Aufnahme: 1989
Endlich Klarheit: Rathausvorplatz Oberpleis jetzt doch Parkplatz
"Der Rathausvorplatz am Tag der Sondersitzung".
Da treffen sich die Mitglieder des Bau- und Verkehrsausschusses zu einer Sondersitzung im Rathaus Oberpleis, um sich über zusätzliche Parkmöglichkeiten auf dem Rathausvorplatz zu streiten. Für jeden erkennbar hatten sie die Entscheidung, die dann nach langem heftigen Hin und Her fiel, aber schon vor der Sitzung getroffen. In schöner Einmütigkeit war der Rathausvorplatz zu dieser Sitzung von den Ausschussmitgliedern voll zugeparkt. Man muss sich fragen, was da noch die Scharmützel in der Sitzung für einen Sinn hatten. Die Abstimmung hatte doch längst durch die Inanspruchnahme des Platzes als Parkplatz stattgefunden.
Es wäre ja wohl auch zu viel verlangt, wenn sich Rats- und Ausschussmitglieder vorbildlich verhalten sollten. Vielmehr haben sie doch mit dem Abstellen ihrer Fahrzeuge das vollzogen, was eigentlich alle wollen, am liebsten mit den guten Stücken direkt bis zur ‚Theke‘ vorfahren. Übelnehmen muss man den Volksvertretern eigentlich nur ihr ‚Geschwätz von gestern‘, wenn sie offensichtliche Scheingefechte um sechs, neun oder zehn Einstellplätze führen und gleichzeitig während der Scharmützel mit 20 gezählten Fahrzeugen den Rathausvorplatz längst umgewidmet haben. Lächerlich das ganze Getue, wenn selbst die Widersacher der erweiterten Parkplatzlösung genau an dem Punkt ihre Fahrzeuge abstellten, der in der Diskussion dann noch als besondere Gefahrenzone bezeichnet wurde, nicht wahr Herr Seger.
Ärgerlich auch, dass für die Um und Neugestaltung soviel Geld ausgegeben wurde, wenn jetzt letztlich ein Zustand wie vor dem Umbau herbeigeführt wird. Wozu dann Bürgerversammlungen und dort vorgetragene Argumente von schönerer Gestaltung des Platzes, Verkehrsberuhigung der Dollendorfer Straße usw. So wie es jetzt vorgeführt wurde, hätte es eine einfache Teerdecke auch getan, die aufwendige Pflasterung hätte man einsparen können. Denn von Verkehrsberuhigung im Bereich des Rathauses kann keine Rede sein. So jedenfalls klagen die Anwohner. Die Bauausführung veranlasst die Benutzer der Straße keinesfalls die Fahrgeschwindigkeit zu reduzieren.
Nur ist der Lärmpegel durch den Pflasterbelag jetzt noch höher geworden. Das alles legt heute wohl mehr den Vergleich mit Schilda nahe. Und wenn die SPD in der Sondersitzung (!!!) des Bau- und Verkehrsausschusses anbietet, nach anderen Parkmöglichkeiten ums Rathaus herum Ausschau zu halten, so kann man nur wenig Hoffnung haben, dass sie fündig wird. Denn die freien Parkplätze hinter dem Rathaus (etwa 20 bis 25) hat sie schon am Dienstagnachmittag, 26. 9., nicht gesehen und gefunden, wie andere Teilnehmer der Sitzung allerdings auch. F. W. Gladbach"
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