Aufnahme: 1890
Altargitter vor dem St. Felicitas-Altar im Nordschiff der Kirche St. Pankratius in Oberpleis
Nach der Säkularisation kam das Altargitter aus dem Zisterzienserkloster Heisterbach in die ehemalige Propsteikirche Oberpleis. Es wurde später an den Bonner Kunstsammler Carl Roettgen (*1837 - + 1909) verkauft.
Seine Sammeltätigkeit begann in der Zeit um 1870. Das Datum des Ankaufs des Altargitters konnte ich noch nicht ermitteln. Es könnte nach meiner Meinung in der Zeit der grundlegenden Restaurierung der ehemaligen Propsteikirche unter Diözesanbaumeister Heinrich Wiethase in der Zeit von 1891 bis 1894 an Herrn Carl Roettgen verkauft worden sein. Ein Foto aus dem Jahr 1906 zeigt das Altargitter in der Sammlung Roettgen in Bonn (Datensatz 226). Carl Roettgen kaufte in Oberpleis auch einen gotischen Stollenschrank mit feinstem Schnitzwerk (Datensatz 5967) und vier Relieftafeln von einem Kanzelkorb.
Paul Clemen, Provinzialkonservator der Rheinprovinz, schrieb 1912 im Vorwort zum Versteigerungskatalog der Sammlung Carl Roettgen: „Die in den drei Geschossen des Bonner Hauses Nassestraße 1 aufgestellte Sammlung ist nach der Zahl der Objekte die umfangreichste unter allen rheinischen Privatsammlungen für Holzplastiken des 13. bis 17. Jahrhunderts, Möbel und Möbelteile der Gotik und Renaissance, sowie Gegenstände des Kunstgewerbes.“ Das Altargitter wurde am 13. Dezember 1912 bei Math. Lempertz im weissen Saal der Bürgergesellschaft in Köln als Position 514 der Sammlung Carl Roettgen versteigert.
Es wurde auf Seite 96 wie folgt beschrieben:
514 Grosses Altargitter von 1751 aus geschmiedetem Eisen, in Gestalt eines großen Portals mit schräg nach außen gehenden konvex geschweiften Flankierwänden, die Tür zweiflügelig. Das ganze Tor ist in überaus reicher, durchbrochner Schmiedearbeit ausgeführt und zeigt ein elegantes Rokokoornament: Rankenwerk in abwechslungsreichen Verschlingungen mit Rocaillen, Ohrmuscheln, Blütenzweigen, Blattwerk und Blumen: Das Gitter schließt nach oben in runder Wölbung mit breitem Wellrankenfries, über dem sich eine sehr reiche Bekrönung aufbaut, ab. In der Mitte Auge Gottes über einem Kranz mit der Zahl 1751, Als Bekrönung der Flankierwände Rankenornament mit Vasen als obere Abschlüsse. Das Gitter wurde gefunden in der Kirche zu Oberpleis, wo es den Abschluß des Altars bildete. Es soll aber ursprünglich aus Heisterbach stammen und bei der Säkularisation nach Oberpleis gekommen sein.
Höhe des Gitters 335, Breite 330, Höhe der Türen 230, Breite jedes Flügels 80 cm. Abb. Tf. 34.
Als Käufer wurde am linken Blattrand der Seite 96 des Handexemplars des Versteigerungshause Math. Lempert mit Bleistift 5000 K.G. Museum eingetragen.
Nachfolger des K.G. Museums ist das Kölner Museum Schnütgen.
Anmerkung zum Foto:
In der linken unteren Ecke des Bildes ist im Boden ein Teil einer Grabplatte zu erkennen. Es ist die Grabplatte des Christopherus Everhardus de Stael von Suthausen, von 1720 bis 1736 Propst in Oberpleis, die heute an der Seitenwand im Kreuzgang angebracht ist (Datensatz 462).
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