Aufnahme: 1256

Die letzten Pröpste von Oberpleis Franz Georg Zandt von Merl und Josef Maria von Copons

Franz Georg Zandt von Merl und Josef Maria Jakob Marquis de Copons de la Martesana waren die letzten Pröpste der ehemaligen Benediktinerpropstei Oberpleis

Pröpste von Oberpleis sind bezeugt von 1212 bis 1803. Propst Gerhard ist als Erster bezeugt von 1212-1218. Ihm folgten achtundzwanzig namentlich bekannte Pröpste in Oberpleis.

Franz Georg Zandt von Merl ist seit 1783/84 in den Kellnereirechungen des Klosters Siegburg als Propst von Oberpleis verzeichnet. Zandt von Merl war fleißiger Abschreiber von Chor- und Choralbücher. Er starb am 8. Juni 1799 im 75. Lebensjahr, im 52. Jahr des Priestertums und wurde in der Krypta der Siegburger Abteikirche begraben.

Josef Maria Jakob Marquis de Copons de la Martesana wurde am 22. Januar 1740 geboren. Er ist seit Dezember 1791 als Propst von Oberpleis nachweisbar. De Coupons erklärte 1803 bei einem Antrag auf Pensionsvermehrung als Exkonventuale zu Siegburg, er sei vor 46 Jahren in die Abtei gekommen, mehr als 20 Jahre Propst zu Millen und zehn Jahre lang Kellner gewesen. Zudem habe er fünf Jahre lang die Propstei Oberpleis verwaltet (1). De Copons starb, in seinen letzten Lebensjahren durch Gicht fast gelähmt, in Siegburg am 28. Januar 1810.
Trotz der verhältnismäßig hohen Einkünfte waren bei der Aufhebung der Propstei 1803 enorme Schulden vorhanden. Es ist anzunehmen, dass sie zum Teil auf die Kriegswirren und Kontributionen seit 1794 zurückgingen, doch hat auch die alles andere als sparsame Lebensführung der Pröpste dabei eine Rolle gespielt.

Aus der Zeit, in der von Copons Propst von Oberpleis war, ist eine Begebenheit bekannt.
Am 31. Mai 1794 fand vor dem Amtsverwalter Bürgel, dem Propst von Oberpleis von Copons, Pastor Meys u.a. aus Anlass der Kirchenrechnungsprüfung eine Besichtigung der Dorfkirche statt. Im Pfarrarchiv Oberpleis ist unter Kirchenrechnungen der Zustand der Kirche u.a. wie folgt beschrieben: „1.tens ware die kirch vorbehaltlich des aufbewahrten heiligsten Sakraments schier einem Schweinestall gleich, es waren 2.tens ausschließlich des hohen altars die beyde Nebenaltär fast unbrauchbar ..5.tens das blafond durch den durchs Tach schlagenden Regen abgefallen.“ (2)

Robert Flink schloss 1955 seine Dissertation ‚Die Geschichte von Oberpleis‘ mit den Worten: „Die Geschichte der Propstei endete, die Geschichte der Pfarre hat noch eine Zukunft. Die Pfarre Oberpleis ist also – neben dem Raum – offensichtlich der Grundpfeiler der Geschichte von Oberpleis. Wie lange noch wird ihre Geschichte dauern? Das ist die Frage, die nicht die Geschichte von Oberpleis allein, sondern die des ganzen christlichen Abendlandes zu beantworten haben wird.“

(1) Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland, Jülich-Berg II, AA 0031, Nr.6437.
(2) Oberpleiser Bürger stellten am 25. Februar 1804 vor dem Landgedinger von Blankenberg bei einer Gemeindeversammlung in Oberpleis den Antrag, der Kurfürst möge ihnen die durch die Säkularisation in seinen Besitz übertragene Propsteikirche überlassen. Am 9. April 1805 genehmigte die kurfürstliche Regierung den Kirchentausch. Die alte Pfarrkirche wurde für 300 rtlr. der Gemeinde Oberpleis verkauft. Am 13. April 1821 berichtete Bürgermeister Frölich Landrat Scheven, dass die Beseitigung von Schutt und Steinen vom Abbruch der alten Pfarrkirche noch erfolgen müsse.

Quelle
GERMANIA SACRA –Die Benediktinerabtei Siegburg, Berlin – New York 1973.
Zur Verfügung gestellt von
Willi Joliet: Bild und Text
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Katholische Kirche Oberpleis Ortsgeschichte
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