Oberpleiser Schulstandort Herresbacher Straße?

Abgebildete Personen

Aufnahme: 1999

Oberpleiser Schulstandort Herresbacher Straße?

"Zu den vorgeschlagenen Standorten für eine neue Grundschule in Oberpleis gehört auch der Bereich Herresbacher Straße, der von der Verwaltung auf seine Vor- und Nachteile untersucht wurde. Das Ergebnis stellen wir heute vor. Die Red.

st. Das Grundstück befindet sich in einer Entfernung von etwa 400 Meter vom Ortskern in südöstlicher Richtung an der Herresbacher Straße. Der Flächennutzungsplan stellt hier den Bereich „Friedhof" dar. Das Areal befindet sich im Besitz der Stadt Königswinter. Vertragliche Beschränkungen bestehen nicht. Vor Erwerb der Fläche durch die Stadt wurden Bauvoranfragen der ehemaligen Eigentümer abgelehnt. Der jetzt als Friedhof genutzte Grundstücksteil hatte eine Gesamtgröße von etwa drei Hektar, die Erweiterungsfläche bis zur Herresbacher Straße hat eine Größe von ca. 2,5 Hektar.

Das Grundstück ist durch seine Lage an der Herresbacher Straße gut erschlossen. Eine zusätzliche Fußwegverbindung ließe sich im nördlichen Teilbereich anlegen. Das in diese Richtung stark abfallende Gelände führt bei großen Baukörpern wie der Sporthalle zu erhöhtem konstruktivem Aufwand.
Die Herresbacher Straße hat eine durchschnittliche Verkehrsbelastung von ca. 90 Fahrzeugen pro Stunde. Bezüglich des Abstandes von den Schulgebäuden zu einer Friedhofsfläche existieren keine gesetzlichen Vorschriften. Eine Immissionsbelastung stellt der Geflügelhof südlich der Herresbacher Straße, der dem Schulgrundstück dort direkt gegenüber liegt, dar. Zur fußläufigen Anbindung bieten sich mehrere Verknüpfungsmöglichkeiten an. Zum einen kann der bestehende Fußweg auf der ehemaligen Bahntrasse über das Schulgrundstück und weiter entlang des Pleisbaches relativ problemlos verlängert werden. Eine Weiterführung nordwestlich auf der Zufahrt zum ehemaligen Klärwerk ist möglich. Die zweite Zugangsmöglichkeit bietet sich über die Einfahrt an der Burg Niederbach und von dort aus weiter über eine Brücke über den Pleisbach auf das Schulgrundstück. Der Grunderwerb eines Flurstückes ist für eine sinnvolle Anordnung der Baukörper der Schule dringend erforderlich. Bei den bisherigen Verhandlungen ließen die Besitzer ihre Bereitschaft erkennen, ihr Grundstück gegen ein Gewerbegrundstück im Gewerbegebiet Ruttscheid zu tauschen.

Ein Entwurfskonzept beschreibt die kompakte Anordnung des Schulgebäudes und der Sporthalle westlich des Pleisbaches. Die bestehende Gewerbehalle auf dem südlich angrenzenden Grundstück weist eine geschlossene nördliche Gebäudewand auf. Die Gebäudekanten der Schule in östlicher und südlicher Richtung und damit zum Pleisbachtal können somit offener gestaltet werden. Die Sportfreiflächen sind weiter nördlich auf dem Gelände der ehemaligen Kläranlage angeordnet. Es entsteht somit ein Grünbereich entlang des Pleisbaches, der in einem zweiten Schritt in südlicher Richtung verlängert werden kann. Erschließung und Parkplätze der Schule werden vom Gewerbeverkehr räumlich getrennt. Die Siegburger Straße ist südlich der Schulzufahrt durch bauliche Maßnahmen eingeengt und für den LKW- Durchgangsverkehr gesperrt. Deshalb kann der Zukunftsverkehr zur Schule über die Siegburger Straße abgewickelt werden.

Ein anderes Entwurfskonzept geht von einem erfolgreichen Ankauf des Grundstückes der Burg Niederbach aus. Das Schulgebäude würde dann in der nordöstlichen Ecke dieses Grundstückes angeordnet, sich öffnend in Richtung Südwesten zum Pleisbach und zur Burg. Erschlossen wäre das Schulgebäude über den ausgebauten Wirtschaftsweg, der auf die Straße Niederbach mündet. Die Einfahrt ist für den PKW- Verkehr ausreichend dimensioniert. Allerdings gebe es einen Nachteil: Wegen des dringenden Bedarfs an Friedhofsfläche müssten bei einer baulichen Nutzung der Erweiterungsfläche eine Ausweichfläche für den Friedhof gefunden werden. Dafür würden der Stadt Kosten entstehen, die kaum zu beziffern sind. Die Mehrkosten für den konstruktiven Aufwand der Hangbebauung können mit zehn bis 20 Prozent der Gesamtbaukosten geschätzt werden."

Letztlich wurde die neue Grundschule KGS Sonnenhügel in der Humboldtstraße 3 (Gewerbegebiet Am Krahfeld) gebaut.

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 10 vom 11.03.1999
Zur Verfügung gestellt von
Friedrich Müller
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