Aufnahme: 1803
Oberpleis im Herzogtum Berg unter Kurfürst Maximilian Joseph
Im November 1799 wurde durch einen Staatsstreich Napoleon Bonaparte Erster Konsul der französischen Republik und damit zum Alleinherrscher. Obwohl Maximilian Joseph als junger Mann im Ancien Regime selbst Oberst des französischen Fremdenregiments Royal Deux Ponts gewesen war, kämpfte er mit der bayerischen Armee an der Seite Österreichs gegen das napoleonische Frankreich und verlor 1800 die Schlacht von Hohenlinden. Im Frieden von Lunéville mußte Maximilian Joseph 1801 auf seine linksrheinischen Besitzungen verzichten. Als Ausgleich konnte er durch die im Reichsdeputationshauptschluss 1803 verfügte Säkularisation kirchliche Besitztümer annektieren.
Im Zuge der Säkularisation wurde die Benediktinerabtei Siegburg und ihre Propsteien samt ihrer Besitzungen am 12. September 1803 aufgehoben. Abt Johann von Woerden und seine Mitbrüder schickte man in Pension. Unter ihnen war auch Josef Maria v. Copons, letzter Propst der Benediktinerpropstei Oberpleis. Die Pension des Abtes, der noch einige Jahre in Siegburg blieb, wo er seelsorgliche Aufgaben versah, wurde auf 450 Taler jährlich, die der Mönche auf 240 Taler festgesetzt.
Am 15. März 1805 trat Herzog Maximilian Joseph das rechtsrheinische Berg im Tausch gegen das Fürstentum Ansbach an Napoleon ab. Napoleon übereignete noch am selben Tag die Souveränität an seinen Schwager, den französischen Prinzen Joachim Murat. Bald nach der Völkerschlacht bei Leipzig (Oktober 1813) löste sich das Großherzogtum auf. Gemäß Hauptakte des Wiener Kongresses fiel das Großherzogtum Berg Preußen zu. Der Titel „Großherzog von Kleve und Berg“ ging auf den König von Preußen und das Haus Preußen über.
Abschrift des Titelbildes (Urkundenblattes)
Maximilian Joseph Herzog in Ober und Niederbaiern der obern Pfalz, Franken, und Berg u:u: des heil: römischen Reichs Erzpfalzgraf, Erztruchseß und Churfürst.
Maximilian Joseph im Krönungsornat. Gemälde von Karl Joseph Stiegler, Sammlung Pinakothek München. (Wikipedia)
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