Aufnahme: 1993

Montessori-Kinderhaus eingeweiht

" Die kleine Julia sagte allen Ehrengästen einen 'Guten Tag‘. So begann die offizielle Einweihung des Montessori-Kinderhauses, das zur Jahreswende ein neues Zuhause im ehemaligen Stallgebäude des Propsteihofes fand. Sodann begrüßten die kleinen behinderten und nicht behinderten Kinder alle Anwesenden mit einem Tanzlied. Bei herrlichem Sonnenwetter verließen die Kinder die Feierstunde und spielten draußen im noch nicht eingezäunten Wiesengelände. ‚Der Zaun ist Vorschrift, aber Kinder brauchen keine Zäune‘, sagte die Leiterin des Kinderhauses, Gudula Meisterjahn-Knebel.

Pfarrer Willi Müller, der zusammen mit dem evangelischen Pastor Heiko Schmitz die Segensgebete sprach, sagte, dass der Propsteihof auf historischem Boden stehe, denn hier seien die ersten Ansiedlungen in Oberpleis gewesen. Die Geistlichen der beiden Konfessionen bezeichneten das Kinderhaus als eine Stätte der Begegnung in der die Kinder heranreifen und in der ein fröhliches Spilen und Lernen vorherrschen soll. Gudula Meisterjahn-Knebel blickte zurück. Vor 2 1/2 Jahren wurde der Kindergarten in Hüscheid im Hause von Franz-Josef Schnettker gegründet. Jetzt fand man aus der Enge heraus in ein wunderbares umgestaltetes Gebäude. Im Herbst 1991 begannen die Arbeiten am Propsteigebäude, in dem jetzt 30 Kinder, darunter zehn behinderte von sieben hauptamtlichen und einigen nebenamtlichen Kräften betreut werden.

Sie kommen alle aus dem Umkreis von Oberpleis und werden schon mit dem Erlernen von einzelnen Buchstaben vertraut gemacht. Bürgermeister Herbert Krämer nannte dies einen schönen Tag für ganz Königswinter. Der Montessori-Kindergarten ist eine Bereicherung für die Stadt besonders für den Ortsteil Oberpleis. Mit diesem Kinderhaus bestehen in Königswinter 23 Kindergärten, davon 15 in kirchlicher Trägerschaft und acht unter Führung von Elterninitiativen. Damit hat die Stadt rund 975 Kindergartenplätze. Weitere Redner waren Franz Riscop für die CDU und Roland Wüerst für die FDP.

Alle Redner gaben ihr Scherflein in das kleine Montessori-Spendenhäuschen. Der Propsteihof gehört dem Ehepaar Rüdiger und Ursula Niederstein, die die Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt haben. Eine junge Elterninitiative will die Kindergartenzeit ihrer Kinder wesentlich mitgestalten. Trägerverein ist die Elterninitiative für ein integratives Montessorie-Kinderhaus Oberpleis. Wie im Namen schon erkennbar, ist die gemeinsame Grundlage die Pädagogik Maria Montessoris. Die Kindertagesstätte ist von 7.30 bis 15 Uhr geöffnet. Das Alter der Kinder beträgt drei bis sechs Jahre. Sie können gemeinsam das Mittagessen einnehmen und, wenn sie müde sind, sich in einem besonders vorbereiteten Ruheraum ausruhen. An regelmäßigen Elternabenden werden pädagogische Fragen unter dem Aspekt der Montessori-Pädagogik besprochen."

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 17 vom 29.04.1993
Zur Verfügung gestellt von
Friedrich Müller
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