Aufnahme: 1999

Bürgerversammlung zum Thema Schulstandort in Oberpleis

"Nur einer für Schulstandort in Wahlfeld.

Bürgerversammlung erklärte sich für Standort Königswinterer Straße.

Etwa 120 Bürgerinnen und Bürger kamen auf Einladung der CDU in die Aula des Schulzentrums Oberpleis, um sich über den von den Christdemokraten favorisierten Standort der neu zu errichtenden Katholischen Grundschule unterrichten zu lassen und ihrem Ärger Luft zu machen. Nach einer fast zweistündigen Diskussion wurde eine Abstimmung verlangt. Bürgermeister Herbert Krämer war nicht so recht mit diesem Wunsch einverstanden, ließ sich aber breit schlagen. Bis auf einen waren alle anderen Teilnehmer der Bürgerversammlung für einen Schulstandort nördlich der ehemaligen Straßenmeisterei an der Königswinterer Straße. Dagegen war nur der ehemalige Beigeordnete der Stadt Königswinter, Erich Lichtenberg. Vehement trat er für den Standort Niederbach ein. Das wäre eine Aufwertung für diesen Oberpleiser Ortsteil, zumal der Neubau der Schule nicht im Gewerbegebiet Wahlfeld errichtet werde, sondern an seiner Grenze. Dagegen hätte er sich ausgesprochen, wenn der ursprüngliche Plan mit einem Standort direkt im Gewerbegebiet weiter verfolgt worden wäre. Da die Stadt in diesem Bereich einige Grundstücke besitze, an der Königswinterer Straße aber nicht, sei doch der Standort geradezu ideal, zumal Graf von Spee von der Burg Niederbach das entsprechende restliche Gelände der Stadt verpachten wolle. Da mit dem Bau der Schule auch eine Sportaußenanlage dringend notwendig sei, wäre das Wahlfelder Gebiet geeignet. Es läge nicht an einem Wohngebiet, so dass sich keine Anwohner über Schullärm beklagen könnten.

Der TuS-Vize Siggi Baumert bestätigte in seinem Redebeitrag den Ärger mit Nachbarn am jetzigen Fußballplatz. Er sprach sich aber für die Anlage eines neuen Sportgeländes an der Königswinterer Straße aus. Vor der im Großen und Ganzen friedvollen Aussprache unter der Versammlungsleitung von Bürgermeister Herbert Krämer berichteten Günther Herr, Vorsitzender der CDU Oberpleis/Heisterbacherrott, sowie die beiden CDU-Ratsmitglieder Roman Limbach und Jopa Vedders über die Notwendigkeit des Neubaues. (Darüber haben wir bereits ausführlich berichtet. Die Red.). Nachfolgend Auszüge aus den Redebeiträgen der Versammlungsteilnehmer, in denen es hieß: ‚Die Gewerbebetriebe in Wahlfeld dürfen nicht beeinträchtigt werden und die Arbeitsplätze müssen erhalten bleiben. Eine Schule im oder am Gewerbegebiet behindert die Betriebe. Eine Schule wäre der Anfang vom Ende des Gewerbegebietes.’ ‚Wir brauchen die Schule schnellstens.’ ‚Bessere Infrastruktur ist an der Königswinterer Straße vorhanden’. ‚Die Stadt hat an der Königswinterer Straße keine eigenen Flächen, daher wäre es besser, die Grundschule an der Sonderschule zu errichten.’ Antwort von Ratsmitglied Limbach:’ ‚Dort ist das Gelände für den Bau der Schule mit Sportaußenanlagen viel zu klein. Außerdem handelt es sich dort um ein Hanggebiet, und die Sonderschule behält ihren dortigen Standort.’ ‚An der Königswinterer Straße sind die Erweiterungsmöglichkeiten besser.’ ‚Nirgendwo hat die Stadt Planungsrecht und nirgendwo entsprechende eigene Grundstücke.’

‚Aber an der Königswinterer Straße sind die Verkehrsanbindungen besser.’ ‚Egal wo die Schule hinkommt, ich bin für sichere Schulwege und die scheinen mir an der Königswinterer Straße gegeben.’ Auf eine entsprechende Frage teilte Peter Wirtz mit: ‚Beide noch im Gespräch befindlichen Standorte liegen im zumutbaren Bereich von zwei Kilometer. Die Kinder können also zu Fuß gehen.’ ‚Der Lärm und die Staubbelästigungen sind in Wahlfeld durch die Betriebe weitaus größer als an der Königswinterer Straße.’ Jopa Vedders: ‚In beiden Fällen, ob Wahlfeld oder Königswinterer Straße, müssen die entsprechenden Flächennutzungs bzw. Bebauungspläne geändert werden.’ Gefragt wurde nach der Fertigstellung des Neubaues. Die Antwort der CDU: ‚Wenn alles gut geht etwa im Jahr 2002.’ Weitere Äußerungen: ‚Ich wünsche mir, dass der Rat am 4. Mai sich für den Standort Königswinterer Straße entscheiden wird. Verstehen kann ich nicht, dass sich ein einzelner Herr, an der Spitze der Verwaltung, in den Kopf gesetzt hat, sich vehement für das Gewerbegebiet einzusetzen. Man möge nur an den Verkehr am Niederbach denken. Gedacht ist an eine vierzügige Grundschule. Gebaut werden soll in zwei Abschnitten, so wie die Finanzen fließen. Es gibt einen Zuschuss von 70 Prozent der Richtsatzkosten. 30 Prozent muss also die Stadt tragen. In Wirklichkeit wird es aber wohl mehr werden, da man in der Regel mit den bewilligten Richtsatzkosten nicht auskommt."

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 16 vom 22.04.1999
Zur Verfügung gestellt von
Friedrich Müller
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