Von unserer neuen Orgel - Pläne und Hoffnungen - und ihre Erfüllung
"Liebe Pfarrkinder!
Die Zeit der Orgelsammlung war eine Zeit voller Spannungen und Hoffnungen.
Als der stellvertretende Kirchenvorstandsvorsitzende, Herr Anton Weber, es übernahm, die Pfarrgemeinde zur Sammlung für die neue Orgel aufzurufen, überschlug ich selbst die Kosten auf DM 20 000,-. Aber schon bald wurde mir klar, daß mein Kostenüberschlag, der auf Unterlagen vom Jahre 1950 beruhte und die bisherige Größe der Orgel mit 16 Registern annahm, viel zu niedrig war. Denn die von Herrn Domorganist Prof. Zimmermann für unsere Kirche zusammengestellte Disposition der Orgel sah 24 Register vor, was eine Vergrößerung um 50% bedeutete.
Nun begannen die Verhandlungen mit den verschiedenen Orgelfirmen, an deren Ende die ins Einzelne gehenden Überlegungen mit der Firma Johannes Klais in Bonn standen, die schon im Jahre 1884 unsere Orgel gebaut hatte. Nach vielen Besprechungen kamen wir auf die endgültige Summe von DM 30 000,--. Da sank mir zuerst der Mut. Denn ich rechnete selbst bei DM 20 000,- mit einer Sammlung von mindestens 2 Jahren.
Als dann aber die eingekommenen Listen die gezeichnete Summe von DM 18 954,- plus tausend Mark Bestand aus früheren Konzerten und Kollekten auswiesen, und noch mit Zuwendungen von dritter Seite gerechnet werden konnte, entschloß sich der Kirchenvorstand, den Bau der Orgel in Auftrag zu geben, eingedenk der Erfahrung, daß so manche Sammlung früherer Jahre den unsicheren Zeiten zum Opfer gefallen war.
Die Auftragserteilung knüpfte der Kirchenvorstand an die Bedingung, daß unsere Orgel bis zur Weihnacht diesen Jahres fertig würde. Die Firma Klais sagte dann auch trotz vieler berechtigter Bedenken zu. Ich danke an dieser Stelle dem Kirchenvorstand für seine mutige Haltung, ohne die wir nicht, wahrscheinlich noch lange nicht, zum Ziele gekommen wären.
Ich danke auch der Firma Klais, daß sie trotz großen Arbeiterausfalls in der Grippezeit zu ihrem Versprechen gestanden hat und daß sie aus Liebe zur Sache, nicht zuletzt auch zu unserer schönen Kirche, all unseren späteren Sonderwünschen ohne Kostenüberhöhung entgegengekommen ist. Liebe Pfarrkinder! Ihr mögt Euch selbst durch Augenschein davon überzeugen, wie schön unsere Orgel in ihrem äußeren Gewand ist. Wie prachtvoll ihr Klang ist, hat Euch Euer Ohr und Herz gesagt.
Nun besitzen wir unsere Orgel als unser Eigentum. Sie kostet, wie schon oben gesagt DM 30.000,--. Eingekommen sind DM 30.142,80.
Davon in:
Oberpleis (einschl. Auel, Niederbach und Wiesengrund) DM 11.533,--
Bellinghausen und Zweikreuze DM 1.145,--
Berghausen DM 1.245,50
Boseroth DM 1.592,50
Eisbach DM 813,75
Fronhardt DM 550,50
Hasenboseroth DM 442,50
Herresbach (einschl. Dahlhausen, Siefen, Hünscheiderhof) DM 1.306,--
Nonnenberg DM 454,--
Pleiserhohn und Thelenbitze DM 1 342,--
Pützstück und Waschpohl DM 486,--
Ruttscheid, Kellersboseroth, Keth u. Kippenhohn DM 1.102,50
Rübhausen DM 193,--
Sand und Bennerscheid DM 293,50
Sandscheid DM 184,--
Uthweiler, Jüngsfeld, Elsfeld u. Niederbuchholz DM 1.003,50
Weiler, Hartenberg DM 397,--
Wahlfeld und Bönnscher Hof DM 695,--
Aus Spenden und Kollekten DM 4.488,36
Aus Zinsen DM 875,19
Summa: DM 30.142,80
Ich hoffe, daß die neue Orgel noch viele Generationen hindurch Gottes Lob singt, Euch und allen kommenden Geschlechtern zur Freude. Liebe Pfarrkinder! Eines fehlt unserer Orgel noch. Das ist das Gehäuse, welches zu ihrem Schutze notwendig ist. Es muß aus edlem Holz gefertigt werden. Die Kosten dafür werden einschließlich des vollkommen neuen Podiums und der Orgelbrüstung nicht gerade niedrig sein. Wir werden aber auch das miteinander schaffen.
Die Kollekte bei dem Orgelkonzert am Silvesterabend um 18,30 Uhr und am Neujahrstage sind für das Gehäuse der Orgel bestimmt. Denkt bitte daran!
Euer Pastor"
Etwas zu ergänzen?
Kennen Sie abgebildete Personen, das Jahr oder Hintergründe zu diesem Bild? Schicken Sie uns einen Hinweis – wir prüfen ihn und ergänzen das Objekt.