Das Team des Kinderhauses stellte die Ausstellung vor

Abgebildete Personen

Aufnahme: 1999

Das Team des Kinderhauses stellte die Ausstellung vor

Die Siebengebirgs-Zeitung berichtete:

Ausstellung über das Montessori-Kinderhaus. Förderverein sorgt sich um finanzielle Zukunft.

st. Zurzeit ist eine Ausstellung mit Bildern und Dokumenten über das Montessori- Kinderhaus in Oberpleis in der örtlichen Volksbank zu besichtigen. Nachdem 1990 eine Elterninitiative gegründet wurde, besteht das Kinderhaus seit 1992 mit zwei Gruppen. In jeder Gruppe sind 15 Kinder, davon fünf nach Art und Schwere unterschiedlich behindert. Grundlage der Arbeit ist die Pädagogik nach Maria Montessori, die von 1870 bis 1952 lebte. Sie war eine italienische Ärztin und Pädagogin und erkannte schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Notwendigkeit, jedes Kind in seiner Eigenart zu achten und anzunehmen. Uneingeschränktes Vertrauen und Annahme sind die wichtigsten Voraussetzungen für die Entwicklung des Kindes. Unter „Erziehung" versteht Montessori grundsätzlich auch die Selbsterziehung des Erziehers zur Selbstdisziplin und Toleranz und die strikte Achtung der kindlichen Persönlichkeit.

Beim Oberpleiser Montessori - Kinderhaus arbeiten vier Erzieherinnen mit Montessori - Diplom oder Montessori - Ausbildung, eine pädagogische Kraft mit Montessori - Diplom, eine Krankengymnastin, eine Sprachtherapeutin, zwei Heilpädagoginnen sowie eine Kraft für Küche und Raumpflege. Das Haus ist täglich von 7.30 bis 16 Uhr geöffnet. Der vor drei Jahren gegründete Förderverein hat es sich zum Ziel gesetzt, den Fortbestand des Kinderhauses zu sichern. Im ersten Jahr ermöglichte eine Spende eines Unternehmens die Einrichtung einer Snoezel-Ecke. Snoezel ist die neue Therapieform, die in den letzten Jahren für Behinderte in Holland entwickelt wurde. 1998 wurde durch eine weitere größere Spende des Unternehmens eine Schaukel angeschafft.

Am 1. Januar diesen Jahres ist das geänderte „Gesetz über Tageseinrichtungen für Kinder in NRW" in Kraft getreten. Dieses Gesetz sieht eine pauschale Verteilung der Sachkosten nach Anzahl der Gruppen vor. Bisher gab es 19 Prozent zu den Personalkosten. Da das Montessorihaus in Oberpleis einen hohen Personalschlüssel hat, stand sich die Einrichtung bisher bei der Bemessung der Sachkosten gut. Oberpleis bekommt aber jetzt an Sachkosten 30 Prozent weniger als bisher. Der Montessori - Kindergarten wird jetzt wie jeder andere Kindergarten behandelt. Aus dem Sachkosten - Budget müssen nun finanziert werden: alle Nebenkosten des Hauses, Lohnkosten der Hauswirtschaft und der Vorpraktikanten, Beiträge an Fachverbände, Getränke für die Kinder, Porto, Telefon und pädagogisches sowie therapeutisches Material.

Ein großer Teil der Kosten wird von den Eltern übernommen: 50 DM pro Person Mitgliedsbeitrag an den Verein jährlich, 65 DM monatlicher Trägeranteil an den Verein zur Deckung des Trägeranteiles von zur Zeit noch fünf Prozent der Betriebskosten, ein monatlicher gesetzlicher Beitrag je nach Einkommen der Eltern zwischen 50 und 290 DM, zuzüglich 30 bis 160 DM an Zuschlag für die Übermittagsbetreuung sowie 60 DM monatlich für Mittagessen. Dabei handelt es sich um einen Fixbetrag, mit dem der Förderverein zusammen mit einer Pauschale von 12000 DM, die er für die zwei Tagesgruppen erhält, die Lohnkosten der Köchin und die Kosten des Essens decken muss.

Trotz aller Einsparungen bleibt dem Kinderhaus ein Loch im jährlichen Haushalt von 10000 DM. Dieser Betrag kann nicht auf die Eltern verteilt werden. So muss der Förderverein diese Kosten übernehmen. Er bezahlt die Vorpraktikanten, die Anschaffung der notwendigen therapeutischen Mittel sowie die teilweisen Lohnkosten der Putzhilfe. „Wir hoffen auf großzügige Spenden", so die Leitung des Hauses. Bei der Dokumentenausstellung wird an verschiedenen Stellwänden mit Fotos erklärt, wie sich das Leben in der Einrichtung abspielt und wie das pädagogische Konzept in die Praxis umgesetzt wird. In einem Schaukasten ist zudem eine Auswahl von Materialien zu sehen, die dabei verwendet werden.

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 13 vom 01.04.1999
Zur Verfügung gestellt von
Friedrich Müller
Räume & Galerien
Kindergärten Presseberichte Presseberichte 2 (ab 1990 bis 2000)
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