25 Jahre Partnerschaft mit Cleethorpres - Zahlreiche Veranstaltungen - Brunnen und Bank als Geschenk

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Aufnahme: 1999

25 Jahre Partnerschaft mit Cleethorpres - Zahlreiche Veranstaltungen - Brunnen und Bank als Geschenk

st. Bereits ein Vierteljahr­ hundert währt die Partnerschaft zwischen Königswinter und der englischen Stadt Clee­thorpes (heute North East Lincolnshire). Aus den gegenseitigen Besuchen sind Freundschaften entstanden. Dies be­tonten beim Jubiläumstreffen in Königswinter am vergange­nen Wochenende die Bürger­meister beider Städte, Herbert Krämer und George Mitchell.

Kulinarisches und Bojenfest

Einige im Gaststättenverband Königswinter organisierte Gastronomen nutzten das Jubi­läumswochenende, um die Gä­ste mit kulinarischen Köstlichkeiten aus Cleethorpes, Cognac (der französischen Partnerstadt von Königswinter) und der Drachenfelsstadt zu verwöhnen. Das geschah bei herrli­chem Sonnen- und Sommerwetter auf dem Marktplatz der Altstadt zu volkstümlichen Preisen. Neben einer Boje, welche die Cleethorpeser den Königswin­terern vor fünf Jahren zum Geschenk machten und die in Nie­derdollendorf auf der Rhein­wiese steht, richtete der Ver­band der Ortsvereine Nieder­dollendorf ein besonderes Bojenfest zum Jubiläum aus.

Am Abend brachten auf dem Fest­platz am Rheinufer viele Künstler der englischen Musicalgruppe „Stage One" Ausschnitte aus ihrer Millenium-Show zum Vortrag. Danach spielten meh­rere andere Musikgruppen auf. Das Bojenfest begann bereits am Samstagnachmittag mit einem großen Kinderfest mit Flohmarkt und Ponyreiten so­ wie Kutschfahrten am Rhein entlang. Mehr als 1000 bunte Luftballons ließen die Kleinen mit ihrer Adresse in die Lüfte entschweben. Jetzt warten sie auf Antwort. Spiele für die Pänz richteten die betreuende Grundschule und das Haus der Jugend aus.

Sportliche Vorführungen zo­gen die vielen Besucher an, wie auch eine Demonstration der Schlagkraft der Feuerwehren des Rhein-Sieg-Kreises mit ihren Booten auf dem Rhein. Am Samstagabend war ein Heißluftballon die Attraktion auf den Festwiesen. Das ganze Ge­schehen am Rheinufer wurde gesanglich noch verschönert durch den Jugendchor Dollendorf. Der Reinerlös des Bojen­festes ist für soziale und gemeinnützige Zwecke bestimmt.

Große Musicalschow mit „Stage One"

Auftakt der offiziellen Veranstaltungen war ein Konzert der englischen Musicalgruppe „Stage  One" in der Aula der CJD-Schule in der Altstadt. Während der Vorverkauf sehr schleppend war, fanden am Veranstaltungstag doch sehr viele Besucher in die Aula. Bürgermeister Herbert Krämer begrüßte die Gäste, besonders die englischen Freunde aus der Partnerstadt und mit ihnen die Musicaltruppe, die zum dritten Male nach Königswinter kam und mit ihren einzigartigen mu­sikalischen und gesanglichen Darbietungen begeisterte. „Stage One" ist die größte und erfolgreichste Amateur-Musi­algruppe Europas und besteht seit 14 Jahren.

Vor 25 Jahren unterzeichneten die Bürgermeister Günter Hank und Bill Whitby sowie die Stadtdirektoren Franz-Josef Schmitz und Ron Farmer die Gründungsurkunden der Städtepartnerschaft. Günter Hank wohnte dem Konzert bei. Dies­mal präsentierten sich die jun­gen Künstlerinnen und Künstler von der Insel mit „An Eve­ ning at the West End" und mit der „Jahrtausendschau" zwei Tage später in der Oberpleiser Schulaula. In der Altstadt er­freuten die 14- bis 25-jährigen Akteure mit Ausschnitten aus „Starlight Express", „Cats", „Les miserables" und „Evita". Nur schade, daß eine Viertelstunde nach Beginn der Vorstellung die Technik versagte und das Licht ausging. Die Aufführung mußte zunächst ohne Beleuchtung und Verstärkungsanlage mit Regieänderungen fortgesetzt werden, bis nach der Pause der Fehler in der Hauselektronik behoben werden konnte.

