (d. h. beim Tode des Propstes). Genannt sind u. a.: Tiele van Nonenbergh Schultheis Kirstghin van Bruchhuysen, Diderich van Schuyren, Henne Mettelen son als Schöffen des Oberpleiser Hofes. Für die Hofschöffen siegeln die Schöffen der Stadt Blankenberg und der Propst von Oberpleis.
16. (14)86 Juni 15 vergleichen sich Dechant und Kapitel von St. Cassius in Bonn wegen ihres Hofes in Wahlfeld (Bönnschenhof) mit dem Propst von Oberpleis wegen ausstehender Zinstaxen. Darum sind „von beyder parthyen Scholtisse scheffe und leenlude zusamen gewesten und soliche leene umbgangen und sich gewillicht umb vredes willen dar ober zu sprechen des beyde parthyen guytlichen und vrutlichen ingangen syn, solichen usssproch unverbrüchlichen zu halden“. Dem Propst wird der ungenannte Zins seiner Lehnländereien im Wahlfelder Hof zugestanden und dafür die Anerkennung der Rechte des Hofes verlangt.
17. 1511 hat Propst Heinrich Holt im Laufe des Jahres die meisten Lehen umgehen lassen; z. B. 1511 Januar 22 (?) das Kurscheydter Lehen. Anno Domini 1511 hab ich Henricus Holt probst zur Zeit, zu Kurscheydt umbgangen auff St. Vincentius tagh durch scheffen und scholtiß, mit namen der scholtis (Johann) von Bellinckhausen, den scheffen Botz, item der schmitt von niderwich (Niederbach), item thöniß auff dem vroißroide, item Johannes der wirth zu pleyß, item heintgen zu kurscheydt, item Claiß von Kurscheydt, item lambert uffm werstenbergh, item henniß auffm Rötgen und sein eythumb joriß, diese seind angegangen (folgt Lagebeschreibung). (Lagerbuch 1641 Pf A A l f. 160a). Meist ist auch der Hofbote an den Lehenumgängen beteiligt.
18. 1535 ist der Amtsknecht von Oberpleis zum ersten mal namentlich benannt. Auf Martini bezahlte „Teyl der amptknecht“ 6 Hühner und l Pastorshuhn an die Pfarrkirche Oberpleis.
19. 1577 Januar 28. Der Gerichtsschreiber Wilhelm Cleuuch schreibt an den Amtsknecht Henrich Koster, er solle die Bannzapfbeschwerde, die 1576 Propst Gumpert von Aer vorgebracht habe, gegen die Übertretung durch den Amtsknecht auf sich beruhen lassen.
20. 1582 Juni 24 fand ein Umgang zur Festlegung der Grenzen zwischen Oberpleis und Uckerath statt, über die Streit entstanden war. Die Abschrift trägt die Überschrift „Lage und becirck der Vogdeien Möler zu overpleiß.“ U. a. legten die Grenzen der Vogtei Oberpleis fest: Mauritius scholteiss zue Uckratt und Vogt scholteiss, Thiel van pleiss, ahs ein amptsknechtt.
21. Der Propst von Oberpleis mußte nach dem Zinshebebuch der Propstei von 1480 auf Martini Herbstbede für seinen Hof in Niederbuchholz entrichten: Item Ich proist gelden III maider soecheven VIIJ (7%) solidi pagamenti IIJ (2%) solidi herwest bede van dem hoeve und erve zo boicholtz. Die meisten Belege, die sich nach der Mitte des 16. Jh. vermehren ließen, bezeugen nur ein Hof- und Lehnsgericht in Oberpleis. Sie bedürfen keiner Deutung. Wie aber sind die Belege zu deuten, die die Beteiligung des Landgerichts Geistingen (5.), Uckerath (8., 12.), der Schöffen des Landes Blankenberg (8., 11., 13.) bezeugen? Das Material ist zu spärlich, um zu versuchen, den Begriff, das Wesen und die Bedeutung des Landes Blankenberg zu umschreiben. Soviel ist sicher, das Land Blankenberg stellt eine rechtlich faßbare Einheit dar. 1218 (1.) und 1448 (10.) ist der Vogt bezeugt, 1582 (19.) die Vogtei Oberpleis. Kann man daraus Schlüsse ziehen, daß man 1582 noch von einer Vogtei Oberpleis sprach? Wichtiger ist das Auftauchen des Amtsknechts 1535 (17.). Vermutlich war dem Propst schon die Blutgerichtsbarkeit genommen. Sicher aber ist die Macht und der Anspruch des Vogtes durch den Amtsknecht im Kirchspiel der Art, daß das Schicksal der Herrlichkeit Oberpleis schon besiegelt war. Was bedeuten und besagen die Belege über den judex (5.), den Dinger (7.), die Richter (11.-13.)? Klar sind die Belege über den Gerichtszug nach Bonn (6., 8.).
Text aus Robert Flink, Die Geschichte von Oberpleis, Siegburg 1955, Seiten 131-136
Bild: Längsschnitt durch Kirchturm und Kirche, aus Wilhelm Effmann, Die Propsteikirche zu Oberpleis in: Zeitschrift für christliche Kunst, 5. Jahrgang, Düsseldorf 1892.
• Erstaunlich ist die Tatsache, dass die Zeichnung die Erhöhung des Bodens in der Kirche schon 1892 zeigt! Die Absenkung des Bodens gab dann Teile des mittelalterlichen Schmuckfußbodens frei.
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