Bundesverdienstkreuz für Stadtdirektor Schmitz

Abgebildete Personen

Aufnahme: 1990

Bundesverdienstkreuz für Stadtdirektor Schmitz

st. Das ihm vom Bundespräsidenten verliehene Bundesverdienstkreuz am Bande verlieh Landrat Dr. Franz Möller dem Königswinterer Stadtdirektor Franz-Josef Schmitz in einer Feierstunde vor vielen geladenen Gästen im Foyer des Hauses Bachern. Die Laudatio sprach der Landrat. Er leitete die Lobeshymne mit dem Satz ein: „Stadtdirektor Schmitz hat sich als Hauptverwaltungsbeamter der Stadt Königswinter weit über das Maß der beruflichen Pflichterfüllung hinausgehende Verdienste erworben." Landrat Möller blickte dann zurück auf den beruflichen Werdegang des neuen Bundesverdienstkreuzträger. Seine Referendarzeit absolvierte Schmitz beim damaligen Amt Duisdorf, beim Landkreis Bonn und dem Regierungspräsidenten in Köln. Schmitz entschied sich dann für den Dienst in der Verwaltung. 1959 angefangen als Assessor in der Landesverwaltung, wechselte er im selben Jahre zum Landkreis Bonn über und wurde dort 1962 zum Kreissyndikus berufen. Einige Jahre später erfolgte schon seine Ernennung zum Kreisdirektor und allgemeinen Vertreter des Oberkreisdirektors des Landkreises Bonn.   

1969 mußte Schmitz aufgrund der kommunalen Neuordnung durch die Auflösung des Landkreises Bonn seine Wirkungsstätte wechseln. Er wurde mit der Wahrnehmung der Aufgaben des Stadtdirektors der neugebildeten Stadt Königswinter beauftragt, im Jahre 1970 dann zum Stadtdirektor ernannt, 1981und 1989 wiedergewählt. Ein besonders schwieriges Betätigungsfeld eröffnete sich dort für Stadtdirektor Schmitz: Die bislang selbständigen Verwaltungen und Gemeinden zusammenzuführen. Dieser schwierigen Aufgabe stellte er sich mit ganzer Kraft. Den Schwerpunkt seiner Bestrebungen setzte er besonders darin, die einzelnen Ortsteile zu einem gemeinsamen Vorgehen für die Belange der neuen Stadt zu gewinnen. Vor allem durch die von ihm geförderte Gleichrangigkeit der Ortsteile und die Bewältigung unterschiedlicher Aufgaben sei es mit zu verdanken, daß sich die einzelnen Gebietsteile zu einem von allen mitgetragenen Gemeinwesen entwickeln konnten. Nach der Fertigstellung der Schulzentren in Königswinter und Oberpleis engagierte sich Schmitz mit Nachdruck für verschiedene Großprojekte im Bereich der Entwässerung. In den 70er Jahren waren es insbesondere die Projekte „Zentralkläranlage Dollendorf" sowie die Transportkanäle von Königswinter nach Dollendorf und von Thomasberg nach Oberpleis, während in den 80er Jahren der schwierige Bau des Lauterbachkanals durchgeführt und die Planungen zum Bau des Pleistalsammlers abgeschlossen werden konnten. Ein weiterer Bereich lag Schmitz sehr am Herzen: die Fremdenverkehrs-  und Wirtschaftsförderung. Die besonderen Bemühungen galten der Verbesserung der bestehenden Infrastruktur und der Ansiedlung von neuen wirtschaftlichen Einrichtungen. Wörtlich der Landrat: „Sie haben auch maßgeblich an der Verleihung des Eropäischen Diplomes durch den Europarat mitgewirkt und sich besonders um die Belange des Siebengebirges und der Erhaltung historischer Bausubstanzen dieser Landschaft, wie Schloß Drachenburg, Kloster Heisterbach und den Denkmälern auf und am Petersberg bemüht.