Zu einer musikalischen Reise durch das ausgehende Jahrhundert luden die begabten Ama­teurkünstler in das Schulzen­trum Oberpleis ein und boten „The Millenium-Show". Lieder von Judy Garland über solche der Beatles und von Abba bis zu den „Spiece girls" sowie Me­lodien aus „Titanic" standen auf dem Programm. Auch dieser Abend war ein Leckerbissen für Jung und Alt. Durch die Veranstaltungen in der Altstadt und in Oberpleis führte David Wrightham in deutscher und englischer Sprache. Die Lei­tung des Ensembles hatte Christine Pearson.

Festakt und Eintrag ins Goldene Buch

"Vor einem Vierteljahrhundert begann die Partnerschaft zwischen unseren beiden Gemeinden, deren Jubiläum wir heute feiern. Während dieser Zeit haben wir durch mannigfa­che Kontakte und Freundschaften uns kennen und schätzen gelernt." Dies sagte der Bürgermeister von North East Lin­colnshire , George Mitchell, beim Festakt, der wegen des schönen Wetters im Park des Hauses Bachem in der Altstadt stattfand. Mitchell betonte, daß bisher über 8000 Bürgerinnen und Bürger am Austausch zwi­schen den beiden Städten beteiligt waren und führte weiter aus: „Partnerschaft bedeutet gegenseitige Anteilnahme, Freude bereiten und sich erin­nern. Ich hoffe, daß das Geschenk der Stadt North East Lincolnshire dazu beitragen wird." Das Geschenk war eine Bank mit entsprechender In­schrift. Und auf dieser Bank trugen sich dann die englischen Freunde in das Goldene Buch der Stadt Königswinter ein.

Aber auch die Freunde aus England können ein Geschenk mit an die Humbermündung nehmen. Es handelt sich um ei­nen Brunnen, den der Königs­winterer Künstler Theo Dietz geschaffen hat. Nach den Worten von Stadtdirektor Heinz­ Martin Bernert soll dieses Ge­schenk die 25-jährige Freundschaft zwischen den Städten an Rhein und Humber noch weiter festigen. Die Verwaltung überreicht dann noch den Mitglie­dern der damaligen Findungs­kommission, die Cleethorpes als Partnerstadt ausgesucht hat­te, Bilder aus jenen Tagen. „Da waren sie ein wenig jünger", meinte scherzhaft Bürgermei­ster Krämer.


Dank an die Bürger, Vereine und Gruppen

„Städte können Partnerschaften beschließen, verordnen können sie sie nicht. Die Entscheidung liegt bei den Bür­gern." So der Vorsitzende des Partnerschaftskomitees, Prof. Peter Gola, der weiter ausführte: „Die Bürger von Königswin­ter und Cleethorpes haben gut entschieden. Daher ist der heu­tige Tag zunächst einmal ein Tag des Dankes an alle beteiligten Bürger, Vereine und Grup­pen. Die gute Nachbarschaft mit North East Lincolnshire zu erhalten und fortzusetzen hat sich der Partnerschaftsverein zur Aufgabe gemacht und wir sind gemeinsam auf einem gu­ten Weg." Auch Bürgermeister Herbert Krämer schaute auf die vergangenen 25 Jahre zurück und blickte vertrauensvoll in die Zukunft. Umrahmt wurde die Feier­stunde durch Gesangsdarbie­tungen des Ensembles „Stage One", einer Ansprache von Christine Iländer, die aus Süd­england stammt und heute am Gymnasium am Ölberg in Oberpleis Englisch lert, einer Ansprache des Botschaftsrates Leigh Turner und einem Ge­dichtvortrag der beiden Schüle­rinnen Katja Stienen und Maren Lütterbach von der Klasse 9b des Ölberg-Gymnasiums.

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 31 vom 05.08.1999; Fotos: Groote; Bericht: Günther Steeg
Zur Verfügung gestellt von
Rudolf Pieper (SZ)
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