Peter-Josef Kneiseler nach 47 Jahren im Ruhestand

Abgebildete Personen

Aufnahme: 1993

Peter-Josef Kneiseler nach 47 Jahren im Ruhestand

V.l.: Stadtdirektor Schmitz, Doris Kneiseler, Peter-Josef Kneiseler und die Enkelkinder.

st. Am 15. Februar 1946 trat er in die Dienste der Stadtverwaltung Königswinter ein, einen Tag und 47 Jahre später am 16. Februar 1993 trat er aus gesundheitlichen Gründen in den wohlverdienten Ruhestand: Stadtoberverwaltungsrat Peter-Josef Kneiseler. In einer Feierstunde im Haus Bachern und in Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste wurde der verdiente Verwaltungsbeamte von Bürgermeister Herbert Krämer und Stadtdirektor Franz­ Josef Schmitz gewürdigt. Schmitz bezeichnete den Scheidenden als einen kontaktfreudigen und musischen  Menschen.

Neben seinem beruflichen Engagement habe er nach dem Kriege so nebenbei beim damaligen Stadttheater Königswinter mitgespielt. Ferner sei Peter-Josef Kneiseler ein vorzüglicher Sänger. Er gründete 1955 den örtlichen Quartettverein und im selben Jahre erfand er die Figur des Weingottes Bacchus, den er selbst 30 Jahre verkörperte.' Für seine Verdienst im heimatlichen Brauchtum verlieh ihm die Stadt den Orden „Wider den quälenden Durst", den er dann in all den anderen Jahren an die Träger überreichte. Und bei den jährlichen Winzerfesten sang er sich mit dem Lied „Mädel ich bin dir so gut" in die Herzen der Damen. Zurück zu seinem beruflichen Werdegang. Schmitz: „Er ist von Natur aus ein Altstädter, in Königswinter geboren, in  Königswinter hat er mit der Lehre bei der Verwaltung seine Tätigkeit aufgenommen, dann wurde er in den Bergbereich versetzt.  Zum Schluß seiner Laufbahn kehrte Peter-Josef Kneiseler    an den Ausgangspunkt zurück: in die Altstadt. Beruflich war Kneiseler - aber kein Altstädter und  keine Pleeser, er war für die gesamte Bevölkerung da." Scherzhaft würdigte Schmitz den Ruheständler so: „Sie sind für mich ein Dreigestirn in einer Person: „De Pitt-Jupp, der Kulturpapst und der Bacchus." 

Bürgermeister Herbert Krämer blieb auch in seiner Abschiedsrede beim vertrauten Du und sagte, daß sich „de Pitt­ Jupp" auch im östlichen Stadtbereich im heimatlichen Brauchtum engagiert habe. Nachdem Schmitz die Ruhestandsurkunde und ein Bildgeschenk überreicht hatte, gratulierten zum Ruhestand auch Christine Jonas im Namen des Betriebsrates und Stadtbaudirektor Ulrich Szemskat im Namen der Dezernatsleiter und überreichte ein Geschenk. Stadtoberverwaltungsrat i.R. Peter-Josef Kneiseler (61) bedankte sich in einer längeren Rede für die gute Zusammenarbeit mit allen Kollegen und Dienststellen. Er hat sieben Bürgermeister und drei Stadtdirektoren kommen und gehen sehen. Drei Bürgermeister leben noch und waren zum Abschied gekommen. Die Vorgänger von Stadtdirektor Schmitz leben nicht mehr. Im Wirtschafts- und Ernährungsamt war er für die Verteilung der Essensmarken zuständig. Ehe Kneiseler 1957 ins Beamtenverhältnis übernommen wurde, hatte er bereits alle Ämter kennengelernt.

Im  Jahre 1969, dem Jahr der kommunalen Neuordnung, übernahm er die Leitung des Amtes für  Schule, Sport und Kultur. Nach dem Aufbau der Verwaltung in den Nachkriegsjahren war die Neuorganisation ab der kommunalen Neugliederung die zweite große berufliche Herausforderung für Kneiseler. Schwer ans Herz ging ihm die Schließung des Petersberg-Gymnasiums. Die letzten Jahre war er mit der Leitung des Ordnungs- und Fremdenverkehrsamtes beauftragt worden. Da war eine reizvolle Aufgabe für ihn. Seit 1974 wohnt der Pensionär an der lttenbacher Straße in Oberpleis. Sein Herz schlägt aber nach wie vor für die Altstadt. Seine Frau Doris lernte er 1950 im Wohnungsamt kennen und 1952 wurde geheiratet. Jetzt hat er Zeit für seine Hobbies: Gartenarbeit, Klavierspielen, Wandern, die Beschäftigung mit seinen Enkelkindern sowie im Fernsehen politische Magazine ansehen. Kneiseler: „Ich habe in den 47 Jahren Höhen und Tiefen, positive und negative Entwicklungen erlebt. Letztendlich und unter dem Strich ist doch etwas dabei herausgekommen, auf das man ganz bestimmt mit etwas Stolz zurückblicken kann."

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 8 vom 25.02.1993; Foto und Text: Günther Steeg
Zur Verfügung gestellt von
Rudolf Pieper (SZ)
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