 Maßgeblichen Anteil hatten Sie 1978 auch am Zusammenschluß der Volkshochschulen der Städte Bad Honnef und Königswinter zur gemeinsamen Volkshochschule Siebengebirge. Die Heimatvereine haben in Ihnen ein Förderer des heimatlichen Brauchtums und der Kultur gefunden. Besondere Aufmerksamkeit widmeten Sie auch der seit 1974 bestehenden  Städtepartnerschaft mit Cleethorpes. Seit der Gründung des örtlichen Roten Kreuzes sind Sie Vorsitzender. In dieser Zeit trugen Sie entscheidend zum Ausbau des Krankentransportdienstes bei. Aufgrund Ihres vorbildlichen Engagements wurden Sie dann 1985 in den Kreisverbandsvorstand Rhein-Sieg berufen. Ebenso sind Sie seit 1950 Mitglied in der Studentenverbindung „Alania" und leiten und repräsentieren diese ehrenamtlich seit 1981 als Philister-Senior. Sie gehören weiterhin dem Kuratorium der Stiftung Heisterbach, dem Aufsichtsrat und der Gesellschaftsversammlung der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft der Stadt Königswinter, dem Ortsverein des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge und der Flugplatz Eudenbach an. Ebenso sind Sie seit 15 Jahren in der Mitgliederversammlung des Deutschen Städte- und Gemeindebundes. Sie sind seit 1982 Sprecher der Hauptverwaltungsbeamten der 19 Städte und Gemeinden im Rhein-Sieg-Kreis ." Und so schloß Dr. Möller seine Laudatio: „Sie sind ein Stadtdirektor mit eigener, unverwechselbarer, deutlicher Handschrift. Kühl denken, nüchtern abwägen, differenziert urteilen und zu einem für die Bürger richtigen Ergebnis zu kommen, sind die Maximen, die Ihre Handlungsweise prägen und Ihnen die Anerkennung und die Wertschätzung der gesamten Bürgerschaft der Stadt Königswinter eingebracht haben.

Theo Potthast hatte die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes beim Bundespräsidenten beantragt. Stadtdirektor Gerhardus aus Troisdorf übermittelte die Glückwünsche der Stadt- und Gemeindedirektoren des Rhein-Sieg-Kreises die sich wie auch Bürgermeister Günter Hank an der Finanzierung des auf der Leo-Tendler-Anlage in Oberdollendorf zu errichtenden Cäsariusdenmal beteiligen. Für die Fraktionen übermittelte Franz-Riscop die Glückwünsche. „Bei Meinungsverschiedenheiten behielt der Stadtdirektor immer recht." Vertreter aller Fraktionen überreichten gemeinsam als Geschenk ein Buch über die Zisterzienser in Europa. Für den Personalrat sprach Christian Jonas. Er würdigte das soziale Engagement des Stadtdirektors und überreichte dem Verwaltungschef als Weinkenner ein Buch über die Weine Europas. Bürgermeister Günter Hank berichtete, er habe einen guten Griff getan, als er sich bemühte, „Franz­ Josef" als Beauftragter für die Wahrnehmung der Aufgaben des Stadtdirektors der neuen Stadt Königswinter in die Hauptstadt am Siebengebirge zu bringen. „Wir haben einen guten Stadtdirektor bekommen." Der vor 59 Jahren in Xanten geborene Franz-Josef Schmitz wurde von Hank als ein preußischer Beamter, aber im guten Sinne des Wortes bezeichnet. Hank: „Er verfügt über eine umfangreiche Sachkenntnis, er entwickelt Ideen, ist gerecht, praktizierender Katholik, parteipolitisch interessiert, aber in seiner Arbeit parteipolitisch neutral, er ist gesetzestreu und ein guter Vorgesetzter für seine 350 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die gesamte Verwaltung ist bei ihm in besten Händen. Doch hat er auch Enttäuschungen erlebt. Er strebte ein Rathaus für alle Dienststellen an, es wurden aber drei. Er mußte dem Rat den Beschluß vorlegen, das Gymnasium zu schließen und auch mit seinen Ansichten über die Gestaltung des Flugplatzes Eudenbach ist er nicht weitergekommen. Trotzdem: Wir sind alle froh und dankbar, einen solchen Stadtdirektor zu haben." Der Stadtdirektor selbst dankte: Seinen Eltern, die ihm seine berufliche Laufbahn ermöglichten, seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, ohne die er diese Auszeichnung nicht erreicht hätte, seinen Fahrern und den Vorzimmerdamen sowie vor allem seiner Frau, die so manche Abendstunde alleine verbringen muß.

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 17 vom 26.04.1990; Foto und Text: Günther Steeg
Zur Verfügung gestellt von
Rudolf Pieper (SZ)
Räume & Galerien
Kommunales Persönlichkeiten und Originale Presseberichte Presseberichte 2 (ab 1990 bis 2000)
Aufrufe
644

Etwas zu ergänzen?

Kennen Sie abgebildete Personen, das Jahr oder Hintergründe zu diesem Bild? Schicken Sie uns einen Hinweis – wir prüfen ihn und ergänzen das Objekt.