Abgebildete Personen
Aufnahme: 1989
Partnerschaft mit Cognac besiegelt - Festfeier und zweitägiges Programm Cleethorper Freunde dabei
gst. „Die Vertreter der Bürgerschaft der Städte Königswinter und Cognac erklären hiermit ihren Willen, den europäischen Gedanken durch eine offizielle Partnerschaft zwischen den beiden Städten weiterzuentwickeln und zu festigen. Dabei wird dem Wunsche Ausdruck verliehen, daß die Bürger von Königswinter und Cognac, insbesondere die Jugend, durch freundschaftliche Beziehungen in allen Bereichen des Zusammenlebens dazu beitragen, das gegenseitige Verständnis zwischen dem französischen und dem deutschen Volk zu vertiefen, unter Achtung der Lebensformen beider Völker und des Ideals des Friedens, der Freiheit und der menschlichen Brüderlichkeit, dem sie verwachsen sind. Diese von den Räten der Städte Königswinter und Cognac am 19. und 21. Dezember 1988 einstimmig beschlossene Partnerschaft wird hiermit feierlich bekräftigt und unterzeichnet." So lautet der Text der Partnerschaftsurkunde, die bei einer Feierstunde in der Aula des Schulzentrums Königswinter von Bürgermeister Francis Hardy und Jerome Mouhot, dem Präsidenten des Partnerschaftskomitees in Cognac, sowie von Bürgermeister Hank und Stadtdirektor Schmitz unterzeichnet wurde. Nach der Unterzeichnung spielte das Oberpleiser Kammerorchester die französische und die deutsche Nationalhymne. Bürgermeister Hardy sagte in seiner Rede u.a.: „Es gibt keine andere Zukunft für die Völker Europas als in der Einigung. Unsere beiden Städte wollen nicht nur von Europa sprechen, sondern es schaffen, indem wir heute den Bund zwischen unseren beiden Städten besiegeln. Welch glückliche Generation, die unsere, die sich nach Austausch sehnt und die neugierig auf das ist, was außerhalb ihrer Grenzen geschieht. Welch glückliche Generation, die unsere, die ohne jedes Vorurteil jetzt ihre ausländischen Gleichgesinnten mit einem neuen und freundschaftlichen Blick entdeckt.
Charles de Gaulle und Konrad Adenauer haben uns schon den Weg der Freundschaft und des Friedens zwischen unseren beiden Völkern gewiesen. Diesen Weg haben auch wir eingeschlagen, um heute unseren Bund zu feiern. Bevor wir heute unsere Vermahlung vollziehen, haben wichtige Etappen ein Näherkommen, ein besseres Kennenlernen unserer beiden Städte, unserer Bevölkerung gekennzeichnet. Bei unserem Hiersein im Dezember 1988 waren wir sehr beeindruckt von den bestehenden Möglichkeiten für die künftige Entwicklung des Partnerschaftsvertrages. Die Schönheit der Landschaft und das Rheintal haben das ihre dazu beigetragen. Und ich muß sagen, wir sind zurückgefahren in der Uberzeugung, eine gute Wahl getroffen zu haben. Ohne Zweifel ist das auch der Grund, warum wir sofort nach unserer Rückkehr den Stadtrat gebeten haben, sich positiv für eine Partnerschaft mit Königswinter auszusprechen. Unserer Ehe ging bereits nach Ostern ein erster Schülerbesuch aus Cognac in Königswinter voraus. Nachdem ich die strahlenden Gesichter unserer 30 Schüler des Gymnasiums "Jean Monnet" nach ihrer Rückkehr aus Königswinter gesehen habe, bin ich sicher, daß der Bund zwischen Ihrem Drachen und unserem Salamander ein Herzensbund ist.
Solche Bande werden dazu beitragen, im Glück, im Frieden, dieses Europa des Herzens, dieses Europa der Richtung des Anderen, dieses Europa des gegenseitigen Verständnisses und des Dialoges gemeinsam aufzubauen, wie wir es alle wünschen. Es gibt keine bessere Gelegenheit, die Brüderlichkeit zwischen den Menschen jenseits der Grenzen aufzubauen als Partnerschaften, die eine bevorzugte Beziehung zwischen den Menschen zweier Völker herstellen. Eine Partnerschaft ist nur möglich, wenn jeder Bewohner von Königswinter, wenn jeder Bewohner von Cognac sich persönlich angesprochen fühlt. Ich wünsche einen regen Austausch von jungen und weniger jungen Menschen, zwischen Berufsgruppen, Vereinen, Sportlern und vielen anderen mehr. Möge heute der Ehebund zwischen dem Wein des Königs und dem Cognac der Götter besiegelt werden. Wir haben viele gemeinsame Züge. Unsere Freundschaft möge besiegelt werden zwischen einem Glas Rheinwein und einem Schluck des köstlichen Cognacs. Möge der Bund zwischen Cognac und Königswinter dazu beitragen, die tiefen Bande zu festigen, die unsere beiden Länder vereinen. Es lebe Königswinter! Es lebe Cognac!" Bürgermeister Hardy hatte als Geschenk eine Cognacfabrik en miniature mitgebracht.
Begonnen hatte die Festfeier mit der „Europahymne", gespielt vom Kammerorchester Oberpleis unter der Leitung von Kurt B. Wirtz. Dann hatte Bürgermeister Günter Hank die Ehre, zahlreiche Festgäste willkommen zu heißen. In seiner Rede führte Hank aus: „Partnerschaft bedeutet im deutschen Sprachgebrauch Zusammenleben. Partnerschaften zwischen Städten hier in Europa sind eine Entdeckung der letzten Jahrzehnte. Erst mußte der weltweite zweite Krieg über unsere Länder hinweggehen, um die Völker zur Einsicht zu bringen, freundschaftlich und friedlich zusammenleben zu können. Wir haben bei der Suche nach einem Partner einen echten Freund gefunden und dieser heißt Cognag.
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