Aufnahme: 2000
Festakt zum Zehnjährigen des Montessori-Kinderhauses Oberpleis
Die Kinder amüsierten sich bei lustigen Spielen
st. Mit einem kleinen Festakt gedachte der Motessori- Kindergarten seines zehnjährigen Bestehens. Vier Oberpleiser Elternpaare hatten sich im März 1990 zusammengetan und riefen die „Elterninitiative Integratives Montessori-Kinder- haus" ins Leben. Die ersten 15 Kinder, die ab 1. Oktober 1990 in Hüscheid betreut wurden, waren provisorisch in einer 63 qm großen, drei Räume zählenden Souterrain-Wohnung eines Gründungsmitgliedes untergebracht. Da dies keine Dauerlösung sein konnte, suchte man nach geeigneteren Räumlichkeiten und fand diese schließlich mitten in Oberpleis. Der alte Probsthof schien der ideale Ort zu sein. Allerdings waren umfangreiche Umbauarbeiten nötig, denn das Gebäude wurde bis dahin als Scheune und Stall genutzt. In eigener Trägerschaft bauten Ursula und Rüdiger Niederstein, die Besitzer des Probsthofes, seit Herbst 1991 die ehemaligen Stallungen um und verwandelten sie in ein Schmuckkästchen.
Nach rund neun Monaten konnten die Kinder mit ihren Erzieherinnen im November 1992 in die neuen Räume einziehen, und das Kinderhaus konnte auf eine zweite Gruppe erweitert werden. Jetzt werden 30 Kinder von neun Mitarbeiterinnen betreut, darunter eine Krankengymnastin. Das Montessori-Kinderhaus in Oberpleis ist der einzige integrative Kindergarten im Raum Königswinter, wie die stellvertretende Bürgermeisterin, Gisela Gärtner, in ihrem Grußwort für die Stadt betonte. Sie überreichte auch ein Geldgeschenk. In dem Kindergarten werden behinderte und nicht behinderte Kinder gemeinsam betreut und bauen so erst gar keine Berührungsängste auf. Grundlage der Arbeit ist die Pädagogik nach Maria Montessori, 180-1952, einer italienischen Ärztin und Pädagogin.
Im Herbst 1996 gründeten die Eltern des Kinderhauses einen Förderverein mit dem Ziel, den Fortbestand des Kinderhauses zu sichern und die Ideen der Gründungseltern weiter zu realisieren. 1998 wurde eine Schaukel gestiftet. Seit dem letzten Jahr müssen aber alle Sonderwünsche und Planungen hinter der notwendig gewordenen finanziellen Unterstützung des laufenden Betriebes des Kinderhauses zurückstehen. Spenden bei der Geburtstagsfeier werden für ein Atrium mit Fallschutzmatten verwendet. Begrüßungsworte bei der Zehnjahresfeier sprach Ulrike Keller vom Vorstand des Kinderhauses. Gudula Meisterjehn-Knebel referierte über das Montessori-Werk.
Die Behindertensportgemeinschaft überließ dem Kinderhaus psychomotorische Geräte im Wert von 4000 DM, aus Dankbarkeit, dass dort auch behinderte Kinder betreut werden, wie der Vorsitzende, Ahlrich J. Bussenius, ausführte. Die Kinder hatten danach ihren Spaß bei der Töpferei, beim Basteln von Käfern, bei der Arbeit mit Specksteinen und bei anderen kindlichen Tätigkeiten sowie auf einem Bewegungsparcours. Zum Ende suchten alle Kinder im Sandkasten nach einem Schatz.
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